Abschied von den USA: Langdock verlegt Firmensitz nach Deutschland zurück
Der Berliner KI-Spezialist Langdock wandelt seine US-Muttergesellschaft in eine SE um und kehrt nach Deutschland zurück. Kundenvorbehalte und Datenschutzbedenken gaben den Ausschlag.
Quick Look
- Der Berliner KI-Spezialist Langdock verlegt seinen juristischen Hauptsitz aus den USA nach Deutschland zurück.
- Um dem Datenschutz und Kundenbedenken bezüglich US-Gesetzen zu begegnen, wandelt das Start-up seine US-Mutter in eine SE um und plant ein neues Rechenzentrum.
AI-generated summary
Why It Matters
Das KI-Start-up Langdock bietet DSGVO-konforme Zugänge zu Sprach- und Bildmodellen für Firmenkunden an.
Das schnell wachsende Berliner KI-Start-up Langdock verlegt seinen juristischen Hauptsitz aus den USA zurück nach Deutschland.
Wie das »Handelsblatt« unter Berufung auf die beiden Co-Chefs Lennard Schmidt und Judith Dada berichtet, wandelt das Unternehmen seine US-Muttergesellschaft in eine Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea, SE) um.
Die Entscheidung gilt als ungewöhnlicher Schritt gegen den vorherrschenden Trend, bei dem viele europäische Gründer ihre Firmensitze vor allem wegen des Zugangs zu Wagniskapital in die Vereinigten Staaten verlagern. Außerdem werden in den USA geringere Steuern auf Gewinne fällig. Ausschlaggebend für die Rückkehr nach Europa seien neben strategischen Gründen auch Rechtsrisiken: US-Gesetze wie der Cloud Act und der Patriot Act, die Behörden unter bestimmten Bedingungen Zugriff auf Kundendaten erlauben, schafften zunehmend Vorbehalte bei Unternehmenskunden, so das »Handelsblatt«.
Langdock bietet Firmenkunden datenschutzkonforme Zugänge zu Sprach- und Bildmodellen verschiedener KI-Anbieter an. Nach Angaben des Start-ups nutzen bereits mehr als 13.000 Unternehmen die Plattform – darunter Konzerne wie Merck und Trumpf. Das erst vor drei Jahren gegründete Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben profitabel und erzielte zuletzt einen wiederkehrenden Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro.
Mit dem Umzug verbindet das Führungsteam zudem weitreichende Ausbaupläne: Langdock will mittelfristig zu einem europäischen Cloud- und KI-Infrastrukturanbieter (»Hyperscaler«) heranwachsen und damit die geforderte digitale Souveränität Europas stärken. Noch in diesem Jahr soll dafür ein erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb gehen, in das das Start-up zwischen 10 und 15 Millionen Euro investieren will.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Inbetriebnahme eines ersten eigenen Rechenzentrums in Deutschland noch in diesem Jahr
Very likely · Within months
Open Questions
- Wann genau wird das neue Rechenzentrum in Betrieb gehen?
- Welche konkreten Standorte in Deutschland stehen für das Rechenzentrum zur Auswahl?







