Extreme Trockenheit, sinkende Pegelstände und schwere Waldbrände belasten Europa; in Monschau und Hürtgenwald entspannt sich die Lage teilweise.
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Anhaltende Hitzewellen und extreme Trockenheit führen in Europa zu schweren Waldbränden, Ernteeinbußen und sinkenden Pegelständen in Flüssen.
Die anhaltende Hitze führt zu gravierender Trockenheit in Europa. Wetterdienste in mehreren Ländern warnen vor erneuten Extremtemperaturen – auch in Deutschland.
Der Deutsche Raiffeisenverband erwartet nach einer Schätzung eine Getreideernte von 40,6 Millionen Tonnen. Im Jahr 2025 waren es 45 Millionen Tonnen Getreide.
Das extreme Niedrigwasser der Flüsse belastet zunehmend die Wirtschaft. Die niedrigen Wasserstände erfordern deutlich mehr Fahrten für die gleiche Frachtmenge. In Ungarn und Rumänien musste der Betrieb der Atomkraftwerke wegen der niedrigen Pegelstände gedrosselt werden.
Besonders für ältere Menschen, Schwangere und Personen mit Vorerkrankungen ist die Hitze gefährlich. Allein in Deutschland starben laut Robert Koch-Institut mindestens 12.500 Menschen infolge der jüngsten Hitzewelle.
Frankreichs Feuerwehrleute streiken für bessere Bedingungen
Französische Feuerwehrleute kämpfen für bessere Bedingungen in ihrer Arbeit. Zuletzt war Frankreich so stark auf die Feuerwehr angewiesen, wie nie zuvor. Dabei kämpften die Einsatzkräfte mit mangelhaften Schutzanzügen und alten Fahrzeugen gegen die Flammen. »Wir riskieren unser Leben und unsere Gesundheit – aber wir sind viel zu wenige, und unsere Ausstattung ist mangelhaft«, sagte der Generalsekretär des französischen Gewerkschaftsbundes CFDT. Trotz ihres Einsatzes habe die Regierung immer noch nicht verstanden, wie wichtig sie für Frankreich sind. Deshalb streikten sie in dieser Woche und forderten Verbesserungen von der Politik.
Hier brennt es derzeit in Deutschland
Auch in anderen Regionen Deutschlands hat es in den vergangenen Tagen gebrannt. Hier eine Übersicht, wo genau die Brandherde in den verschiedenen Bundesländern waren:
Baden-Württemberg: In Baden-Württemberg hatte die Feuerwehr am Wochenende vor allem mit kleineren Bränden zu tun. Gestern löschten mehr als 100 Einsatzkräfte nahe Heilbronn einen Flächenbrand, der sich auch in ein Waldstück ausgebreitet hatte. Nach Feuerwehrangaben brannten zeitweilig knapp 10.000 Quadratmeter. Zudem brannten in Baden-Baden rund 600 Quadratmeter Wald im Stadtgebiet.
Bayern: In Waldaschaff in Unterfranken brannte es laut Feuerwehr auf etwa 29 Hektar. Der Flächenbrand sei in den angrenzenden Wald gezogen und wurde mit 600 Einsatzkräften bekämpft. Auch bei Rechtenbach in Unterfranken rückten Einsatzkräfte aus. Laut Feuerwehr erstreckte sich ein Brand auf rund 7.000 Quadratmeter.
Sachsen: Rund um die sächsische Stadt Plauen war die Feuerwehr ebenfalls tagelang im Einsatz. Die Lage habe sich jedoch maßgeblich entspannt, nachdem mit Drohnen einzelne Glutnester abgelöscht worden waren. Im Landkreis Nordsachsen wurde eine Waldfläche von rund 4.000 Quadratmetern beschädigt. Laut Polizeiangaben gibt es Hinweise auf Brandstiftung.
Rheinland-Pfalz: Zu einem großen Wald- und Wiesenbrand kam es bei Langscheid, westlich von Koblenz. Am Freitag war eine Fläche von rund 50 Hektar in Brand geraten. Mittlerweile sei das Feuer unter Kontrolle, Einsatzkräfte sollen aber weiter vor Ort sein, um die Lage zu überwachen.
