Autobauer in der Krise: Volkswagen kündigt zahlreiche Haustarifverträge
Im Zuge der Konzernsanierung plant VW die Kündigung von zehn seiner Haustarifverträge. Beschäftigte in ganz Deutschland sind betroffen, der Betriebsrat kündigt Widerstand an.
Quick Look
- Volkswagen plant die Kündigung von zehn Haustarifverträgen, darunter den Manteltarifvertrag für rund 100.000 Beschäftigte in Deutschland.
- IG Metall und Betriebsrat kündigen massiven Widerstand gegen die Sparmaßnahmen an.
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Why It Matters
VW befindet sich in einer Konzernsanierung. Ein Tarifkompromiss von 2024 schloss betriebsbedingte Kündigungen bis 2030 aus, was von den aktuellen Kündigungen unberührt bleibt.
Volkswagen will zehn seiner Haustarifverträge kündigen, darunter den Manteltarifvertrag, der unter anderem die Arbeitszeit der knapp 100.000 VW-Beschäftigten in Deutschland regelt. Das erfuhr der SPIEGEL aus Arbeitnehmerkreisen. Die Kündigungen sollen noch am Mittwoch übermittelt werden. Die Gewerkschaft und der Betriebsrat kündigten Widerstand gegen das Vorhaben des Autobauers an. Betroffen seien etwa die tarifliche Zusatzvergütung, bei der Beschäftigte zwischen sechs zusätzlichen freien Tagen und einer Zahlung von 27,5 Prozent eines Monatseinkommens wählen können. Zudem könnten Vereinbarungen zu anderen Zulagen oder zur Ausbildung betroffen sein.
Details habe die Arbeitgeberseite um Verhandlungsführer Arne Meiswinkel zunächst nicht genannt, erklärte die IG Metall. Die vom Vorstand angestrebten Kündigungen könnten frühestens ab Januar 2027 wirksam werden. Das Treffen am Mittwoch war ursprünglich als Überprüfungsgespräch zum Tarifkompromiss aus dem Jahr 2024 geplant gewesen, der massiven Stellenabbau vorsah und im Gegenzug den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis 2030 sowie Investitionen in die Werke. Dieser ist von den Kündigungen nicht betroffen.
»Das ist ein übles Foul an der Belegschaft und erneut ein schamloser Versuch, in die Geldbeutel der Beschäftigten greifen zu wollen«, erklärte IG-Metall-Bezirkschef und Verhandlungsführer Thorsten Gröger. Die Gewerkschaft werde nicht hinnehmen, dass unternehmerische Kosten und Risiken auf die Belegschaft verlagert werden sollten, während Gewinne privatisiert würden. Betriebsratschefin Daniela Cavallo sprach von Erpressung und kündigte Widerstand gegen den Vorstoß an. »Ich rechne mit einer heftigen Auseinandersetzung zum Jahreswechsel.« Dann endet die Friedenspflicht im ebenfalls gekündigten Vergütungstarifvertrag – Streik wäre dann möglich.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Streiks ab Januar 2027 nach Ende der Friedenspflicht.
Likely · Within months
Open Questions
- Welche konkreten finanziellen Einbußen drohen den Beschäftigten?
- Wie wird die IG Metall den Streik organisieren?




