August Hanning: Ex-BND-Präsident kommt wegen Spionageverdachts in U-Haft
Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs hat den Haftbefehl gegen den 80-jährigen August Hanning in Vollzug gesetzt.
Quick Look
- Der ehemalige BND-Präsident August Hanning wurde wegen Spionageverdachts in Untersuchungshaft genommen.
- Ihm werden geheimdienstliche Agententätigkeit und Landesverrat vorgeworfen.
- Auch sein früherer Büroleiter befindet sich in Haft.
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Why It Matters
August Hanning war Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND). Ihm wird vorgeworfen, über Jahre hinweg BND-Informationen durch seinen ehemaligen Büroleiter bezogen zu haben.
Ex-BND-Präsident August Hanning muss wegen Spionageverdachts in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe habe den Haftbefehl gegen den 80-Jährigen in Vollzug gesetzt, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft der Nachrichtenagentur dpa.
Die oberste Anklagebehörde in Deutschland wirft Hanning geheimdienstliche Agententätigkeit, landesverräterische Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen und versuchten Landesverrat vor.
Hannings früherer Büroleiter beim Bundesnachrichtendienst (BND), Manfred D., war am Dienstag wegen Beihilfe zum versuchten Landesverrat und zur landesverräterischen Ausspähung in U-Haft gekommen. Einige Stunden zuvor hatten Beamte des Bundeskriminalamts die beiden auf Grundlage von Haftbefehlen festgenommen – Hanning im Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen, D. im bayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.
Sie sollen den Angaben zufolge vermutlich 2010 vereinbart haben, dass der Ex-Büroleiter dem fünf Jahre zuvor aus dem Amt geschiedenen Hanning gegen Bezahlung fortlaufend wertvolle BND-Erkenntnisse besorgen solle. Diese Infos soll Hanning gewinnbringend bei seiner Beratertätigkeit verwertet haben.
Open Questions
- Welche konkreten BND-Erkenntnisse wurden weitergegeben?
- Wie hoch waren die Zahlungen an den Ex-Büroleiter?