Thüringen: Im Norden Thüringens im Landkreis Eichsfeld brannte ein Wald bei Wahlhausen. »Das Feuer entzündete sich am Wegrand, breitete sich durch den Wind aus und erfasste letztendlich circa 2.500 Quadratmeter Waldfläche«, teilte die Polizei mit.
Bewohner von Monschau müssen ihre Häuser nicht mehr verlassen
Für Monschau ist aktuell keine Evakuierung mehr vorgesehen. Nach derzeitigem Stand sehe die Stadt keine Notwendigkeit, anzuordnen, dass die rund 5.000 Bewohnerinnen und Bewohner der Ortsteile Kalterherberg und Mützenich ihre Häuser verlassen müssen, sagte eine Stadtsprecherin.
Die Feuerfront im belgischen Hohen Venn ist zwar laut der Stadt weniger als zwei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Zum jetzigen Zeitpunkt sei jedoch nicht davon auszugehen, dass das Brandgeschehen auf deutsches Territorium übergreifen werde, hieß es auf der Homepage der Stadt.
Zudem sei die Feuerfront aktuell weniger eine Gefahr als die gesundheitsgefährdende Rauchbelastung, sagte die Stadtsprecherin. Jeder Bürger und jede Bürgerin der beiden Ortsteile könne daher selbst entscheiden, sein oder ihr Haus zu verlassen. Wer Unterstützung brauche, könne sich weiterhin an die Stadt wenden. Es stehe auch eine Anlaufstelle im Bürgercasino Imgenbroich zur Verfügung.
Kroatien nimmt vier Verdächtige wegen mutmaßlicher Brandstiftung fest
Nach mehreren Waldbränden an der kroatischen Adriaküste hat die Polizei vier Verdächtige festgenommen. Sie sollen Brände in der Region Zadar ausgelöst haben, wo am Freitag und Samstag mehrere Feuer in Olivenhainen und Kiefernwäldern ausgebrochen waren.
Die Verdächtigen wurden rund 40 Kilometer von Zadar entfernt gefasst, nachdem Anwohner »verdächtiges Verhalten« gemeldet hatten. Die Polizei prüft zudem mögliche Brandstiftung in der weiter südlich gelegenen Region Omiš.
Dort kam bei einem Feuer in der Nacht zum Freitag ein Mensch ums Leben, rund 40 weitere wurden verletzt. Acht Menschen erlitten schwere Verbrennungen. Eine 34-jährige Bosnierin wird noch vermisst.
Feuerwehr in Monschau fährt Einsatz zurück
Die Gefahrenlage in Monschau an der belgischen Grenze hat sich nach Einschätzung der dortigen Feuerwehr entspannt. »Wir fahren zurück«, sagte der Einsatzleiter Philipp Krüger am Morgen. Schon in der Nacht habe man einen Großteil der rund 90 Einsatzkräfte abgezogen. Derzeit seien nur noch rund 20 Personen auf Reserve vor Ort.
Auch der Aufruf zur Evakuierung soll voraussichtlich in Kürze von der Stadt zurückgenommen werden, teilte der Feuerwehrsprecher mit. Man beobachte die Brandentwicklung trotzdem weiter und werde im Notfall darauf angemessen reagieren. Seit der Nacht habe sich die Feuerfront aber nicht mehr weiter auf Monschau zubewegt.
Waldbrand auf griechischer Ägäisinsel Skyros ausgebrochen
Auf der griechischen Ägäisinsel Skyros ist ein Waldbrand ausgebrochen. Feuerwehrleute kämpften die ganze Nacht gegen das gewaltige Feuer in der Nähe des Küstenorts Atsitsa, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender ERT. Das Feuer sei am Samstagnachmittag ausgebrochen. Nach Angaben der griechischen Feuerwehr kam es im ganzen Land in den vergangenen 24 Stunden zu 34 Waldbränden.
Laut dem Bürgermeister der Insel, Kyriakos Antonopoulos, sind keine Siedlungen bedroht, sondern nur einzelne Ferienhäuser. Dennoch wurde das Dorf Pefkos vorsorglich evakuiert. Rund 100 Feuerwehrleute seien vor Ort, um den Brand zu bekämpfen, viele von ihnen wurden per Schiff auf die Insel gebracht. Zudem sind laut ERT elf Löschflugzeuge und fünf Hubschrauber im Einsatz. Die Löscharbeiten gestalteten sich allerdings schwierig, weil starke Winde über die Insel fegten.
