Israel-Iran-Konflikt belastet Aktienmärkte - Ölpreise steigen
Auf einen Blick
- Der erneute Konflikt zwischen Israel und Iran hat die Aktienmärkte belastet.
- Der DAX erholte sich nach anfänglichem Minus, während Ölpreise auf über 94 Dollar pro Barrel stiegen.
- Die EZB-Geldpolitik steht in der kommenden Woche im Fokus.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Der Konflikt zwischen Israel und Iran ist Teil einer langjährigen Rivalität in der Region.
Die erneuten Kämpfe zwischen Israel und Iran haben die Aktienmärkte belastet. Beide Länder vermeldeten gegenseitigen Raketenbeschuss - obwohl US-Präsident Donald Trump den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu Medienberichten zufolge zur Mäßigung aufgefordert hatte. Dies gefährdet auch ein mögliches Abkommen zwischen Iran und den USA. Der deutsche Leitindex DAX tendierte zunächst deutlich im Minus, konnte sich aber im späteren Handel von seinem Tagestief erholen. Der Schlussstand lag bei 24.616 Punkten, ein Verlust von 0,6 Prozent. Dazu trug auch bei, dass Iran am Nachmittag ankündigte, seine Angriffe auf Israel wieder einzustellen. Auch an der Wall Street erholten sich bis zum frühen Abend die Kurse. Während der Aktienmarkt zurückfiel, legten die Ölpreise zu. Am frühen Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent über 94 Dollar. "Damit sind alle Befürchtungen hinsichtlich einer hartnäckigen Inflation zurück im Markt und treffen auf Anleger, die sich jetzt entscheiden müssen, ob sie vor der Sommerpause lieber noch etwas Risiko aus ihren Depots nehmen", resümierte Andreas Lipkow, Chefanalyst des Brokers CMC Markets. Die Entscheidung der OPEC+ vom Sonntag, die Förderziele erneut anzuheben, scheint vor dem Hintergrund der Ereignisse zu verpuffen. Die sieben Kernmitglieder hatten sich darauf verständigt, ihre Quoten ab Juli um rund 188.000 Fass pro Tag zu erhöhen. Es ist bereits die vierte Anhebung innerhalb von vier Monaten. Insgesamt haben sie somit seit April die Förderziele um fast 600.000 Barrel pro Tag erhöht. Allerdings können einige Mitglieder wegen des Iran-Krieges nicht mehr fördern, da sie das Öl aufgrund der Blockade der Straße von Hormus nicht verschiffen können. Neben den geopolitischen Sorgen steht in dieser Woche die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) im Fokus. Am kommenden Donnerstag werden die Notenbanker ihre Leitzinsentscheidung verkünden. Aktuell rechnen die meisten Experten mit einer Anhebung der Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte. Hintergrund ist der jüngste Anstieg der Inflation, der sich durch die aktuellen Entwicklungen verschärfen könnte. Denn seit dem Ausbruch des Iran-Krieges sind die Verbraucherpreise vor allem wegen des hohen Ölpreises gestiegen: Lag die Teuerungsrate im Februar noch bei 1,9 Prozent, waren es im Mai schon 3,2 Prozent. "Wenn die Europäische Zentralbank kommunikativ unterstreicht, dass sich die Rohölspur weiter durch die Inflationsprognosen zieht, bleibt die Tür für eine geldpolitisch straffere Zinslandschaft offen", schreibt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. Die US-Börsen hatten am Freitag - angeführt von einem massiven Abverkauf bei den Technologiewerten - stark nachgegeben. Auslöser dafür waren unerwartet gute US-Arbeitsmarktdaten. "Eine viel zu heiße Beschäftigung in den USA schürt panische Angst vor einer hartnäckigen Inflation und zerstört jegliche Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der Fed völlig", kommentierte Marktexperte Tim Ritschar von ActivTrades. Zu den unerwünschten Nebenwirkungen einer strafferen Geldpolitik gehört, dass höhere Zinsen dämpfend auf die Konjunktur wirken. Für die deutsche Wirtschaft käme das zur Unzeit, wie die frischen Daten zu den Industrieaufträgen zeigen. Das Neugeschäft fiel um 3,8 Prozent geringer aus als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die sich wieder verschärfende Lage im nahen Osten hat auch Aktien von Unternehmen aus den Bereichen Luftfahrt und Touristik einen Dämpfer verpasst. Für die Anteilsscheine von TUI und Lufthansa ging es zunächst um bis zu 3,8 Prozent nach unten.
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Weitere Marktschwächen bei anhaltender Geopolitik
Wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen
EZB passt Leitzinsen an
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Wochen
Offene Fragen
- Wie wird die internationale Gemeinschaft reagieren?
- Welche langfristigen Auswirkungen auf die Ölpreise?





