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Bahn-Konkurrenz: Mehr Wettbewerb auf deutschen Schienen
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FAZ03.06.2026Business3 dk okumaGermany

Bahn-Konkurrenz: Mehr Wettbewerb auf deutschen Schienen

L'essentiel

  • Neue Konkurrenz für die Deutsche Bahn: Italienische NTV (Italo) und Flixtrain wollen ab 2028 den Fernverkehr aufwerten.
  • Trotz Hoffnung auf niedrigere Preise und mehr Komfort bleiben Infrastrukturprobleme bestehen.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

The German rail network, dominated by the state-owned Deutsche Bahn, faces significant operational issues including delays and poor service. Limited competition exists, primarily from international routes and the private Flixtrain with a small market share.

Taille de police

Bei der Bahn läuft es schlecht, vor allem im Fernverkehr. Das ist unstrittig. Die ICEs sind oft verspätet, Bordrestaurants geschlossen, Toiletten dreckig, auch das Personal ist nicht immer pünktlich. Am Bahnhof ärgert die Bahn ihre Kunden mit Gleiswechseln und der Ungewissheit, wann der Zug wirklich abfährt. Unterwegs halten die Züge unplanmäßig an, und oft weiß selbst das Zugpersonal nicht, was gerade das Problem ist und wann es weitergeht.

Die Passagiere nehmen es hin, denn ihnen fehlt eine Alternative. Das Staatsunternehmen Deutsche Bahn dominiert Deutschlands Schienen, die Konkurrenz ist überschaubar. Eurostar Richtung Brüssel, Railjet und die Westbahn nach Österreich und seit kurzem GoVolta nach Amsterdam beleben allenfalls die Verbindungen ins Ausland. Im Inland müht sich der private Flixtrain, auf wenigen Strecken die Dominanz der Deutschen Bahn zu brechen. Aber der Marktanteil bleibt unter zehn Prozent. Auf vielen Verbindungen fahren gar keine Flixtrains.

Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

F.A.S. jetzt lesen

Da ist es sehr begrüßenswert, dass mit dem italienischen Unternehmen NTV ein weiterer Konkurrent Hochgeschwindigkeitszüge auf deutschen Inlandsverbindungen fahren lassen will, voraussichtlich von April 2028 an. Die Italiener haben es unter der Marke „Italo“ in ihrem Heimatland schon geschafft, der dortigen Staatsbahn Kunden abzujagen – zu einem niedrigeren Fahrpreis zwar, aber nicht als Billiganbieter, sondern mit mehr Komfort. Seit einigen Tagen kocht der Streit hoch, ob für den Angreifer die Regeln geändert werden: ob er seine Schienenslots nicht nur über ein Jahr zugewiesen bekommt, sondern über mehrere, damit er Sicherheit für seine Milliarden-Investition hat.

Wenn Italo tatsächlich schon in zwei Jahren mit den geplanten 30 Zügen in Deutschland antritt, kann der Bahnkunde auf Besserung hoffen. Italo ist nicht allein: Auch Flixtrain will sein Angebot bis 2028 deutlich ausbauen und dazu 65 neue Hochgeschwindigkeitszüge für 2,4 Milliarden Euro in Betrieb nehmen – übrigens ohne Sonderrechte zu fordern.

Italo fährt nur von München nach Dortmund und Hamburg

Dann werden im Wesentlichen drei große Anbieter in Deutschland Fernverkehrsverbindungen anbieten. Die Deutsche Bahn wird weiter die meisten Strecken bedienen, dann wird Flixtrain folgen und erstmals zum Beispiel München anfahren, während Italo bisher nur zwei Strecken von München aus anbieten will, nämlich nach Dortmund und über Berlin nach Hamburg.

Die Bahnkunden können durch den Wettbewerb auf niedrigere Preise hoffen. Vor allem Flixtrain will das Niveau der Deutschen Bahn unterbieten. Italo wird auch mit hohem Komfort und besserem Service punkten wollen. Ein bisschen mehr Pünktlichkeit können sich die Passagiere auch erträumen – zumindest soweit für die Verspätungen die Zugbetreiber verantwortlich sind und nicht die Schienen.

Auch die Italos werden unpünktlich sein

Gerade hier bekommt das schöne Bild allerdings Risse. Ein Großteil der Unpünktlichkeit ist auf veraltete und überlastete Bahninfrastruktur zurückzuführen. Das wird sich bis 2028 nicht geändert haben, die Sanierung der wichtigsten Korridore dauert bis nach 2030, der Ausbau noch länger. Auch die neuen Bahn-Wettbewerber werden das zu spüren bekommen.

Zudem entsteht ein neues Problem. Heute schon sind die Kapazitäten auf den Gleisen in den Ballungsräumen und auf manchen Strecken schon mehr als vollständig ausgenutzt. Da ist nicht so einfach Platz für weitere Wettbewerber. Sie werden nur Zugang bekommen, wenn weniger Güter- oder Nahverkehrszüge fahren. Oder die Deutsche Bahn ein paar ihrer ICE streicht.

Weniger Flexibilität

Das würde dem Kunden der Deutschen Bahn allerdings Flexibilität nehmen. Wenn er einen Zug verpasst, wird er auf den nächsten Zug künftig manchmal länger warten müssen, weil erst noch ein Flixtrain oder Italo kommt, bevor die Deutsche Bahn wieder dran ist. Für den Fall von Verspätungen könnte der Bund Zugbetreiber verpflichten, das Ticket für die Konkurrenz zu bezahlen. Aber dass ein Kunde ein flexibles Ticket kauft und womöglich sogar jede halbe Stunde einen Zug nehmen kann – das wird in so einer Welt seltener vorkommen.

À surveiller

Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes

  • Italo and Flixtrain will significantly increase competition in the German long-distance rail market.

    Très probable · Moyen terme

  • Passengers will experience a mix of improved service/lower prices and potentially reduced flexibility.

    Probable · Moyen terme

  • Infrastructure limitations will continue to be a major bottleneck for all rail operators in Germany.

    Très probable · Long terme

Questions ouvertes

  • Will regulatory bodies grant NTV (Italo) longer-term track slot assignments?
  • How will the German government balance the needs of existing operators with new entrants?
  • To what extent will infrastructure limitations affect the reliability of new competitors?
  • Will Flixtrain and Italo achieve their ambitious expansion goals by 2028?

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This article was originally published by FAZ.

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