Deutscher Wetterdienst geht nicht von Regen in Monschau und Hürtgenwald aus
Die Einsatzkräfte in den nordrhein-westfälischen Städten Monschau und Hürtgenwald können heute laut dem Deutschen Wetterdienst nicht mit Regen rechnen. Es werde keinen Niederschlag geben, sagte eine Meteorologin des Wetterdienstes. Der Wind werde dort hingegen schwach bis mäßig ausfallen, also recht günstig für die weitere Brandbekämpfung.
Feuerfront in Belgien ist schon mehr als einen Kilometer breit
Das Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn in Belgien weitet sich weiter aus. Die Feuerfront erstreckte sich am Sonntagmorgen über einen Kilometer, wie der öffentlich-rechtliche Sender RTBF berichtete. Zudem änderte das Feuer dem Bericht zufolge in der Nacht wegen wechselnder Winde mehrmals seine Richtung. Unter Kontrolle ist die Feuerfront daher noch nicht. Die Einsatzkräfte vor Ort hoffen, dass Verstärkung aus dem Ausland und kühlere Temperaturen dazu beitragen, den Waldbrand an der Grenze zu Deutschland unter Kontrolle zu bringen.
Der Brand, der als größter Waldbrand in der Geschichte Belgiens gilt, hatte bis Samstagabend nach Angaben der lokalen Behörden rund 2.700 Hektar Land zerstört. Zum Vergleich: Beim Brand im nur 20 Kilometer von Monschau entfernten Hürtgenwald in der Eifel sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald vom Feuer betroffen.
Was muss man bei einer Evakuierung tun?
An vielen Orten steigt die Waldbrandgefahr und damit auch das Risiko einer Evakuierung. In der Eifel mussten bereits mehrere Menschen ihre Häuser verlassen. Die Feuerwehr, das Bundesamt für Katastrophenschutz und die Malteser geben Tipps, wie man sich bei einer Evakuierung aus dem eigenen Zuhause verhalten sollte:
Eine Tasche packen mit Kleidung, Hygieneartikeln, benötigten Medikamenten und wichtigen Dokumenten wie etwa Ausweis und Krankenkassenkarte.
Sein Zuhause sichern, in dem man Türen und Fenster schließt, Rollläden offen lässt und Licht und Kerzen ausschaltet.
Elektro- und Gasgeräte sollten ausgeschaltet und Wasserhähne zugedreht werden.
Seine Haustiere nach Möglichkeit mitnehmen. Falls das nicht geht, ausreichend Futter und Wasser bereitstellen.
Gas, Wasser und Strom nicht abstellen.
Den Anweisungen der Einsatzkräfte und der örtlichen Einsatzleitung folgen.
Auf Durchsagen von Polizei und Feuerwehr und eventuell auf Sirenen achten.
Warn-Apps wie Nina oder Katwarn nutzen: Diese informieren etwa, welche Straßen evakuiert werden müssen und bis wann dieser Bereich verlassen werden muss. Außerdem erfährt man über diese Kanäle, wo Notunterkünfte und Betreuungsstellen eingerichtet sind.
Monschau empfiehlt Bewohnern, vorübergehend ihre Häuser zu verlassen
Die Stadt Monschau hat Bewohnern mehrerer Ortsteile empfohlen, ihre Häuser wegen des nahenden Waldbrands und möglicher gesundheitsschädlicher Rauchbelastung vorübergehend zu verlassen. Betroffen sind Plattevenn, Leyloch und Teile von Kalterherberg westlich des Messewegs.
Die Einwohner sollen ihre Wohnungen bis 10 Uhr verlassen und möglichst bei Verwandten oder Freunden unterkommen. Für Menschen ohne Unterkunft richtet die Stadt eine Anlaufstelle ein. Die Empfehlung gilt zunächst bis 18 Uhr.
Grund ist ein großer Waldbrand im belgischen Hohen Venn. Die Feuerfront befand sich in der Nacht nach Angaben der Stadt nur noch rund drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Ab dem Vormittag werden erhebliche Rauchbelastungen und Rauchniederschläge erwartet.
