
Michael Theurer sieht im Anleihen-Ausverkauf ein Warnsignal und fordert Haushaltskonsolidierung in Europa.
AI-generated summary
Steigende Ausgaben durch die Covid-19-Pandemie und Kriege haben viele Länder aus der Sicherheitszone gedrängt.
Düsseldorf. Michael Theurer, Mitglied des Vorstands der Bundesbank, warnt vor den Risiken einer europäischen Staatsschuldenkrise. Er sieht in dem jüngsten Ausverkauf von Anleihen in Europa ein „deutliches Warnsignal“ dafür, dass Anleger nervös werden.
„Die aktuellen Entwicklungen – Sie haben Frankreich erwähnt, aber wir beobachten auch die USA – zeigen, dass fiskalische und politische Unsicherheiten die Märkte für Staatsanleihen beeinflussen können“, sagte Theurer in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. „Derzeit gibt es keine systemische Staatsschuldenkrise, aber die Risiken haben erheblich zugenommen.“
In Frankreich hatte es aufgrund von politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten einen Einbruch an den Anleihemärkten gegeben. Die Turbulenzen haben sich auf andere hochverschuldete Länder der Eurozone ausgeweitet – und schüren Spekulationen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) möglicherweise eingreifen wird.
Die Entscheidungsträger in Frankreich und in der gesamten Eurozone seien sich offenbar „sehr wohl bewusst, was auf dem Spiel steht“, sagte Theurer. Der Haushaltsplan des französischen Finanzministers Roland Lescure sieht Maßnahmen in Höhe von 43 Milliarden Euro vor, um das Defizit zu senken und die Investoren zu beruhigen. In Italien hat die Regierung in einer kurzfristigen Änderung ihres Haushaltsplans die Verteidigungsausgaben gekürzt, um das Defizit zu verringern.
Für ein Eingreifen der Europäischen Zentralbank sei es allerdings zu früh. „Derzeit ist nicht der richtige Zeitpunkt, um über die EZB zu sprechen“, sagte Theurer. „Wir sehen keine Anzeichen für eine grundsätzlich nicht tragfähige Entwicklung an den Finanzmärkten, die ein Eingreifen der EZB rechtfertigen könnte.“
Theurer unterstützt hingegen den Appell von Kristalina Georgieva, Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), den sie diese Woche an die betroffenen Regierungen gerichtet hatte. Diese müssten dringend Maßnahmen ergreifen, um die Rekordverschuldung anzugehen. Die gestiegenen Ausgaben infolge der Covid-19-Pandemie und der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten hätten einige Länder „aus der Sicherheitszone“ gedrängt, sagte sie in einem Interview mit Bloomberg.
Wie der IWF fordert auch die Bundesbank eine mittelfristige Strategie, bei der Ausgaben genauer geprüft werden und der Schwerpunkt auf wachstumsfördernden Investitionen liegt. „Genau das ist die Empfehlung der Bundesbank“, sagte Theurer. „Deutschland befindet sich in einer deutlich besseren Haushaltslage als andere Länder in Europa und weltweit, aber auch wir haben steigende Schulden und sollten daher dringend auf eine Haushaltskonsolidierung hinarbeiten.“

The Dax is trying to hold the 25,000 point mark, while the bond and oil markets influence the mood. The US reporting season begins with results from major banks and Volkswagen reports quarterly sales. At the same time, the IMF meets in Bangkok and the Paris Motor Show shows competition between European and Chinese car manufacturers.

DAX companies will have to refinance a total of 244 billion euros in outstanding bonds by the end of 2029 as rising interest rates increase the financing burden. Companies with poor or no ratings, including many medium-sized companies, are particularly affected. Interest rates on corporate bonds rose from 3.5 to 4.5 percent within a year.

Ludwig Ruder, supervisory board of Semper Idem Underberg AG, warns of the consequences of inheritance tax for family businesses. In the interview, he explains the traditional brand's growth strategy, expansion into foreign markets and the rejuvenation of the target group.

AI developer Anthropic is preparing an IPO expected in November. The prospectus lists the potential end of humanity as a business risk, highlighting the complexity of AI valuation.

KfW recorded an increase of 3.4 percent in new business loans in the second quarter, driven in part by short-term working capital loans and investments in energy infrastructure. However, the development bank does not yet see a turnaround in the trend and expects growth to slow down.

Deutsche Bank boss Christian Sewing criticizes the federal government's pace of reform in "Bild am Sonntag". He calls for faster processes, less bureaucracy, an expansion of the dismissal protection reform and warns about the political developments for the business location.