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Jens Spahns Leihmutterschaft und die Reaktionen der CDU
Siyaset
FAZ1 saat önceSiyaset3 dk okumaGermany

Jens Spahns Leihmutterschaft und die Reaktionen der CDU

Hızlı Bakış

  • Jens Spahns Entscheidung, durch Leihmutterschaft Vater zu werden, sorgte für Diskussionen innerhalb der CDU.
  • Während Spahn und sein Ehemann ihr Glück kommunizierten, tat sich die Partei schwer mit dem Thema, insbesondere im Hinblick auf ethische Fragen und Wahlkampfstrategien.

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Jens Spahn und sein Ehemann Funke wurden durch Leihmutterschaft Väter, was innerhalb der CDU zu internen Diskussionen und Spannungen führte.

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Wer schon einmal Vater geworden ist, weiß ja, dass auch Männer auf Wolke sieben schweben können, nachdem sie die Strapazen der Geburt überstanden haben. Und dass sie bis zum Eintritt der postpartalen Depression davon überzeugt sind, die ganze Welt werde sich mit ihnen über den neuen Erdenbürger freuen, obwohl der ja ein potentieller Konkurrent ist, ob am Arbeitsplatz oder am Ballermann.

Ganz offensichtlich rechnete auch Jens Spahn damit, dass zumindest die Deutschen so „schockverliebt in den kleinen Mann“ sein würden wie seine beiden Väter; über die Gefühle der beiden Mütter ist noch nichts bekannt geworden. Spahn und sein Ehegatte Funke hatten ihr Baby-Glück ja auch hochprofessionell kommuniziert: mittels einer Exklusivstory in der „Bild“-Zeitung, die entsprechend kinderfreundlich ausfiel.

Und dann zitierte Funke auch noch den großen Philosophen Beckenbauer, der gesagt hatte: „Der liebe Gott freut sich über jedes Kind.“ Beckenbauers außerehelicher Sprössling war allerdings auf konventionelle Weise gezeugt worden, angeblich auf einer Weihnachtsfeier des FC Bayern. Wie hätte der liebe Gott sich da nicht freuen können?

Der Kanzler, selbst schon begeisterter Großvater, konnte mit dem 46 Jahre alten Spahn ebenfalls nicht schimpfen wie mit einer Sechzehnjährigen, die sich auf dem Schützenfest hinterm Zelt hat schwängern lassen. Dabei wäre es Merz anfangs vielleicht sogar lieber gewesen, wenn Spahn auf diese Weise zu seinem ersehnten Nachwuchs gekommen wäre. Dann hätte es nicht Spahns „Spagat zwischen meiner privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft und der nachvollziehbaren Erwartung an mich als Vorsitzenden unserer Fraktion“ geben müssen, mit all den Folgen, die er hatte.

Die CDU hielt den Schmerz im Schritt nicht aus

Die restliche CDU hielt den Schmerz, der beim Spagat im Schritt auftreten kann, nämlich nicht aus. Daher dankte sie Spahn nicht einmal dafür, dass es nun einen weiteren Rentenbeitragszahler gibt (falls der kleine Georg, bisher wohl nur Amerikaner, sich entscheidet, eines Tages in Deutschland in die Rentenkasse einzuzahlen).

Auch die Wahlkämpfer der CDU im Osten verstanden nicht, welches Geschenk Spahns Kind für sie ist beziehungsweise gewesen wäre. Den ganzen Sommer lang hätte die Gretchenfrage nicht gelautet „Wie hältst du es mit der AfD?“, sondern „Ist wenigstens die altruistische Leihmutterschaft ethisch vertretbar?“. Die CDU hätte damit die Gespräche am Stammtisch und am Wahlkampfstand mit einem weiteren wunderbaren Minderheitenthema bereichert.

Verständnis fand Spahn bei Frauke Brosius-Gersdorf

Verständnis fand Spahn aber bei Frauke Brosius-Gersdorf, die er seiner Fraktion als Verfassungsrichterin vorgeschlagen hatte; Verschwörungstheoretikern geht spätestens jetzt ein Licht auf. Die bekannte Juristin meinte zwar, es sei „doppelbödig und politisch unglaubwürdig“ gewesen, dass Spahn sich nicht von der „paternalistischen“ Haltung seiner Partei distanziert habe. Doch grundsätzlich ist Brosius-Gersdorf für die Legalisierung der Leihmutterschaft in Deutschland: Es gebe ja auch ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben, auf Rauchen, Alkoholtrinken und Hochrisikosport. Sehr überzeugende Vergleiche! Wenn man sich ins Koma saufen oder auf dem Mount Everest selbstbestimmt erfrieren darf, wird man doch wohl auch noch das Kind anderer austragen dürfen!

Das Menschenbild des Grundgesetzes, so die Verfassungsrechtlerin, verbiete es, Frauen gegen ihren erklärten Willen vor sich selbst zu schützen. Gilt das aber auch für das schwache Geschlecht, die Männer? Hätte man Spahn vor sich selbst schützen dürfen, vielleicht sogar müssen? Falls ja, wessen Aufgabe wäre das gewesen? Die des Kanzlers? Der scheint nicht todunglücklich darüber zu sein, dass er nach Spahn nun einen Fraktionsvorsitzenden hat, der ihm ein getreuer Eckart ist und dessen Familienplanung, er hat schon drei Kinder, als abgeschlossen gilt. Die Sommerpause, in die auch die „Fraktur“ geht, kann endlich beginnen.

Açık Sorular

  • Wie wird die CDU zukünftig mit dem Thema Leihmutterschaft umgehen?
  • Welche Rolle wird Georgs amerikanische Staatsbürgerschaft spielen, falls er in Deutschland Rentenbeiträge zahlen soll?

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