Anschlagsversuch auf Umspannwerk Turnow-Preilack in Brandenburg
Quick Look
- Die Polizei entschärfte selbst gebastelte Sprengvorrichtungen am Umspannwerk Turnow-Preilack in Brandenburg.
- Der Betreiber Leag spricht von einem Anschlag, der zu einem technischen Ausfall des Kraftwerks Jänschwalde führte.
- Brandenburgs Ministerpräsident Woidke verurteilte den Anschlagsversuch und verwies auf ähnliche Vorfälle im Januar und März 2024, bei denen linksextreme Gruppen Strominfrastruktur angriffen.
AI-generated summary
Why It Matters
In den Monaten Januar und März 2024 gab es ähnliche Anschläge auf Strominfrastruktur in der Region Berlin-Brandenburg, bei denen linksextreme Gruppen wie die sogenannten 'Vulkangruppen' die Verantwortung übernahmen und den Kampf gegen den Kapitalismus als Motivation angaben.
Entschärfer der Polizei waren laut den Behörden am Umspannwerk. Die Polizei sprach von kleinen, selbst gebastelten Sprengvorrichtungen. Ob es sich um einen mutmaßlichen Anschlag handelte und welches Motiv der oder die Täter hatten, war zunächst unklar. Die allgemeine Stromversorgung war nach Angaben des Netzbetreibers zu keiner Zeit beeinträchtigt.
Sicherheitsbehörden des Bundes bestätigen den Fall gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Der Hintergrund des Anschlags sei derzeit noch unklar. Laut einer Sprecherin des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums kam es zur Sachbeschädigung an mehreren Leitungen im Übertragungsnetz. Das Landeskriminalamt Brandenburg habe die Ermittlungen übernommen.
Betreiber spricht von einem Anschlag auf Umspannwerk
Die Kraftwerksbetreiberin Leag spricht derweil von einem Anschlag auf das Umspannwerk Turnow-Preilack, über das der im Braunkohlekraftwerk Jänschwalde erzeugte Strom in das Übertragungsnetz des Unternehmens 50Hertz eingespeist wird. In der Folge sei es zu einem technischen Ausfall von Block B des Kraftwerks gekommen, teilte ein Sprecher von Leag mit. Ob zwischen dem mutmaßlichen Anschlag und dem Ausfall ein Zusammenhang besteht, werde geprüft.
Im Umspannwerk Preilack im Landkreis Spree-Neiße nördlich von Cottbus wird der Strom, der im Kraftwerk Jänschwalde erzeugt wird, überregional und regional verteilt. Nach Angaben der Stromversorgerin Leag wurde das Kraftwerk Jänschwalde in den Jahren 1976 bis 1989 als letzter Kraftwerksneubau der DDR errichtet.
Der Netzbetreiber 50Hertz bestätigte auf Anfrage, dass es zu einem „Versuch der Sachbeschädigung“ gekommen sei. Zuvor hatte die Märkische Allgemeine (MAZ) unter Berufung auf Sicherheits- und Unternehmenskreise berichtet, die Einsatzkräfte hätten mehrere Vorrichtungen für mit Sprengstoff bestückte Raketen gefunden und entschärft. Das Umspannwerk solle mehr als einmal getroffen worden sein. Demnach habe es eine „kurzzeitige Leitungsunterbrechung“ gegeben. Mittlerweile seien aber alle Leitungen wieder in Betrieb, die Stromversorgung in dem Gebiet sei nicht beeinträchtigt.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sprach von einem „Anschlagsversuch“ und verurteilte die Tat. „Die besorgniserregend hohe Frequenz derartiger Vorfälle zeigt, dass wir unsere Infrastrukturen entschlossen schützen müssen“, erklärte der SPD-Politiker. Die Einsatzkräfte vor Ort sowie die Beschäftigten von Umspannwerk und Kraftwerk hätten durch rasches und besonnenes Handeln Schlimmeres verhindert. Bei dem Vorfall seien keine Menschen zu Schaden gekommen.
Mehrere Anschläge im Großraum Berlin
Der Vorfall weckt Erinnerungen an Anschläge in den vergangenen Monaten. Im Januar hatten mutmaßlich linksextreme Täter Starkstromleitungen nahe einem Kraftwerk im Südwesten Berlins angezündet und kurzgeschlossen. Etwa 45 000 Haushalte waren tagelang ohne Strom, ebenso Krankenhäuser, Pflegeheime, Firmen und Läden. Zu dem Brandanschlag bekannten sich die linksextremistischen sogenannten „Vulkangruppen“, die als Motivation den Kampf gegen den Kapitalismus angaben.
Im März 2024 hatte eine Gruppe Feuer an einen großen Strommast gelegt, der auch für die Versorgung der Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin nötig war. Die Produktion wurde durch die Sabotage tagelang gestoppt.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Das Landeskriminalamt Brandenburg wird die Ermittlungen zum Anschlagsversuch fortsetzen und mögliche Verbindungen zu früheren Anschlägen untersuchen.
Likely · Within weeks
Leag und 50Hertz werden Sicherheitsmaßnahmen an kritischen Infrastrukturstandorten erhöhen.
Likely · Within months
Open Questions
- Wer steckt hinter dem Anschlagsversuch auf das Umspannwerk Turnow-Preilack?
- Gab es einen direkten Zusammenhang zwischen den Sprengvorrichtungen und dem technischen Ausfall des Kraftwerks Jänschwalde?
- Welches Motiv hatten die Täter und waren sie mit früheren Anschlägen verbunden?
- Wie können kritische Energieinfrastrukturen besser gegen solche Anschläge geschützt werden?



