DGB fordert Kurswechsel in der Rentenpolitik
Gewerkschaftsbund schlägt höheres Rentenniveau, verpflichtende Betriebsrenten und neue Finanzierungsquellen vor.
Auf einen Blick
- Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert in den Empfehlungen seiner Rentenkommission einen Kurswechsel in der Rentenpolitik.
- Vorgeschlagen werden ein höheres Rentenniveau (zunächst 50%, später 53%), verpflichtende Betriebsrenten für alle Beschäftigten und zusätzliche Finanzierung durch Vermögenssteuern.
- Die Kommission lehnt eine Anhebung des Renteneintrittsalters ab und will die "Rente mit 63" beibehalten.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Der DGB setzte im Januar 2026 eine Rentenkommission ein, um parallel zur Regierungskommission Vorschläge für die Zukunft der Alterssicherung zu erarbeiten. Die Regierungskommission hatte ihre Empfehlungen bereits am Dienstag veröffentlicht.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. In den Empfehlungen seiner Rentenkommission, die an diesem Freitag vorgestellt werden sollen, spricht sich der Verband für ein höheres Rentenniveau, eine verpflichtende betriebliche Altersversorgung für alle Beschäftigten und zusätzliche Finanzierungsquellen über hohe Vermögen aus.
Die Kommission war vom DGB im Januar 2026 eingesetzt worden und sollte parallel zu der von der Bundesregierung eingesetzten Rentenkommission, die am Dienstag ihre Empfehlungen veröffentlicht hatte, ebenfalls Vorschläge für die Zukunft der Alterssicherung erarbeiten – quasi als Gegen-Kommission. Dem Gremium gehörten neben DGB-Chefin Yasmin Fahimi Vertreterinnen und Vertreter aus Gewerkschaften, Wissenschaft, Sozialverbänden und Politik an, darunter IG-Metall-Chefin Christiane Benner, VdK-Präsidentin Verena Bentele, die früheren Parteivorsitzenden Ricarda Lang (Grüne) und Kevin Kühnert (SPD) sowie der frühere CDU-Sozialpolitiker Peter Weiß.
Das Rentenniveau soll nach den Vorstellungen dieser Kommission zunächst auf 50 Prozent und später auf 53 Prozent vor Steuern steigen. Ergänzt werden soll dies durch eine flächendeckende betriebliche Altersversorgung. Arbeitgeber sollen verpflichtet werden, für ihre Beschäftigten eine tariflich organisierte Betriebsrente anzubieten und dafür jährlich zwei Prozent des Bruttolohns einzuzahlen, mindestens jedoch 988 Euro pro Jahr.
»Rente mit 63« soll bleiben
Zugleich wendet sich die Kommission gegen eine Anhebung des Renteneintrittsalters, wie von der Alterssicherungskommission vorgeschlagen. Die Rente für besonders langjährig Versicherte solle erhalten bleiben. Zudem schlägt das Gremium vor, die Altersrente für Schwerbehinderte auch für Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu öffnen. Wer krankheitsbedingt nur noch in Teilzeit arbeiten könne, solle eine Teilrente ohne Abschläge erhalten.
Weitere Vorschläge betreffen Menschen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien. Sorgearbeit soll rentenrechtlich stärker berücksichtigt werden. Bei gemeinsamer Kindererziehung sollen Rentenansprüche auf beide Elternteile aufteilbar sein. Pflegezeiten sollen auch während des Rentenbezugs rentensteigernd wirken. Außerdem fordert der DGB Erleichterungen beim Grundrentenzuschlag und einen allgemeinen Freibetrag für gesetzliche Renten in der Grundsicherung.
Finanziert werden soll das Konzept nach Vorstellungen des DGB durch eine Mischung aus Beiträgen, zusätzlichen Steuermitteln und einer breiteren Zahl von Einzahlenden. Vorgeschlagen wird ein dauerhafter Demografie-Zuschuss des Bundes, der unter anderem über zusätzliche Steuern auf hohe Vermögen aufgebracht werden soll. Außerdem plädiert die Kommission dafür, die Rentenversicherung schrittweise zu einer Erwerbstätigenversicherung auszubauen. Einbezogen werden sollen zunächst neue und bislang nicht obligatorisch abgesicherte Selbstständige sowie Abgeordnete im Bund und in den Ländern.
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Die Empfehlungen der DGB-Rentenkommission werden an diesem Freitag vorgestellt.
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen
Das Rentenniveau soll nach den Vorstellungen der Kommission auf 50% und später auf 53% steigen.
Spekulativ · Innerhalb von Monaten
Offene Fragen
- Wie werden die DGB-Vorschläge von der Bundesregierung aufgenommen?
- Welche konkreten Auswirkungen haben die Finanzierungsvorschläge auf hohe Vermögen?