SPD-Gesundheitsexperte fordert Investition in Hitzeschutz
Der Staat muss nach Ansicht von SPD-Gesundheitspolitiker Christos Pantazis substanziell in den Hitzeschutz investieren. »Hitzeschutz ist auch eine Frage sozialer Gerechtigkeit: Hitze trifft alle, aber sie trifft nicht alle gleich«, sagte Pantazis der Nachrichtenagentur AFP. »Wer alt, krank, pflegebedürftig oder auf Unterstützung angewiesen ist, kann sich häufig nicht selbst ausreichend schützen«, sagte er. Deshalb sei es Aufgabe des Staates vorzusorgen, bevor »aus Hitze eine gesundheitliche Krise wird«, sagte Pantazis.
Pantazis sieht vor allem den Bund in der Pflicht. Die Länder und Kommunen könnten die nötigen Investitionen nicht alleine stemmen. Es dürfe nicht von der Finanzkraft einer Kommune abhängen, ob ein Pflegeheim ausreichend vor Hitze geschützt ist, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.
Monschau bereitet Evakuierung weiterer Ortsteile vor
Wegen der Ausbreitung des großen Waldbrandes von Belgien in Richtung Deutschland ruft die nordrhein-westfälische Stadt Monschau weitere Ortsteile dazu auf, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten. Betroffen seien die Menschen in den Ortsteilen Kalterherberg und Mützenich, teilte die Stadt in der Nacht auf ihrer Webseite mit. Die Feuerfront im Hohen Venn befindet sich demnach nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.
Vorsorglich würden Löschmaßnahmen vorbereitet, damit im Falle eines Überspringens的情es auf deutsches Gebiet unmittelbar mit den Löscharbeiten begonnen werden könne, hieß es. Zuletzt ging die Feuerwehr aber nicht von einem baldigen Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet aus. »Wir behalten die Lage weiterhin auf jeden Fall im Blick«, sagte Philipp Krüger, Einsatzleiter der Feuerwehr Monschau, der Nachrichtenagentur dpa. »Wir werden die Einsatzlage stetig überwachen, neu bewerten und gegebenenfalls Einheiten dazuziehen.«
Die Einsatzkräfte hätten zuvor Feldgrundstücke nahe der deutsch-belgischen Grenze gewässert, um einen Zeitvorsprung vor dem Feuer zu gewinnen. Das Technische Hilfswerk habe die Feuerwehr unterstützt.
Bereits am Abend hatte Monschau die Bewohner mehrerer Siedlungen aufgefordert, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Betroffen seien die Menschen in Ruitzhof, Leyloch, Vennhof, Haus Sonnentau, Plattevenn und Geisberg, teilte die Stadt auf Facebook und Instagram mit.
Bewohner in Hürtgenwald dürfen zurück in ihre Häuser
Die Bewohnerinnen und Bewohner des Ortseils Gey dürfen wieder in ihre Häuser in Hürtgenwald zurückkehren. Das hat der Landkreis Düren entschieden. 1.800 Menschen hatten in der Nacht auf Freitag wegen des Waldbrandes das Gebiet verlassen müssen. Die Flammen rückten bis zu 250 Meter nahe an die Grundstücke heran.
Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hatte nach seinem Besuch bei den Rettungs- und Einsatzkräften bereits von Fortschritten beim Eindämmen der Flammen gesprochen. Allerdings hätten ein Gewitter und mögliche starke Winde die Flammen wieder anfachen können. Der Landrat hatte daher mit seiner Entscheidung über die Rückkehr der Bewohner gewartet.
Rauchwolken ziehen nach Rheinland-Pfalz und unterbrechen Kirmes
Die Waldbrände in Belgien und Nordrhein-Westfalen sorgen bis nach Rheinland-Pfalz für Beeinträchtigungen. Brandgeruch und vor allem die Rauchschwaden sind insbesondere in der südlichen Eifel und an der Mosel wahrzunehmen, teilte das Polizeipräsidium Trier mit, teilweise liege Asche in der Luft.
Im Landkreis Bernkastel-Wittlich musste aus diesem Grund eine Kirmes unterbrochen worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Verantwortlichen für die Säubrennerkrimes, eines der größten regionalen Feste, behielten die Entwicklung der Lage im Blick, um baldmöglichst wieder zu starten.
Der Rauch zieht nach Traben-Trarbach.
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Rücknahme der Evakuierungsaufrufe in Monschau bei anhaltender Lage
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