SC Freiburg-Torwart Noah Atubolu: Wechselpläne zerschlagen sich
Dieser Plan geht bislang überhaupt nicht auf. Eigentlich hatte Noah Atubolu (24) seinen nächsten Karriereschritt fest im Blick. Nach drei Jahren als Stammtorwart des SC Freiburg sollte der Wechsel zu einem größeren Klub folgen – möglichst in die Premier League und idealerweise zu einem Verein mit internationaler Spitzenperspektive. Doch wenige Wochen vor Beginn der neuen Saison ist die Ausgangslage eine völlig andere: Konkrete Angebote liegen bislang nicht vor.
Nach WELT-Informationen hat das Freiburger Eigengewächs bislang keine konkrete Anfrage erhalten. Auch beim Europa-League-Finalisten ist bisher kein Interessent vorstellig geworden. Für einen Transfer wäre dies jedoch notwendig, da Atubolu beim SC Freiburg noch bis 2027 unter Vertrag steht. Der Kontrakt verschafft dem ehemaligen U21-Nationaltorwart derzeit wenig Sicherheit. Zwar würde er im ungünstigsten Fall weiterhin sein Gehalt beziehen, doch für Freiburg dürfte er künftig keine Rolle mehr auf dem Platz spielen. Diese Botschaft erhielt er nach dem verlorenen Europa-League-Finale gegen Aston Villa (0:3) deutlich vom Verein.
Weil Atubolu eine Vertragsverlängerung über Monate hinweg ausgeschlossen haben soll und offen über seine Karrierepläne sprach, zog Freiburg Konsequenzen. Mit Mio Backhaus (22) von Werder Bremen steht bereits ein Nachfolger bereit. Zudem ist Florian Müller (28) als weitere Torwartoption fest eingeplant. Für Atubolu bleibt damit kaum noch eine sportliche Perspektive beim SCF. Eine Rückkehr zum bisherigen Status quo kommt für die Freiburger offenbar nicht infrage.
Der Wechsel zu Newcastle hat sich wohl zerschlagen
Vereinsintern soll die Enttäuschung groß sein, da Atubolu in den Gesprächen als wenig respektvoll wahrgenommen wurde. Besonders schwer wiegt dabei, dass der Torhüter aus dem eigenen Nachwuchs stammt und in seiner ersten Bundesliga-Saison trotz mehrerer Fehler das Vertrauen des Klubs erhielt, um sich entwickeln zu können.
Ein Wechsel zu Newcastle galt zwischenzeitlich als mögliche Option, konkrete Gespräche oder gar ein Angebot blieben jedoch aus. Nach WELT-Informationen besteht aktuell kein Interesse. Statt als Freiburger Stammtorwart in die neue Saison zu gehen, ist Atubolu nun auf Bewegung auf dem internationalen Torwartmarkt angewiesen. Bei Liverpool, Chelsea und Aston Villa könnte es Veränderungen geben. Bislang zählt der Freiburger bei diesen Klubs jedoch nicht zu den ersten Optionen. Aus diesem Grund soll ihn die konsequente Haltung des SC Freiburg überrascht haben. Eine Anfrage zu der Thematik beantwortete Atubolu nicht.
Finanziell befindet sich der Sport-Club in einer komfortablen Lage. Deshalb kann es sich der Verein leisten, die Torwartpositionen neu zu besetzen, unabhängig vom bestehenden Vertrag der bisherigen Nummer eins. Auch wenn Atubolus Marktwert laut transfermarkt.de bei 25 Millionen Euro liegt, ist Freiburg nicht zwingend auf eine Ablösesumme angewiesen.
Atubolu will mit Urbig um DFB-Tor kämpfen
Zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres verfügte der Verein laut aktuellem Bundesliga-Finanzreport über ein Eigenkapital von 163,7 Millionen Euro. Damit rangieren die Breisgauer ligaweit auf Platz fünf. Inzwischen dürfte dieser Wert sogar weiter gestiegen sein. Neben dem Einzug ins Europa-League-Finale qualifizierte sich Freiburg zum vierten Mal innerhalb von fünf Jahren für den internationalen Wettbewerb. In der Saison 2026/27 wird der SCF in der Conference League antreten.
Gerade diese Entwicklung erschwert Atubolus Situation zusätzlich. Wer sich gegenüber Freiburg sportlich deutlich verbessern möchte, muss einen Verein auf noch höherem Niveau finden. Finanziell könnte ein Wechsel selbst zu einem englischen Underdog attraktiv sein. Wenn Atubolu jedoch langfristig mit Bayerns Jonas Urbig (22) um den Status der deutschen Nummer eins konkurrieren möchte, benötigt er einen Klub, der – ähnlich wie die Münchner – regelmäßig auf höchstem internationalem Niveau spielt.
Der Text wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, „Bild“, „Sport Bild“) erstellt und zuerst in der „Sport Bild“ veröffentlicht.




