Sorge vor neuem Handelskrieg: Ifo-Präsident warnt wegen US-Strafzöllen vor Rezession in Deutschland
Ifo-Präsident Clemens Fuest befürchtet erhebliche Folgen für die deutsche Wirtschaft, sollte die EU mit Gegenzöllen auf US-Produkte reagieren
Auf einen Blick
- Ifo-Präsident Clemens Fuest warnt vor einer Rezession in Deutschland im Jahr 2026, falls die USA die Strafzölle auf EU-Autos erhöhen und die EU mit Gegenzöllen reagiert.
- Die USA wollen die Zölle auf Auto- und Lastwagenimporte von 15 auf 25 Prozent erhöhen.
- Die deutschen Autoexporte in die USA würden dadurch stark getroffen.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Die USA und die EU hatten im September 2025 ein Handelsabkommen geschlossen, das die Auto-Zölle auf 15 Prozent senkte. Nun plant Trump eine Erhöhung auf 25 Prozent. Die deutsche Autoindustrie ist bereits in einer schwierigen Lage.
Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, warnt angesichts drohender neuer US-Zölle vor erheblichen Risiken für die deutsche Wirtschaft. Der Ökonom befürchtet ernsthafte Folgen, sollte die EU ihrerseits Zölle auf US-Produkte erheben. Fuest sagte der »Bild«-Zeitung: »Falls daraus ein neuer Handelskrieg wird, droht Deutschland 2026 eine Rezession.
US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag eine deutliche Erhöhung der Einfuhrzölle auf Fahrzeuge aus der EU angekündigt. Die USA wollen demnach Zölle auf Auto- und Lastwagenimporte aus der EU von 15 auf 25 Prozent erhöhen. Die neuen Sätze sollen ab kommender Woche gelten.
Laut Fuest treffen die Zollerhöhungen die deutsche Autoindustrie »in einer ohnehin schwierigen Lage«. Deutschland ist für einen großen Teil der Autoexporte aus der EU verantwortlich und würde von höheren Zöllen vermutlich hart getroffen werden.
Eine Sprecherin der für die Handelspolitik der Staatengemeinschaft zuständigen EU-Kommission erklärte am Samstag: Sollten die USA die höheren Zölle einführen, behalte man sich »alle Optionen vor, um die Interessen der EU zu schützen«.
Jens Südekum, Ökonom und Berater von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), riet der EU via »Bild« erst mal abzuwarten. Zunächst solle geprüft werden, ob die angekündigten US-Zölle tatsächlich erhoben würden, sagte Südekum. Brüssel riet er für den Fall des Eintretens zu »angemessenen Gegenmaßnahmen«.
Die EU und die USA hatten im September 2025 ein umfassendes Handelsabkommen für zahlreiche Bereiche geschlossen. Damit sollte auch eine rückwirkende Senkung der Zölle für EU-Autoexporte in die USA von zuvor 27,5 Prozent auf 15 Prozent einhergehen.
Trumps Ankündigung erfolgte nun kurz nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den US-Präsidenten scharf kritisiert hatte. Trump forderte Merz daraufhin auf, sich auf die Beendigung des Ukrainekriegs zu konzentrieren, anstatt sich in die Angelegenheiten Irans »einzumischen«. Zudem solle Merz »sein marodes Land in Ordnung bringen«, erklärte Trump am Donnerstag.
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Die USA werden die angekündigten Zölle ab kommender Woche tatsächlich einführen
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen
Die EU wird mit Gegenzöllen reagieren, um die eigenen Interessen zu schützen
Wahrscheinlich · Innerhalb von Wochen
Bei Eskalation droht Deutschland 2026 eine Rezession
Möglich · Innerhalb von Monaten
Offene Fragen
- Werden die USA die Zölle tatsächlich erheben?
- Wie wird die EU konkret reagieren?
- Welche US-Produkte könnten von Gegenzöllen betroffen sein?



