Australien: Mäuseplage breitet sich aus
Quick Look
- Eine massive Mäuseplage breitet sich in Australien aus und betrifft nun auch Westaustralien und den Süden des Landes.
- Landwirte berichten von enormen Schäden an Ernten und psychischer Belastung durch die Nager, die sich rasant vermehren.
AI-generated summary
Why It Matters
Eine massive Mäuseplage, die ursprünglich in New South Wales wütete, breitet sich nun auf andere Teile Australiens aus, darunter Westaustralien und den Süden des Landes. Landwirte sind von den enormen Schäden an ihren Ernten betroffen.
Damals wüteten die Nager vor allem im Bundesstaat New South Wales. Nun aber sind bereits seit März sowohl Landwirte in Westaustralien betroffen als auch Farmer im Süden des Landes.
Die 5500 Hektar große Farm von Belinda Eastough liegt im westaustralischen Nolba. Die Region ist eines der am stärksten betroffenen Gebiete. Hier baut die Landwirtin seit fast 40 Jahren Weizen, Raps und Lupinen an. Eastough schätzt laut einem BBC-Bericht , dass auf ihren Rapsfeldern derzeit etwa 8000 bis 10.000 Mäuse pro Hektar leben.
»Ich kann sie hören und riechen«
Die Mäuse untertunneln nicht nur die Felder. Vor allem buddeln sie die Aussaat wieder aus und verzehren sie, sodass ohne erneute Aussaat viele Äcker leer stehen würden. Doch auch Wiederanpflanzungen würden vernichtet: Köder mussten mehrfach und über Stunden in größerer Menge als sonst ausgelegt werden, nicht immer funktionierte der Schutz.
»Das sind große Kosten, aber es ist mehr als nur das Geld für die Köder«, sagte Geoff Cosgrove der BBC. Der Farmer bewirtschaftet im westaustralischen Mingenew 14.000 Hektar, auf denen Weizen, Raps, Lupinen und Gerste angebaut werden. Die Mäuse bleiben nicht nur auf dem Feld, sondern dringen auch in die Häuser ein. Das setze ihm auch psychisch zu, so Cosgrove. »Nachts trippeln sie durch die Decke, die Klimaanlage. Ich kann sie hören und riechen – es stinkt wie ein verwesender Körper.«
Mäuse pflanzen sich bereits ab dem Alter von sechs Wochen fort und können laut dem CSIRO-Forscher Steve Henry etwa alle drei Wochen sechs bis zehn Junge bekommen. Zumal sie meist binnen weniger Tage wieder trächtig würden. »Während sie also den ersten Wurf aufziehen, tragen sie bereits den zweiten aus«, so Henry.
Warum ausgerechnet jetzt?
Die genauen Ursachen dafür, dass sich die Mäuse ausgerechnet in diesem Jahr besonders massiv vermehren, sind nicht abschließend geklärt. Aber Landwirtin Eastough hat eine schlüssige Erklärung. Der BBC sagte sie: »Vergangenes Jahr hatten wir eine Rekordernte, die hat den Mäusen reichlich Nahrung gegeben.« Was bei der Ernte aufs Feld fällt, ist für die Tiere eine gute und leicht zugängliche Nahrungsquelle. »Dann bekamen wir etwas Sommerregen, der das Wachstum junger grüner Triebe förderte«, so Eastough. Also noch mehr Nahrung für die Nager.
Die Landwirtin spricht vom »Mäusehimmel«: Anders als bei Plagen in den Vorjahren sei die Zahl der schädlichen Tiere nicht nach einiger Zeit eingebrochen – weil ihnen das Futter anders als zuvor nicht ausging.
Eastough und die anderen australischen Landwirte hoffen nun, dass die stärkeren Mäuseköder zu schnellen Erfolgen führen. Und somit möglichst viele Felder und Ernten noch dem Nagerbefall entkommen und die finanziellen und psychischen Belastungen der Bauern nicht noch weiter wachsen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Mäuseplage wird weiterhin erhebliche Schäden anrichten, bis effektive Bekämpfungsmaßnahmen greifen.
Very likely · Within weeks
Es wird zu finanziellen Verlusten für die betroffenen Landwirte kommen, die möglicherweise staatliche Unterstützung erfordern.
Likely · Short term
Open Questions
- Was sind die genauen Ursachen für die massive Vermehrung der Mäuse in diesem Jahr?
- Wie effektiv sind die derzeit eingesetzten Mäuseköder langfristig?
- Welche weiteren Maßnahmen können ergriffen werden, um die Plage einzudämmen?
- Welche wirtschaftlichen Folgen hat die Plage für die australische Landwirtschaft insgesamt?




