Der ehemalige Handball-Nationalspieler befürchtet Nachahmer-Effekte durch den vorzeitigen Wechselwunsch von Johannes Golla.
Stefan Kretzschmar warnt, dass der vorzeitige Wechselwunsch von Nationalmannschaftskapitän Johannes Golla von der MT Melsungen zur SG Flensburg-Handewitt einen gefährlichen Präzedenzfall für den Profihandball schaffen könnte.
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Johannes Golla möchte trotz eines bis 2031 laufenden Vertrages die MT Melsungen vorzeitig verlassen. Er begründet dies unter anderem mit einer Gefährdung seiner mentalen Gesundheit.
Der ehemalige Handball-Nationalspieler Stefan Kretzschmar befürchtet im Konflikt um Nationalmannschaftskapitän Johannes Golla ein Negativbeispiel für die Zukunft. „Du machst natürlich für die Zukunft jetzt Tür und Tor auf für eventuelle – und das meine ich jetzt nicht despektierlich, und ich möchte auch nicht die mentale Situation von Johannes Golla jetzt hier benutzen, um kritisch zu sein – Nachahmer“, sagte der ehemalige Sport-Vorstand der Füchse Berlin im Dyn-Podcast „Kretzsche & Schmiso“.
Golla möchte den Handball-Bundesligisten MT Melsungen trotz eines Fünfjahresvertrages vorzeitig verlassen und zu seinem vorherigen Klub nach Flensburg zurückkehren. Der Nationalspieler hatte unter anderem auf die Gefährdung seiner mentalen Gesundheit hingewiesen.
Der 53 Jahre alte Kretzschmar sieht aufgrund der klaren Vertragssituation des 28 Jahre alten Kreisläufers bei MT Melsungen eine Gefahr im Handballsport. „Also, was kommt denn eventuell als Nächstes? Jetzt sieht Spieler X, Y, Z: Okay, wenn ich die Karte spiele, dann komme ich aus meinem Vertrag eventuell raus, oder dann muss der Verein mich gehen lassen. Und eventuell gibt es Leute in der Zukunft, die das auch dann sagen oder auch von sich behaupten oder auch die Karte spielen und das Beispiel Golla als Beispiel aufrufen werden“, sagte der ehemalige Weltklasse-Linksaußen. Er fügte an: „Du schaffst jetzt natürlich eine Causa, die ebenfalls gefährlich werden könnte, für alles, was jetzt noch kommt.“
Nicht nur Heimweh als Grund
Im Wechsel-Poker um Golla wurde der Vertrag des Nationalspielers nach dpa-Informationen am Montag vergangener Woche außerordentlich zum nächstmöglichen Zeitpunkt hilfsweise gekündigt. Sein Kontrakt in Melsungen läuft bis 2031. Es gibt im Vertrag eine Ausstiegsklausel nach drei Jahren, die dort festgeschriebene Ablöse soll dem Vernehmen nach bei 500.000 Euro liegen.
Golla hatte in einem Post bei Instagram geschrieben: „Der Abschied von Flensburg und all den geliebten Menschen dort hinterlässt Spuren. Unsere gesamte Welt, die wir uns in acht Jahren an der Förde aufgebaut haben, hinter uns zu lassen, auch Menschen, die mich gut kennen, haben längst gesehen, dass es mir nicht gut geht. Und dass es mittlerweile nicht mehr ‚nur’ Heimweh ist, sondern meine mentale Gesundheit ernsthaft gefährdet ist.“
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