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Stefan Weckbach wird neuer Chef der Mercedes-Sportwagentochter AMG
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Handelsblatt01.07.2026Business5 dk okumaGermany

Stefan Weckbach wird neuer Chef der Mercedes-Sportwagentochter AMG

Hızlı Bakış

  • Stefan Weckbach tritt seine Stelle als Chef der Mercedes-Benz-Sportwagentochter AMG an.
  • Der ehemalige VW-Chefstratege soll AMG, eine "Cashcow" für Mercedes, durch eine Produktoffensive und die Transformation zur Elektromobilität führen, um ambitionierte Absatzziele zu erreichen.

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Stefan Weckbach, ehemaliger VW-Chefstratege, übernimmt die Leitung der Mercedes-Benz-Sportwagentochter AMG, die als "Cashcow" gilt, aber vor großen Herausforderungen steht. Er war zuvor bei Porsche für die Entwicklung des elektrischen Taycan verantwortlich.

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Düsseldorf. Von Stefan Weckbach gibt es noch kein aktuelles Foto, das sein neuer Arbeitgeber präsentiert. Dabei tritt der Manager am Mittwoch seine Stelle als Chef der Mercedes-Benz-Sportwagentochter AMG an.

Weckbach hatte im Herbst den Konkurrenten Volkswagen verlassen, wo er Chefstratege von CEO Oliver Blume war. Seither hat Weckbach selbst mit engen künftigen Mitarbeitern so gut wie keinen Kontakt gehabt – wegen Sperrzeitregelungen in seinem alten Vertrag.

Das Handelsblatt machte den Wechsel im Dezember publik. Zum 1. Juli tritt Weckbach die Stelle bei AMG an, die zu einer Schlüsselposition im Konzern avanciert ist. AMG gilt intern als „Cashcow“. Während Umsatz, Gewinn und Absatz von Mercedes sinken, wächst die 1967 gegründete Sportwagentochter seit Jahren.

Die Tuningfirma entwickelt zwar nur die Sportwagen der GT-Baureihe in Gänze selbst, stattet pro Jahr aber mehr als 100.000 Mercedes-Serienfahrzeuge mit besonders starken Motoren aus. Insgesamt verkaufte AMG vergangenes Jahr rund 142.000 Einheiten. Diese stehen zwar nur für acht Prozent des Pkw-Absatzes von Mercedes, nach Analystenschätzungen aber für 15 bis 20 Prozent des Konzerngewinns.

Weckbach führt als AMG-Chef ein Unternehmen im Konzern. Er ist für verschiedene Bereiche wie Einkauf, Vertrieb und Produktion verantwortlich, die bei Mercedes einzelne Abteilungen sind. Die Stelle bei AMG ist direkt unterhalb des Mercedes-Vorstands angesiedelt.

Ursprünglich hatte der 49-Jährige auf den Chefposten bei der VW-Sportwagentochter Porsche gehofft. Sein enger Vertrauter Blume, bis vergangenes Jahr in Personalunion auch CEO von Porsche, wollte ihn als seinen Nachfolger positionieren. Doch in Gesprächen mit der Porsche-Familie soll er nicht überzeugt haben, heißt es in Industriekreisen. Die Familie Porsche gab Ex-McLaren-Chef Michael Leiters den Vorzug.

„Stefan ist ein intelligenter und ruhiger Charakter, dessen Kompetenz sehr geschätzt wird“, sagt ein langjähriger Wegbegleiter über ihn. „Er kann Projekte als Architekt sehr gut nach vorn bringen, ist aber nicht der Typ, der den Raum einnimmt und ganz vorn steht.“ Die fehlende Führungspersönlichkeit soll gegen die Beförderung zum Porsche-Chef gesprochen haben.

Stattdessen war er dann als Entwicklungsvorstand von Porsche im Gespräch, doch auch dieser Posten wurde ihm verwehrt. „Das hat ihn schwer getroffen“, sagt ein Insider – und es führte dazu, dass Weckbach Volkswagen Ende November verließ. Ihm sollen im VW-Reich noch andere leitende Posten im Ausland angeboten worden sein, doch der gebürtige Bayer soll abgelehnt haben, weil er aus familiären Gründen wieder in Süddeutschland arbeiten wollte.

Nun arbeitet der verheiratete Vater von zwei Töchtern am AMG-Stammsitz in Affalterbach bei Stuttgart – 20 Kilometer von Porsche in Zuffenhausen entfernt. Mercedes-Vertriebsvorstand Mathias Geisen soll Konzernchef Ola Källenius die Personalie empfohlen haben, heißt es in Industriekreisen. Källenius soll sich daraufhin für Weckbach starkgemacht haben – trotz der mehrmonatigen Übergangszeit.

Es ist das erste Mal, dass Mercedes für den AMG-Chefposten jemanden von außen holt. Bisher galt dieser als Karrieresprungbrett für den eigenen Nachwuchs. Källenius etwa war von 2010 bis 2013 AMG-Chef.

