Zwischenbericht: Mehrfache Bremsaktivierung beim Start eines Dreamliners in München
Quick Look
- Bei einem Startversuch eines Boeing 787 Dreamliners am Münchner Flughafen wurden laut Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen mehrfach die Bremsen aktiviert.
- Die Maschine schoss über das Ende der Startbahn hinaus, kollidierte mit Anflugbefeuerung und musste nach fast zweistündigem Kreisen über München etwa 62 Tonnen Kerosin ablassen, bevor sie sicher landen konnte.
- Personne wurde verletzt.
AI-generated summary
Why It Matters
Der Vorfall ereignete sich am Samstag gegen 14 Uhr Ortszeit am Flughafen München beim Start eines Boeing 787 Dreamliners. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen veröffentlichte einen ersten Zwischenbericht zum Ereignis.
In ihrem ersten Zwischenbericht kommt die für Unfälle und Störungen in der zivilen Luftfahrt zuständige Bundesbehörde zu der Erkenntnis, dass während des Startvorgangs des als Dreamliner bekannten Modells des US-Herstellers mehrmals die Bremsen aktiviert wurden. Allerdings bleibt weiterhin die Frage offen, ob die Piloten diese aktiv betätigt hatten oder ob ein technischer Defekt vorlag.
Als gesichert gilt, dass an diesem Samstag der Flughafen München und insbesondere die Fluggäste und die Besatzung nur knapp einer Katastrophe entgangen sind. Gegen 14 Uhr Ortszeit rollt die Maschine von Terminal 1 aus auf die Piste 26L, erhält die Startfreigabe und beschleunigt auf der Startbahn. Videos von sogenannten Planespottern zeigen schließlich, wie die Maschine über die etwa vier Kilometer lange Startbahn hinausschießt, dabei Staub aufwirbelt, ehe sie gerade noch von der grünen Wiese aus abheben kann.
Aus dem Bericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen geht hervor, dass während des Startvorgangs mehrfach die Bremsen des Flugzeugs betätigt wurden; unter anderem „während des weiteren Startlaufs“. Dokumentiert sind auch Reifenspuren „auf etwa der Höhe der Einmündung des Rollweges B4“, die zuvor entstanden waren. Warum die Bremsvorgänge ausgelöst worden waren, geht aus der vorläufigen Untersuchung nicht hervor.
Beim verspäteten Startvorgang, „etwa 240 Meter hinter der Pistenschwelle 08 R im Grasbereich“, kollidierten das Heck und die Reifen beider Hauptfahrwerke des Dreamliners mit der sogenannten Anflugbefeuerung, dem optischen Leuchtfeuersystem vor Start- und Landebahnen. Dabei wurde das Flugzeug schwer beschädigt.
Ein Weiterflug nach Vietnam war dementsprechend nicht mehr möglich. Das Cockpit sendete gegen 14.16 Uhr Ortszeit einen Funkspruch: „...is a technical problem, we expect to dump fuel...“. Es gebe ein technisches Problem, und Treibstoff müsse vermutlich abgelassen werden, so die Botschaft.
In der Folge begannen die Piloten einen nahezu zweistündigen Flug über den Großraum München, dabei wurden in mehreren Schleifen unter anderem Eggenfelden, Wasserburg am Inn, Herrsching und die Landeshauptstadt überflogen. Währenddessen begann die Crew damit, etwa 62 Tonnen Kerosin abzulassen, um den Flieger für eine Landung leichter zu machen. Nach zwei Überflügen des Airports konnte der Dreamliner schließlich wieder in München landen.
Nach der Landung wurde festgestellt, dass der Rumpf des Dreamliners während des Abhebens erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde. Zudem wurden auch vier Reifen beschädigt. Passagiere oder Mitglieder der Crew kamen nicht zu Schaden.
Hinweis der Redaktion: In der ersten Fassung des Artikels wurde nicht deutlich, dass die Zeitangabe in dem Bericht UTC war, also Universal Time Coordinated. Die Ortzeit in München ist UTC plus zwei Stunden.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen wird einen endgültigen Bericht zum Vorfall veröffentlichen.
Very likely · Within months
Open Questions
- Wurden die Bremsen von den Piloten aktiv betätigt oder lag ein technischer Defekt vor?
- Wie schwer ist der Schaden am Rumpf und an den Reifen des Flugzeugs genau?
- Wird es zu einer weiteren Untersuchung oder möglichen Konsequenzen für den Betrieb kommen?





