Nach dem Zusammenbruch von Bayern-Coach Vincent Kompany fordert Freiburgs Trainer Julian Schuster einen besseren Fokus auf die Gesundheit von Trainern. Auch FC Bayern betont den starken Zusammenhalt.
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Bayern-Chefcoach Vincent Kompany erlitt am Freitag nach dem Abschlusstraining einen Zusammenbruch und musste von einem Notarzt versorgt werden.
Der Zusammenbruch von Bayern-Chefcoach Vincent Kompany geht auch Freiburgs Trainer Julian Schuster nahe. „Das nimmt man schon mit und macht sich auch Gedanken, und war natürlich auch Thema bei uns im Trainerteam und auch zu Hause“, sagte Schuster nach dem 1:3 in der Fußball-Bundesliga gegen die Münchner. „Wir Trainer sind nicht immer so sehr gut darin, auf uns selbst dann auch immer wieder zu achten, weil du natürlich auch diese Verantwortung hast.“
Kompany war am Freitag zusammengebrochen, als er nach dem Abschlusstraining der Profis für das Freiburg-Spiel noch beim Training der Bayern-Amateure zuschaute. Der Notarzt musste alarmiert werden. Ob der Zusammenbruch eine unmittelbare Folge eines Infekts war, ist offen. Wann Kompany zurückkehrt, ist ebenso unklar. Vorerst ersetzt Co-Trainer Aaron Danks den Chefcoach an der Seitenlinie.
„Ich hoffe, dass er für sich die Ruhe findet und auch selbst die Zeit gibt“, sagte der 41 Jahre alte Schuster, der den Münchnern ein in SC-Freiburg-Geschenkpapier eingewickeltes Päckchen („Kleinigkeit“) für seinen ein Jahr jüngeren Kollegen mitgab. Der Fall Kompany könne „eine gewisse Chance“ bieten, das Thema Gesundheit der Cheftrainer mehr in den Fokus zu rücken. „Es sind wir auch selbst, die das eben auch zulassen müssen“, sagte Schuster.
„Bei mir ist es auch so, dass ich bis zum heutigen Tag noch keinen Fehltag habe, weil wir natürlich auch funktionieren wollen, da sein wollen. Für unsere Mannschaft, für unser Trainerteam, für den Staff. Und dann ist es eine Aufgabe, die dich rund um die Uhr beschäftigt“, erklärte der seit Sommer 2024 amtierende SC-Coach.
Es gebe Phasen im Fußballkalender ohne freien Tag über Wochen hinweg – und entsprechend kaum Momente, um abzuschalten: „Das ist unser täglich Brot. Und deshalb geben wir uns selten die Zeit, wenn wir dann auch noch etwas haben, das dann auch entsprechend auszukurieren. Weil du auch selbst diesen Anspruch hast, da sein zu wollen, auch zu helfen.“
Wie bei Kompany, der ebenfalls Vater ist, gehe es „eben auch zu Hause weiter“, sagte Schuster. „Und wenn du das Privileg hast, alle drei, vier Tage spielen zu dürfen, dann bewegst du dich immer wieder in einem Fenster, wo du dich nach einem Spiel in einem emotionalen Zustand befindest.“ Dies müsse verarbeitet werden, gleichzeitig warte schon die nächste Aufgabe, in der „du schon wieder gefangen bist“.
Bei den Freiburgern, die wie die Münchner auch im Europapokal vertreten sind, jagt gerade eine englische Woche die nächste. Zwischen dem 11. Oktober und dem 8. November kommt der Sport-Club auf neun Pflichtspiel-Termine. Am Mittwoch geht es bereits im DFB-Pokal gegen Zweitligist VfL Wolfsburg weiter, samstags folgt das Bundesliga-Spiel beim FC Augsburg.
Die enge Taktung von Terminen kennt auch Jonas Urbig nur allzu gut. Nach dem Sieg in Freiburg stellte der Bayern-Torwart den hohen Stellenwert des Spiels heraus. „Zusammenhalt wäre die Überschrift“, erklärte der 23‑Jährige. „Für jeden Einzelnen war klar, dass dieses Spiel das Ende einer sehr, sehr schwierigen Woche ist, physisch, aber auch mental“, erklärte Urbig, der in der Schlussphase die Münchner vor dem 2:2-Ausgleich bewahrt hatte.
Der Sieg sei viel mehr wert als drei Punkte, „weil es einfach eine große Leistung ist nach dem, was wir die ganze Woche erlebt haben oder erleben mussten“, sagte Sportvorstand Max Eberl. Die Bayern hatten in Freiburg nicht nur auf Cheftrainer Kompany verzichten müssen, sondern auch auf etliche Starspieler wie Stammtorwart Manuel Neuer, Sechser Aleksandar Pavlovic oder Offensivspieler Luis Diaz. Auch Joshua Kimmich fehlte nach einem Trauerfall im engsten Familienkreis.
„Der Sieg ist für Vinnie, der Sieg ist für Jo, für seine Familie. Der Sieg ist für Lucho. Der Sieg ist für den FC Bayern und für diese Zusammengehörigkeit, die wir einfach jetzt brauchen“, betonte Eberl.
Das Team habe für Kompany und Kimmich gespielt, bestätigte Urbig und fügte an: „Wir haben für unsere angeschlagenen Spieler gespielt, die heute leider nicht dabei sein konnten. Und ich finde, wie wir das diese Woche als Mannschaft, als Verein aufgefangen haben, wirklich außergewöhnlich.“
Über Kompany sagte Urbig: „Wir hoffen einfach, dass er schnell wieder zurückkommt, aber sich auch die Zeit nimmt, weil wir ihn brauchen. Das ist ganz klar. Aber ich finde, wie wir das heute gemeinsam aufgefangen haben, das wird ihn sicherlich auch stolz machen.“
Nationaltorwart Urbig selbst erhielt ein dickes Lob von Eberl: „Jonas, haben wir immer gesagt, das ist einer, den kannst du reinschmeißen, der steht und der bringt seine Leistung“, meinte der Sportboss. „Er hat einige wirklich gute Paraden gezeigt“, ergänzte Danks.
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Aaron Danks ersetzt Vincent Kompany vorerst als Chefcoach an der Seitenlinie.
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