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Deutsche Filmakademie kündigt Austausch über Kunstwerkänderungen an
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Die Zeit·6h ago·🇩🇪Germany·Culture

Deutsche Filmakademie kündigt Austausch über Kunstwerkänderungen an

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Die Zeit
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Die Deutsche Filmakademie hat einen Austausch über das nachträgliche Ändern von Kunstwerken angekündigt. Hintergrund ist die Entscheidung des Regisseurs Wim Wenders, seinen Film Falsche Bewegung aus dem Jahr 1975 wegen einer Nacktszene vorerst aus dem Verkehr zu ziehen. »Die von Wim Wenders aufgeworfene Frage, ob Filme und andere Kunstwerke nachträglich verändert werden sollten, müssten oder dürften, hat nicht nur öffentlich, sondern auch innerhalb der Deutschen Filmakademie intensive Debatten ausgelöst«, teilte die Leitung der Akademie – die Schauspielerin Vicky Krieps und der Regisseur und Autor Florian Gallenberger – der Nachrichtenagentur dpa mit.

Die Frage berühre juristische, ethische, künstlerische und kulturwissenschaftliche Dimensionen gleichermaßen. Diesen wolle sich die Akademie offen und differenziert widmen. »Die notwendige inhaltliche Vorbereitung auf einen fundierten Austausch erfordert Zeit und Sorgfalt, deshalb planen wir im September eine Veranstaltung dazu«, teilten Krieps und Gallenberger mit.

Wenders hatte am Mittwoch angekündigt, Falsche Bewegungen vorerst nicht mehr zu zeigen. Wenders' Stiftung teilte mit, der Film werde aus allen aktuellen Auswertungsformen zurückgezogen; Streaming-, TV- und Vertriebspartner würden dazu angewiesen, den Film nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen.

»Nastassja Kinski hätte damals besser beschützt werden müssen«

Vorausgegangen war der Entscheidung ein Streit um eine Nacktszene mit der damals 13-jährigen Schauspielerin Nastassja Kinski. Wenders stand wegen des Umgangs mit der Filmszene unter wachsender Kritik. Kinski hatte der Süddeutschen Zeitung gesagt, sie versuche seit Jahren, die Szene mit ihr mit nacktem Oberkörper entfernen zu lassen. Bei der Verleihung der Ehren-Lola für sein Lebenswerk Ende Mai ging Wenders auf die Kritik ein, ohne jedoch Konsequenzen in Aussicht zu stellen.

Aus Sicht von Kinskis Anwalt Christian Schertz versuchte Wenders in seiner Rede beim Deutschen Filmpreis, »die Verantwortung abzugeben«. Der Regisseur habe »das Ansinnen von Nastassja Kinski indirekt als Zensur bewertet, was wirklich infam war«, sagte Schertz.

In der Mitteilung seiner Stiftung bat Wenders Kinski schließlich um Entschuldigung. Sie hätte damals »besser beschützt werden müssen«. Die Gesellschaft müsse angemessene Umgangsweisen mit strittigen Filmwerken des 20. Jahrhunderts finden und sich neuen Lernprozessen und Perspektiven stellen. Dazu werde man einen »breiten Austausch« suchen – unter anderem mit der Deutschen Filmakademie.

This article was originally published by Die Zeit.

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