Wohnungsbau in Deutschland: Neubau hinkt Bedarf hinterher
Quick Look
- Eine Analyse von Jones Lang LaSalle zeigt, dass in Deutschland weiterhin Wohnraum fehlt, während der Neubau stagniert.
- Jährlich werden 50.000 Wohnungen an falschen Orten gebaut.
- Der Bedarf, besonders an kleinen Wohnungen in Metropolen, wird nicht gedeckt.
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Bundesweit fehlt in den Städten weiterhin Wohnraum, gleichzeitig kommt der Neubau kaum voran. Und zu viele Wohnungen entstehen offenbar dort, wo sie wenig gebraucht werden. Das geht aus einer Analyse des Immobilienunternehmens Jones Lang LaSalle (JLL) hervor. Demnach werden jährlich rund 50.000 neue Wohnungen in Regionen mit stagnierender oder sinkender Nachfrage gebaut.
»Es wird oft am falschen Ort gebaut. Während in ländlichen Regionen teilweise ein Überangebot entsteht, herrscht in den Metropolen und Wachstumszentren ein Mangel an neuem Wohnraum«, zitiert die Nachrichtenagentur dpa einen JLL-Vertreter.
Weiter großer Bedarf an kleinen Wohnungen
In den acht größten deutschen Städten hinke der Wohnungsbau dem Bedarf hinterher: Dort würden 42 neue Wohnungen je 10.000 Bestandswohnungen fertiggestellt, nötig seien 62. In ländlichen Räumen übersteige die Bauleistung mit 41 Wohnungen dagegen den Bedarf von 23 Einheiten deutlich. Vielerorts gebe es zudem einen hohen Bedarf an kleineren Wohnungen für Singles, dem ein Überangebot bei großen Objekten gegenüberstehe, oft Einfamilienhäuser.
Der Analyse zufolge nimmt der Wohnungsbau in Deutschland auch im laufenden Jahr nicht zu. 2026 würden vermutlich rund 211.000 Einheiten fertiggestellt, nur wenig mehr als im vergangenen Jahr. Und zu wenig, um den Bedarf zu decken. Das Neubaudefizit beziffert JLL auf rund 80.000 Einheiten pro Jahr, das sei mehr als bisher angenommen. 2025 waren in Deutschland 206.600 Wohnungen errichtet worden, der niedrigste Wert seit 2012.
Ein großes Problem blieben aber die hohen Baukosten, so die JLL-Auswertung. Der Irankrieg werde Bauen weiter verteuern, besonders bei ölbasiertem Bitumen und den Energiekosten zum Betrieb von Baumaschinen. Auch bei den Bauzinsen, die mit Inflationssorgen gestiegen sind, gebe es vorerst keine Aussicht auf Entspannung. »Bauen war noch nie so teuer wie heute«, so das Unternehmen.






