
In Großstädten führt der Weg zur neuen Wohnung oft über persönliche Kontakte statt über offizielle Inserate.
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Das Mietangebot in Großstädten ist laut einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft um bis zu 57 Prozent zurückgegangen.
Wenige Sätze wecken bei Wohnungssuchenden so viel Hoffnung wie dieser: „Ich kenne jemanden, der umzieht. Die Wohnung wird frei, soll ich dir den Kontakt herstellen?“ Gerade in den Großstädten führt der aussichtsreichste Weg zu einer neuen Wohnung nicht über offizielle Inserate im Internet, sondern über persönliche Kontakte und Whatsapp-Gruppen.
Viele Wohnungen wechseln abseits des öffentlich sichtbaren Marktes den Mieter. Keine Frage, die guten Wohnungen gingen schon immer häufig unter der Hand weg. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass sich das Phänomen verschärft.
Wie so oft liegt die Lösung in mehr Angebot
Eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt, dass das Mietangebot in Großstädten um bis zu 57 Prozent zurückgegangen ist. Ein Grund dürfte sein, dass generell weniger Leute umziehen und sie lieber ihren günstigen Mietvertrag behalten. Doch das Ergebnis lässt auch vermuten, dass einige Wohnungen gar nicht mehr inseriert werden.
Für den Einzelnen ist das nur logisch. Jeder weiß, wie knapp Wohnungen sind. Wer aus seiner Mietwohnung auszieht, schlägt daher Freunde und Bekannte dem Vermieter als Nachmieter vor. In der Summe verändert das aber den Immobilienmarkt.
Eine Wohnung bekommt nicht unbedingt, wer sie am dringendsten braucht, sondern wer über die besten Kontakte verfügt. Besonders wer neu in eine Stadt zieht, hat es schwer. Im Extremfall kann das dazu führen, dass Berufstätige nicht mehr in eine andere Region umziehen, obwohl sie dort einen besseren Job fänden.
Zwingen kann man freilich keinen Vermieter, seine Wohnung offiziell zu inserieren. Das wäre auch falsch. Auch über die Ursachen des Problems, über die richtige Regulierung und die hohen Baukosten lässt sich lange streiten. Klar ist nur: Wie so oft liegt die Lösung in mehr Angebot.
Der Immobilienmarkt in Deutschland zeigt eine schwache Dynamik: Laut Daten des Kiel Instituts für Weltwirtschaft führen immer weniger Inserate zu tatsächlichen Verkäufen. Eigentümer und Käufer finden aufgrund von Preisvorstellungen schwer zueinander.

Aufgrund der alternden Babyboomer-Generation könnten Millionen Immobilien auf den Markt kommen. Experten warnen vor einem sogenannten „Silver Tsunami“, einer demografisch bedingten Verkaufswelle, die zu sinkenden Preisen führen könnte.

Beim Hauskauf spielt die Heizungsart eine immer größere Rolle. Immobilien mit umweltfreundlichen Wärmepumpen oder erneuerbaren Energien erzielen in Frankfurt und deutschen Großstädten deutlich höhere Angebotspreise als Häuser mit alten Öl- oder Gasheizungen.

Laut dem Kiel Institut für Weltwirtschaft schwächt sich der Preisanstieg bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern ab. Inflationsbereinigt sanken die Wohnungspreise im zweiten Quartal sogar leicht um 0,9 Prozent.

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