Internationaler Kongress erinnert an historische Versammlung vor 80 Jahren und gedenkt der NS-Verfolgung
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Die Zeugen Jehovas wurden in der NS-Zeit ab 1933 verfolgt, da sie den Hitlergruß verweigerten. 2023 ereignete sich zudem ein Amoklauf in einem Hamburger Gemeindezentrum.
Die Zeugen Jehovas erwarten an diesem Wochenende mehrere Zehntausend Besucher zu einem Kongress im Hamburger Volkspark-Stadion. Die Glaubensgemeinschaft rechnet mit insgesamt 75.000 Teilnehmern von Freitag bis Sonntag. Unter ihnen werden rund 5000 Delegierte aus 25 Ländern sein, teilte der Sprecher von Jehovas Zeugen Norddeutschland, Michael Tsifidaris, mit. Freiwillige der Gemeinschaft putzten am Dienstag bereits das Stadion.
Mit dem internationalen Kongress wollen die Zeugen Jehovas an eine Versammlung auf der Hamburger Moorweide vor 80 Jahren erinnern. 1946 waren nach Angaben des Sprechers in der kriegszerstörten Stadt 4000 Gläubige aus ganz Norddeutschland zusammengekommen. Nach der Verfolgung unter dem NS-Regime hätten sie ein entschlossenes Zeichen für Frieden und Einheit gesetzt, sagte Tsifidaris.
Zur NS-Zeit hatten die Zeugen Jehovas, die damals als Bibelforscher bekannt waren, es abgelehnt, den Hitlergruß zu zeigen oder ihre Kinder in die Hitlerjugend zu schicken. Viele verweigerten den Wehrdienst. Ab 1933 wurden sie von den Nazis verfolgt. Tausende wurden verschleppt, inhaftiert und gefoltert. Mindestens 1700 verloren ihr Leben. Am vergangenen 24. Juni wurde in Berlin ein Mahnmal eingeweiht, das an die Verfolgung und den Widerstand der Zeugen Jehovas erinnern soll.
Amoklauf löste international Betroffenheit aus
Vor gut drei Jahren hatte ein Amoklauf die Zeugen Jehovas in Hamburg erschüttert. Am 9. März 2023 war ein ehemaliges Mitglied der Gemeinschaft kurz nach einem abendlichen Gottesdienst in ein Gemeindezentrum im Stadtteil Alsterdorf eingedrungen und hatte sieben Menschen – darunter ein ungeborenes Kind – und sich selbst erschossen. Elf weitere Menschen wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft verletzt. Der Amoklauf hatte in Deutschland und international große Betroffenheit ausgelöst. Seit Anfang Mai finden in dem komplett renovierten Gebäude wieder Gottesdienste statt.
Der Bischof von Speyer, Karl-Heinz Wiesemann, ist überraschend zurückgetreten. Er galt als Reformer, der sich für das Diakonat der Frauen, eine Lockerung des Zölibats und eine schonungslose Aufarbeitung von Missbrauchsfällen einsetzte.

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