Wie Kanada unter Trumps Zöllen leidet
Kanadische Unternehmer kritisieren mangelnde staatliche Unterstützung und setzen Hoffnung auf CETA
Quick Look
- Kanadische Kleinunternehmen leiden unter US-Strafzöllen und mangelnder staatlicher Hilfe.
- Der Verbandspräsident Dan Kelly fordert Unterstützung für kleine Betriebe und sieht in CETA eine Chance zur Diversifizierung des Handels.
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Why It Matters
Kanadische Unternehmen sind von US-Strafzöllen betroffen, die unter anderem Honig und 3D-Druck-Produkte betreffen. Die Regierungshilfen sind laut CFIB auf große Unternehmen begrenzt.
Für viele Kanadier sitzt der Schock nach wie vor tief. Vom ehemals engsten Verbündeten und Nachbarn USA so gegängelt zu werden, sei verstörend, sagt Jay, der in Montreal lebt. Plötzlich müsse man immer damit rechnen, dass in den Nachrichten wieder neue US-Strafzölle verkündet werden.
Im Alltag mache sich die neue Realität besonders im Supermarkt bemerkbar, meint Elaine. Für monatliche Einkäufe gaben Elaine und ihr Mann noch bis vor Kurzem 500 Kanadische Dollar aus. Nun sind es schon 800.
Kampf ums Überleben
Kleine und mittelgroße Unternehmen in Kanada kämpfen wegen der Handelszölle schon seit Monaten ums nackte Überleben. Besonders die mit einem Kundenstamm in den USA, die von Trumps Zöllen betroffen sind, erklärt Dan Kelly, Präsident des kanadischen Verbands für unabhängige Unternehmen CFIB.
Die Auswirkungen seien verheerend, schildert Kelly. Ein kanadischer Honigproduzent schrieb ihm kürzlich, er habe Angst, einen wichtigen US-Kunden zu verlieren, den er seit Jahrzehnten beliefert.
Kanadischer Honig wird seit August von den Vereinigten Staaten mit Strafzöllen von 50 Prozent belegt, genauso Teile für Modelleisenbahnen aus dem 3D-Drucker, die ein anderes kanadisches Kleinunternehmen bisher vornehmlich in die USA verkauft hat. Sobald die Zölle in Kraft traten, konnte der Produzent beobachten, wie Kunden beim Onlineshopping genau diese Waren liegengelassen haben, wenn sie die erhobenen Zölle bemerkten, so Kelly.
Keine staatliche Unterstützung
Staatliche Unterstützung bekämen viele seiner über 100.000 Verbandsmitglieder von der kanadischen Regierung in dieser schwierigen Zeit nicht, erklärt Kelly. Denn Hilfsmaßnahmen der kanadischen Regierung kämen nur großen Unternehmen zugute.
"Wenn man nicht die Umsatzschwelle von einer Million kanadischer Dollar überschreitet, dann hat man zu keinem der Hilfsprogramme Zugang", sagte Kelly. "Und das finde ich zutiefst beschämend von unserer kanadischen Regierung. Die großen Unternehmen zu unterstützen, aber nicht die kleinen."
Hoffnung in CETA
Kanadas Absicht, künftig mehr Handel mit der EU zu betreiben, um unabhängiger von den USA zu werden, begrüßt Verbandspräsident Kelly ausdrücklich. Er hofft, dass das europäisch-kanadische Freihandelsabkommen CETA dadurch endlich von allen EU-Staaten ratifiziert wird. Darüber hinaus müsse das Abkommen aber noch erweitert werden.
Das Freihandelsabkommen habe bisher kein Kapitel, das den Handel von kleineren Unternehmen in Europa mit kleineren Unternehmen in Kanada fördere. "Es wäre toll, das noch hinzuzufügen", Kelly. Dazu gehörten auch noch weitere Handelserleichterungen, zum Beispiel der Abbau von nach wie vor existierenden bürokratischen Hürden.
Open Questions
- Wird CETA um Kapitel für Kleinunternehmen erweitert?
- Wie reagiert die kanadische Regierung auf die Kritik des CFIB?







