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17-Jähriger aus London auf russischer Sanktionsliste
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Spiegel Wirtschaft·1h ago·🇩🇪Germany·World

17-Jähriger aus London auf russischer Sanktionsliste

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#Sanktionen#Russland#Kryptowährung#Geldwäsche#Ukraine#BillBrowder#AlexanderBrowder#CatherineBelton
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Von den russischen Sanktionen gegen ihn erfuhr der 17-Jährige im Wirtschaftsunterricht, wie er erzählt. Alexander Browder, Highschool-Schüler aus London, las eine Nachricht auf seinem Laptop: Moskau hat seinen Namen ganz oben auf eine neue Sanktionsliste gesetzt. Außer Browder trifft es vier weitere Briten – Expertinnen, Unternehmer und Journalisten, darunter die bekannte Publizistin Catherine Belton (»Putin’s People«).

Das russische Außenministerium wirft ihnen vor, »Falschinformationen« über die russische Führung verbreitet zu haben – so bezeichnet Moskau in der Regel Regimekritik. Wegen ihrer angeblich »antirussischen« Haltung dürfen Browder und die anderen Sanktionierten nicht mehr nach Russland einreisen. Wie aber kommt es, dass ausgerechnet ein 17-Jähriger sanktioniert wird?

»Ich bin stolz, der erste Highschool-Schüler weltweit zu sein, der jemals von einem autoritären Regime sanktioniert wurde, weil er Korruption aufgedeckt hat«, schrieb Browder auf X. Inwieweit er tatsächlich der Erste dieser Altersgruppe ist, ist unklar. Sein Vater jedenfalls teilte den Beitrag stolz.

Der Schüler ist der Sohn von Bill Browder. Der verdiente einst als Investor in Moskau und positionierte sich lange als entschiedener Unterstützer Wladimir Putins. Dann geriet er in Konflikt mit den russischen Eliten – heute tritt er als scharfer Kritiker des Regimes auf.

Bill Browder behauptet, der Kreml habe seinen damaligen Mitarbeiter Sergei Magnitski gezielt ermorden lassen, um ein Komplott zu vertuschen. Browder brachte auch die US-Regierung dazu, weitreichende Sanktionen wegen des Falls zu verhängen. Allerdings weist seine Geschichte Ungereimtheiten und offene Fragen auf, über die unter anderem der SPIEGEL berichtete. (Lesen Sie hier mehr dazu.)

Nun tritt der Sohn offenbar in die Fußstapfen des Vaters: Für den neokonservativen Thinktank Henry Jackson Society verfasste Alexander Browder einen Bericht , in dem er beschreibt, wie über die Kryptowährung A7A5 allem Anschein nach Geld gewaschen werde, um Russlands Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren. Der A7A5 ist ein sogenannter Stablecoin, der an den russischen Rubel gekoppelt ist – und mit der sanktionierten Promswjasbank in Verbindung gebracht wird. Anfang März stellte Browder seine Recherchen im britischen Unterhaus vor.

»Ich habe festgestellt, dass viele Menschen, darunter auch hochrangige Politiker, keine Ahnung haben, wie Kryptowährungen funktionieren«, sagte Alexander Browder dem SPIEGEL. Dabei könnten sie zur Finanzierung von Kriegen und zur Umgehung von Sanktionen beitragen – »es braucht daher einen jungen Menschen, der sich mit dem Thema gut auskennt, um es anderen zu erklären und sie zu beraten«.

Moskaus Pragmatismus nach Ausschluss aus Zahlungssystemen

Tatsächlich stand Russland Kryptowährungen lange Zeit kritisch gegenüber. Seit 2022 ist es verboten, Waren und Dienstleistungen im Inland mit Kryptowährungen zu bezahlen. Jedoch schuf der Gesetzgeber 2024 einen Rechtsrahmen, um Geschäfte im Außenhandel zu ermöglichen.

This article was originally published by Spiegel Wirtschaft.

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