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Fair Square launches campaign against FIFA President Infantino
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FAZ·2h ago·🇩🇪Germany·Politics

Fair Square launches campaign against FIFA President Infantino

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Mit der „größten Beschwerde, die es gegen die FIFA je gab“, versucht die Nichtregierungsorganisation Fair Square eine Woche vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft den öffentlichen Druck auf den Internationalen Fußball-Verband und seinen Präsidenten Gianni Infantino zu erhöhen.

Fair Square hatte nach der Erfindung des FIFA-Friedenspreises durch Infantino und der Verleihung an Donald Trump anlässlich der Auslosung der WM im vergangenen Dezember eine Beschwerde gegen den FIFA-Präsidenten bei der Ethikkommission des Verbandes eingereicht. Dieser hatte sich der norwegische Fußballverband unter seiner Präsidentin Lise Klaveness angeschlossen. Der nun aufgesetzten „Reboot“-Kampagne, auf Deutsch: Neustart, sollen sich möglichst viele Unterzeichner anschließen, bevor sie an die Ethikkommission weitergeleitet werden soll.

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Unterstützt wird die Kampagne unter anderem von der australischen Whistleblowerin Bonita Mersiades, die mit ihrem Buch „Whatever it takes“ einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung der korrupten Praktiken rund um die WM-Bewerbungen für 2018 (vergeben an Russland) und 2022 (Qatar) geleistet und dargestellt hat, dass bestimmte Dunkelfelder nicht ausgeleuchtet wurden. Mersiades hatte zunächst für die damalige australische WM-Bewerbung gearbeitet. Unter den Beratern der „Reboot“-Kampagne sind zudem unter anderem der britische Sporthistoriker David Goldblatt und der in Berlin lebende Autor Musa Okwonga.

„Nicht geeignet, die FIFA zu führen“

„Uns geht es darum, dass sich Menschen in dieser Angelegenheit engagieren“, sagte Fair-Square-Direktor Nick McGeehan der F.A.Z. „Wir wollen eine Bewegung verärgerter und frustrierter Fußballinteressenten aufbauen, die eine langfristige Kampagne unterstützen, die von den Entscheidungsträgern schlecht ignoriert werden kann.“

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Im Kern richtet sich die Kampagne gegen Infantino. Mit der Aussage „Infantino ist nicht geeignet, die FIFA zu führen. Und die FIFA ist nicht geeignet, den Fußball zu lenken. Um das zu ändern, müssen wir zunächst offenlegen und beweisen, wie unverantwortlich die FIFA wirklich ist“ wird auf der Website um Unterschriften geworben. Erstes Ziel sind 5000 Unterstützer, am ersten Kampagnentag hatten bis zum frühen Donnerstagnachmittag 2800 Menschen digital Unterstützung für das Vorhaben erklärt.

Man werde Infantinos Verhalten während der bevorstehenden Weltmeisterschaft beobachten und in die Beschwerde einfließen lassen, die nach Ende des Turniers eingereicht werden soll. Auf der Kampagnen-Website führt „Reboot“ bislang sechs Vorfälle auf, bei denen Infantino nach Ansicht der Aktivisten gegen das Gebot der politischen Neutralität und damit gegen den Ethikkodex der FIFA verstoßen hat.

Besonderes Aufsehen hatte Infantino im Dezember 2025 mit der Verleihung eines eigens erschaffenen „Friedenspreises“ an den US-Präsidenten erregt. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Bernd Neuendorf, hatte die Verleihung des Preises im Anschluss verteidigt und auf Trumps Rolle bei Verhandlungen um ein Abkommen zum Krieg im Gazastreifen verwiesen. Neuendorf ist Mitglied des einflussreichen FIFA-Rats.

McGeehan sagte der F.A.Z., die Position des DFB-Präsidenten sei „unhaltbar“: „Er spricht sich nicht gegen den Preisträger aus und er verteidigt ihn, obwohl er als Mitglied des FIFA-Rats nicht einbezogen wurde. Bernd Neuendorf nimmt also seine Verantwortung nicht wahr, es ist ein Verzicht darauf, Verantwortung auszuüben. Die Mitglieder des FIFA-Rats sollen den FIFA-Präsidenten kontrollieren, das ist ihre Aufgabe. Stattdessen unterstützen sie die Vergabe an Trump. Es wurde sich viel lustig gemacht über diesen Friedenspreis, aber die Vergabe an Trump, dieses Anbiedern ist gefährlich.“

McGeehan verwies auf den wenige Wochen nach der Verleihung begonnenen Krieg Trumps gegen Iran. Das Verhalten der Mitglieder des FIFA-Rats zeige zudem, wie tief die strukturellen Probleme des Weltverbands lägen: „Das ist der entscheidende Punkt“, sagte McGeehan.

Alle von Fair Square gelisteten Verstöße stehen im Zusammenhang mit Trump und dessen politischen Zielen, so die Äußerung „Together we will make not only America great again but also the entire world“ (deutsch: „Zusammen werden wir nicht nur Amerika wieder großartig machen, sondern auch die ganze Welt“) in einem Video in seinem „Instagram“-Kanal, in dem sich Infantino für die Einladung zu Trumps Amtseinführung am 20. Januar 2025 bedankte.

This article was originally published by FAZ.

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