Verhandlungen über den Elbtower stocken, während die Stadt Hamburg 595 Millionen Euro für ein Naturkundemuseum bietet, aber Risiken ausschließen will.
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Die Stadt Hamburg plant die Übernahme von Teilen des Elbtowers für ein Naturkundemuseum, während das Bauprojekt durch eine Insolvenz ins Stocken geraten ist.
Doch weiterbauen kann die Gruppe erst, wenn sie den Rohbau erworben und sich mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter sowie den Gläubigern geeinigt hat. Vor allem die im Grundbuch abgesicherten Geldgeber können eine Transaktion faktisch blockieren. Nach Angaben von Signal Iduna laufen die Verhandlungen seit Anfang 2025. Bislang ist der Eigentümerwechsel nicht abgeschlossen.
Pläne für ein Museum
Eine Schlüsselrolle spielt inzwischen die Stadt Hamburg. Sie will nahezu die Hälfte des fertigen Gebäudes für ein Naturkundemuseum übernehmen und bietet dafür einen Festpreis von 595 Millionen Euro. Die Summe soll über Darlehen und Mittel aus dem Infrastruktursondervermögen finanziert werden. Öffentlich gemacht wurde das Angebot im Oktober 2025.
Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) äußerte sich zuletzt allerdings skeptisch. Seit Beginn der Verhandlungen sei viel Zeit vergangen, ohne dass ein Vertrag zustande gekommen sei, der alle Risiken für Hamburg ausschließe. Die Stadt werde nicht für ein gescheitertes privatwirtschaftliches Bauprojekt zahlen. Sie verstehe sich als Käuferin eines fertiggestellten Gebäudeteils: Der Bauträger müsse auf eigenes Risiko bauen, die Stadt prüfe anschließend die vereinbarte Leistung und zahle erst dann den festgelegten Preis.
Auch SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf erhöht nun den Druck auf die privaten Partner. Ein höheres Angebot als die 595 Millionen Euro werde es nicht geben, sagte er. Nun seien die Investoren am Zug, das Angebot anzunehmen und damit die Grundlage für weitere Verhandlungen zu schaffen. Dabei gehe es aus Sicht der SPD nicht um die Rettung des Elbtowers, sondern um die mögliche Unterbringung des Naturkundemuseums.
Noch fehlen Kaufvertrag, Parlamentsbeschluss und Baugenehmigung
Selbst eine Einigung zwischen Stadt und Konsortium würde noch keinen sofortigen Baustart bedeuten. Zunächst müsste die Hamburgische Bürgerschaft dem Kauf der Museumsflächen zustimmen. SPD und Grüne verfügen zwar über eine komfortable Mehrheit, Kienscherf kündigte jedoch eine Prüfung im Interesse der Steuerzahler an, nicht im Interesse einzelner Investoren.
Anschließend müsste sich das Konsortium mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter über den Erwerb des Rohbaus verständigen. Auch die Gläubiger müssten der Transaktion zustimmen. Erst wenn Eigentumsfragen, Finanzierung und Verträge geklärt sind, kann der Weiterbau vorbereitet werden. Während Tschentscher Zweifel erkennen lässt, erklärt Signal Iduna, die Gespräche würden konstruktiv geführt. Der Versicherer hält einen Abschluss der Verhandlungen bis zum Jahresende für möglich. Auch im politischen Hamburg ist zu hören, dass bis dahin das Projekt stehen müsse – oder eben nicht. Derzeit überwiegt noch der Optimismus in den Regierungskreisen, dass man eine gemeinsame Basis finden werde.
Hinzu kommt das Baurecht. Der Elbtower soll nach den neuen Plänen nicht mehr 245, sondern nur noch 199 Meter hoch werden. Dafür liegt nach Angaben der Becken-Gruppe ein positiver Bauvorbescheid vor, also eine vorläufige Entscheidung der zuständigen Behörde. Für die veränderte Planung wird jedoch früher oder später eine neue Baugenehmigung benötigt. Wie weit die frühere Genehmigung noch trägt, ist nicht öffentlich bekannt.
Becken hatte die Bauzeit früher auf etwa drei Jahre geschätzt, hinzu käme ein weiteres Jahr bis zum Bezug. Diese Einschätzung bezog sich allerdings noch auf den ursprünglich 245 Meter hohen Turm. Einen belastbaren Termin für Fertigstellung und Eröffnung gibt es deshalb nicht.
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Verhandlungsabschluss bis Jahresende möglich
Possible · Within months
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