Wildschweine beschädigen Gräber auf Friedhöfen in Rheinland-Pfalz
Quick Look
- In mehreren Städten Rheinland-Pfalzs wie Koblenz, Kaiserslautern und Trier graben Wildschweine auf Friedhöfen Gräber auf, verursachen Schäden an Grabstätten und belasten Angehörige emotional.
- Die Tiere werden durch Trockenheit und die attraktiven Bedingungen auf Friedhöfen angelockt.
- Kommunen arbeiten mit Jagdbehörden an Lösungen wie verbesserten Zäunen und Einzelbejagung.
AI-generated summary
Why It Matters
Wildschweine suchen in Zeiten von Trockenheit nach feuchten Böden und Nahrung. Friedhöfe bieten aufgrund ihrer Bepflanzung und des Jagdverbots attraktive Bedingungen für die Tiere.
Was als Einzelfall begonnen hat, entwickelt sich mancherorts zu einem Problem: Wildschweine beschädigen in einigen Städten in Rheinland-Pfalz Gräber. So etwa in Koblenz, Kaiserslautern und Trier. Besonders betroffen sind Friedhöfe in Waldnähe. Die Städte Mainz und Worms dagegen haben das Problem nach eigener Aussage nicht.
Friedhöfe seien für Wildschweine besonders attraktiv, berichtete Frederik Grüneberg vom Landesjagdverband. Solche «beruhigten Flächen» böten ihnen reichlich Nahrung in Form von Pflanzen, Wurzeln und Insekten. Zudem seien sie für die Tiere oft sichere Rückzugsräume, weil dort nicht gejagt werden dürfe. Vor allem Friedhöfe in Waldnähe seien bei Wildschweinen beliebt, weil sie diese einfach erreichen könnten.
Auch Trockenheit ist ein Grund
In Kaiserslautern gruben Wildschweine Gräber auf dem Friedhof in Mölschbach regelrecht um, Blumen und Erde lagen um die Grabstätten verteilt, wie eine Stadtsprecherin berichtete. Das unmittelbar angrenzende Waldgebiet und viele Eichen auf dem Friedhof machten diesen attraktiv.
Die anhaltende Trockenheit sei auch ein Grund, berichtete Ilja Nudelmann von der Friedhofsverwaltung Koblenz. Wildschweine suchten gezielt nach feuchten Böden, Wurzeln und anderer Nahrung. Frisch gegossene Gräber böten dafür vergleichsweise gute Bedingungen.
Kommunen suchen nach Lösungen
Die Kommunen arbeiten gemeinsam mit Jagdbehörden an Konzepten, um Wildschweine dauerhaft fernzuhalten. Die Stadt Koblenz etwa setzt nach eigenen Angaben auf Ausnahmegenehmigungen zur Einzelbejagung.
Auch die Stadt Trier beklagt Wildschweinschäden auf Friedhöfen. Um dagegen vorzugehen, werden nach Angaben eines Sprechers unter anderem ältere Zäune auf den Anlagen durch neue ersetzt und Hinweisschilder an den Eingängen angebracht. Diese sollen dafür sorgen, dass Besucher die Tore immer geschlossen halten.
Auf gute Zäune kommt es an
In Kaiserslautern wurde der Friedhofszaun nach Angaben der Stadt ebenfalls schrittweise «wildschweinsicher» gemacht. Eine konsequente Sicherung des Zugangs zu den Friedhöfen ist auch nach Ansicht des Landesjagdverbands die wirksamste. Dazu zählen stabile Zäune sowie selbstschließende Tore und Türen.
Für viele Angehörige ist die Situation allerdings belastend. Neben der Wiederherstellung der Grabstätten wiege vor allem der emotionale Schaden schwer, teilte etwa die Stadtverwaltung Koblenz mit.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Kommunen werden die Zaunsicherungen in den nächsten Monaten abschließen.
Likely · Within months
Einzelbejagungen in Koblenz werden fortgesetzt, wenn die Schäden nicht abnehmen.
Possible · Within months
Open Questions
- Wie effektiv sind die neuen Zäune und selbstschließenden Tore langfristig?
- Gibt es alternative Nahrungsquellen für Wildschweine außerhalb der Friedhöfe?
- Wie hoch sind die finanziellen Kosten für die Kommunen durch die Schäden und Präventionsmaßnahmen?
- Wird die Einzelbejagung in Koblenz ausreichen, um die Population zu kontrollieren?



