Wut an der Cornell University nach Missbrauchsvorwürfen
Nach Enthüllungen über einen mutmaßlichen sexuellen Übergriff formiert sich an der Cornell University massiver Protest gegen Studentenverbindungen, Unileitung und Justiz.
Quick Look
- An der Cornell University herrscht nach Enthüllungen über einen mutmaßlichen sexuellen Übergriff große Wut unter Studierenden.
- Sie kritisieren die Unileitung, das Vorgehen der Justiz und fordern einen Kulturwandel in Studentenverbindungen.
AI-generated summary
Why It Matters
An der Cornell University gab es Enthüllungen über einen mutmaßlichen sexuellen Übergriff, die eine Welle der Empörung auslösten.
Claus Hecking, SPIEGEL:
»Ich stehe hier in den Räumen der Cornell University und in dem Raum hat gerade eine große Studierendenversammlung stattgefunden, und man merkt, der anfängliche Schock über diese Enthüllungen weicht immer mehr einer Welle der Wut.«
Eeshaan Chaudhuri, Vorsitzender Studentenvertretung:
»Der Umgang der Studierenden miteinander muss sich tiefgreifend verändern, insbesondere in den Studentenverbindungen.«
Claus Hecking, SPIEGEL:
»Die Studierenden sind vor allem auf drei Gruppen wütend: erstens auf die jungen Männer, die sich möglicherweise an der jungen Frau vergangen haben. Zweitens: auf die Unileitung, denn die Unileitung reagierte anfangs nur sehr zögerlich und unter anderem verdonnerte sie die jungen Männer dazu, Gesinnungsaufsätze über ihr Verhalten zu schreiben. Mittlerweile sagt die Unileitung, man habe auch andere Strafmaßnahmen ergriffen. Welche das sind, sagt sie nicht.«
Eeshaan Chaudhuri, Vorsitzender Studentenvertretung:
»Aber ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass das in diesem Fall wirklich eine Rolle spielt, und ich denke, die viel wichtigere Frage ist, warum es überhaupt so schlimm geworden ist und was wir jetzt tun können, um diese Kultur hier auf dem Campus zu ändern.«
Claus Hecking, SPIEGEL:
»Drittens richtet sich die Wut auch gegen die Justiz. Hier gab es einen Ermittler, dem die Akten vor zwei Jahren vorgelegt wurden und der sich entschied, den Fall nicht weiter zu verfolgen, weil er sagte, Jane Doe, die junge Frau, habe erklärt, am Anfang dieser Nacht seien die sexuellen Handlungen einvernehmlich gewesen, Sie habe sich darauf eingelassen. Aber die junge Dame sagte eben auch schon vor zwei Jahren, dass es sich gegen Ende dieser sexuellen Handlungen, als dann noch weitere Männer dazu kamen, angefühlt hätte wie eine Vergewaltigung. Und er hat trotzdem nicht die Ermittlungen aufgenommen.
Dann muss man noch dazu wissen, 2025 wurde hier eine Umfrage durchgeführt. 15 Prozent der Teilnehmer sagten, sie hätten schon einmal nicht-einvernehmliche sexuelle Handlungen miterlebt. Das heißt, jeder oder jede siebte hat solche nicht-einvernehmlichen sexuellen Handlungen miterlebt. Wie geht es weiter? Es kann durchaus sein, dass die jungen Männer straffrei davonkommen, weil sie behaupten, wohl durch die Bank, es sei einvernehmlich gewesen. Jane Doe behauptet, es sei nicht einvernehmlich gewesen. Dann steht möglicherweise Aussage gegen Aussage, es sei denn, weitere Beweise tauchen auf. Für Montag ist hier eine Demonstration angesagt. Jetzt wollen die Studierenden in großer Zahl auf die Straße gehen und ihrer Empörung Ausdruck geben.«
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Demonstration von Studierenden am Montag
Very likely · Within days
Open Questions
- Welche konkreten Strafmaßnahmen hat die Unileitung ergriffen?
- Wird die Justiz die Ermittlungen wieder aufnehmen?

