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DAX-Rückgang und steigende Ölpreise belasten Märkte
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Tagesschau Wirtschaftvor 5 StundenBusiness3 Min. LesezeitGermany

DAX-Rückgang und steigende Ölpreise belasten Märkte

EZB-Zinsentscheid und gemischte Unternehmenszahlen von Commerzbank, SAP, Tesla und Alphabet im Fokus.

Auf einen Blick

  • Der DAX fiel um 0,8 % auf 24.943 Punkte, belastet durch steigende Ölpreise aufgrund von Spannungen im Iran-Krieg und Huthi-Angriffen.
  • Der EZB-Zinsentscheid wird erwartet, während UniCredit eine Commerzbank-Übernahme plant.
  • SAP, Tesla und Alphabet präsentierten ebenfalls wichtige Unternehmenszahlen.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Der DAX fiel, während die Ölpreise aufgrund geopolitischer Spannungen und Angriffe auf Öltanker stiegen, was Sorgen vor Inflation verstärkt. Der EZB-Zinsentscheid und diverse Unternehmensbilanzen prägen den Handelstag.

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Die jüngste Aufwärtsbewegung im DAX ist erst einmal zum Erliegen gekommen. Der deutsche Leitindex fiel zu Handelsbeginn in Frankfurt um 0,8 Prozent auf 24.943 Punkte. Steigende Ölpreise wegen der anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg bleiben ein Problem für die Märkte, urteilt Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners: "Die steigenden Energiekosten lassen die Sorgen vor einer neuen Inflationswelle zunehmen."

Der Ölpreis ist am Morgen auf den höchsten Stand seit Anfang Juni gestiegen. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuert sich um bis zu 2,6 Prozent auf 96,47 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Öl der Sorte WTI notiert 2,1 Prozent fester bei 88,67 Dollar.

Das liegt zum einen an zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Iran: Der iranische Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf warnt vor den Folgen einer Zerstörung der iranischen Infrastruktur. Wenn die Sicherheit Teherans nicht gewährleistet sei, sei keine Infrastruktur sicher, erklärt er auf der Kurznachrichtenplattform X. Die Sicherheit der Straße von Hormus hänge vom Fernbleiben der US-Streitkräfte ab. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor angekündigt, iranische Infrastruktur zu zerstören, wenn Iran auf ein Schiff in der Straße von Hormus schieße.

Zudem kam es in der Nacht zu Angriffen auf Öltanker: Die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen greifen nach eigenen Angaben zwei saudische Öltanker an. "Die Ölpreise sind einem seltenen Risiko durch gleichzeitige Störungen sowohl am Bab al-Mandab als auch an der Straße von Hormus ausgesetzt", sagte Priyanka Sachdeva, Marktanalystin bei Phillip Nova.

Im Mittelpunkt steht heute der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Währungshüter werden nach der Zinserhöhung im Juni wohl zunächst pausieren und sich eine weitere Anhebung offenhalten. "Spannender als die Zinsentscheidung an sich ist die Frage, ob die EZB verbal einen Zinsschritt für den September vorbereitet", sagte Altmann.

Unternehmensseitig dürfte heute einmal mehr die Commerzbank in den Fokus geraten: Die italienische Großbank UniCredit stellt sich auf eine baldige Kontrollübernahme bei der Frankfurter Commerzbank ein. Die Genehmigungen der Aufsicht für das vor wenigen Wochen abgelaufene Übernahmeangebot könnten bereits im vierten Quartal erfolgen, so die UniCredit. Die EZB muss dem Vollzug zustimmen. Die Italiener wollen dann versuchen, die Kontrolle über die Commerzbank durchzusetzen und ihre Strategiepläne "kurz danach" zu verwirklichen. Um dies zu erreichen, werde man - falls nötig - eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen.

Auf der Unternehmensseite warten Anleger in Deutschland heute außerdem auf die Bilanzzahlen von SAP. SAP-Chef Christian Klein steht unter Druck, die Aktien des Softwareanbieters haben in diesem Jahr rund ein Drittel an Wert eingebüßt. Grund sind die Zweifel, ob klassischen Softwareanbieter mit ihrem Geschäftsmodell dem Druck von KI-Apps standhalten können. In den USA blicken Anleger zudem auf die Geschäftszahlen von Unternehmen wie Intel und T-Mobile.

Die Anleger an den US-Börsen haben sich am Mittwoch zurückgehalten. Der von großen Tech-Konzernen dominierte Nasdaq 100 verlor 0,5 Prozent auf 28.998 Punkte. Der überwiegend mit Standardwerten bestückte Wall-Street-Index Dow Jones Industrial schloss nahezu unverändert bei 52.218 Zählern. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,1 Prozent auf 7.498 Punkte nach.

Der Nutzfahrzeug-Hersteller Daimler Truck hat dank Fortschritten in den Vereinigten Staaten die Prognose erhöht. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll im laufenden Jahr zwischen 3,6 und 4,1 Milliarden Euro liegen. Damit wurde die Spanne um jeweils 400 Millionen erhöht.

Die Deutsche Börse hat im zweiten Quartal dank guter Geschäfte rund um Finanzmarkt-Produkte erneut kräftig zugelegt. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um zehn Prozent auf 980 Millionen Euro nach oben. Nach dem starken zweiten Quartal hebt die Deutsche Börse außerdem ihren Ausblick für das Gesamtjahr an.

Tesla hat erstmals seit mehr als zwei Jahren mit hohen Ausgaben für KI und Robotik Geld verbrannt. Das Unternehmen verzeichnete im zweiten Quartal einen negativen Cashflow, also einen Mittelabfluss, von 1,1 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn lag bei 33 Cent pro Aktie. Konzernchef Elon Musk hatte den Fokus zuletzt verstärkt von der Autoproduktion auf KI-Projekte wie selbstfahrende Taxis und humanoide Roboter verlagert, doch die Entwicklung von Technologien für autonomes Fahren verläuft langsamer als von Experten erwartet.

Die milliardenschweren Investitionen in neue Rechenzentren zahlen sich für Alphabet aus. Die Umsätze von Google Cloud stiegen um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar. Der Konzernumsatz von Alphabet stieg im Berichtszeitraum währungsbereinigt um 23 Prozent auf 119,8 Milliarden Dollar. Gleichzeitig vervierfachte sich der Gewinn je Aktie.

Das IT-Unternehmen IBM hat nach dem enttäuschend verlaufenen Quartal die Umsatzprognose für das laufende Jahr leicht gesenkt. Firmenchef Arvind Krishna kündigte am Mittwoch nach US-Börsenschluss an, die Kosten noch stärker drücken zu wollen.

Ein überraschend starkes Quartalsergebnis legte Texas Instruments vor: Der Umsatz stieg um 23 Prozent auf 5,46 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie habe sich um 52 Prozent auf 2,14 Dollar erhöht.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Die EZB wird verbal einen Zinsschritt für September vorbereiten.

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Wochen

  • UniCredit wird versuchen, die Kontrolle über die Commerzbank durchzusetzen und Strategiepläne kurz danach verwirklichen.

    Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten

Offene Fragen

  • Wird die EZB im September die Zinsen anheben?
  • Wann genau erhält UniCredit die Genehmigung zur Commerzbank-Übernahme?
  • Wie werden SAP und Tesla auf den Druck von KI-Apps reagieren?

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This article was originally published by Tagesschau Wirtschaft.

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