Weckbachs Abgang bei Volkswagen im Herbst kam Mercedes offenbar gelegen. Denn zu diesem Zeitpunkt war schon absehbar, dass der bisherige AMG-Chef Michael Schiebe im Dezember als Produktionschef in den Konzernvorstand aufsteigen würde. Mercedes dürfte Weckbach den Vorzug vor internen Kandidaten gegeben haben, weil er als ausgewiesener Sportwagenexperte gilt.

Einen Namen machte sich Weckbach mit der Entwicklung des elektrischen Taycan, der 2019 vorgestellt wurde. Es war der erste vollelektrische Sportwagen von Porsche und einer der meistverkauften der Branche. Danach wurde der Manager Chef der Baureihe Cayenne, die zu den Porsche-Bestsellern zählt. Seine Entwicklungserfahrungen dürften bei AMG gut ankommen, der Großteil der 2400 Beschäftigten ist in dem Bereich tätig.

Nach 15 Jahren bei Porsche holte Konzernchef Blume Weckbach 2023 nach Wolfsburg. Dort arbeitete er an den großen Fragen zur Ausrichtung des Konzerns, unter anderem an Sanierungsplänen. Weckbach hat auch die Arbeit mit dem amerikanischen Elektro-Start-up Rivian vorangetrieben. Er galt als einer der einflussreichsten, aber öffentlich eher leisen Strategen von VW.

Bei AMG muss sich Weckbach nun erstmals in einem Führungsgremium beweisen. AMG als Teil von Mercedes ist überschaubarer als Porsche. Dennoch ist der Druck hoch: Auch wenn die dezidierte Luxusstrategie von Mercedes nicht so aufgegangen ist wie erhofft, müssen vor allem die Verkäufe von Oberklassewagen anziehen, um die mittelfristigen Ziele zu erreichen. Mercedes will bis 2028/29 im Pkw-Geschäft eine Marge von acht bis zehn Prozent erreichen. Gerade sind es nur 4,1 Prozent.

Dazu soll der Absatz des Oberklassesegments überproportional um mehr als 15 Prozent auf 300.000 Fahrzeuge wachsen. Dazu zählen neben AMG-Sportwagen Fahrzeuge der Nobelmarke Maybach, die Luxuslimousine S-Klasse oder der Geländewagen G-Klasse. Diese Baureihen sorgen mit sechsstelligen Preisen für Renditen von 20 Prozent und mehr.

Als AMG-Chef ist Weckbach auch für diese Modelle verantwortlich.

Allerdings ist die Nachfrage nach Oberklassewagen aufgrund der wirtschaftlichen Lage rückläufig. Das gilt vor allem für den weltgrößten Markt China, infolge des Irankriegs aber auch für die Golfstaaten. Insgesamt sind die Verkäufe in dem Segment im ersten Quartal um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geschrumpft.

Der Absatz von AMG soll bis 2030 auf 200.000 Einheiten steigen – das wären über 40 Prozent mehr als jetzt. Damit will AMG zur BMW-Performancemarke M aufschließen, die vergangenes Jahr knapp 214.000 Fahrzeuge verkauft hat. Porsche lieferte knapp 279.000 Fahrzeuge aus.

Weckbach muss die von seinem Vorgänger angestoßene Produktoffensive umsetzen. Zwischen 2026 und 2028 sollen 27 neue und überarbeitete Modelle auf den Markt kommen. Die Vielzahl der Fahrzeuge dürfte die AMG-Beschäftigten an die Grenze der Belastung bringen, heißt es intern.

Weckbach muss dabei auch die Transformation zur Elektromobilität bewältigen: Im Mai stellte AMG mit dem GT-Viertürer-Coupé den ersten reinen E-Sportwagen vor. Zwei weitere Stromer sind geplant. Allerdings haben sich Sportwagenenthusiasten markenübergreifend nur selten von Stromern überzeugen lassen. Weckbachs Erfahrungen mit dem elektrischen Taycan sollen nun helfen.

Weckbach muss auch die Marke Maybach neu aufladen. Diese war mit der S-Klasse vor allem in China ein Gewinngarant. Allerdings ist der Luxusmarkt mit neuen chinesischen Konkurrenten hart umkämpft. Auch bei der G-Kasse stehen Neuerungen an, die Weckbach begleiten muss. Es soll eine Neuauflage des G-Klasse-Cabriolets geben. Zudem enthält die G-Klasse eine kleinere Version, die „g-Klasse“.

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  • 27 neue und überarbeitete AMG-Modelle kommen zwischen 2026 und 2028 auf den Markt.

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  • Der Absatz von AMG soll bis 2030 auf 200.000 Einheiten steigen.

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Açık Sorular

  • Wie wird Weckbach die Transformation zur Elektromobilität bei AMG vorantreiben?
  • Wie wird sich die Nachfrage nach Oberklassewagen in China und den Golfstaaten entwickeln?
  • Wie wird Weckbach die Marke Maybach neu beleben?

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