Bankenkrise: Paraguays Präsident Peña tritt nach Bankenkollaps zurück
Peña begründet seinen Rücktritt mit der Stabilität des Landes und dem sozialen Frieden; Vizepräsident Pedro Alliana übernimmt die Amtsgeschäfte
Quick Look
- Paraguays Präsident Santiago Peña ist nach dem Kollaps der Digitalbank Ueno zurückgetreten.
- Er begründete den Schritt mit der Stabilität des Landes und dem sozialen Frieden.
- Vizepräsident Pedro Alliana übernimmt die Amtsgeschäfte.
AI-generated summary
Why It Matters
Santiago Peña amtiert seit 2023 als Präsident von Paraguay und war bis März des vergangenen Jahres Anteilseigner der Grupo Vazquez, die Ueno kontrolliert. Die paraguayische Zentralbank hatte bei Ueno eingegriffen, nachdem ein Verstoß gegen die Mindestanforderungen an die Zahlungsfähigkeit festgestellt worden war. Dies führte zum Rücktritt des Zentralbankchefs und zur Festnahme von acht Ueno-Führungskräften.
Asuncion. Der paraguayische Präsident Santiago Peña ist am Donnerstag nach dem Kollaps der Digitalbank Ueno unter wachsendem Druck zurückgetreten. „Ich tue dies mit Blick auf die Stabilität unseres Landes, den sozialen Frieden und die Notwendigkeit, unsere demokratischen Institutionen zu bewahren“, sagte er in einer Videoaufzeichnung. Vizepräsident Pedro Alliana soll die Amtsgeschäfte übernehmen.
Peña ist ein Verbündeter von US-Präsident Donald Trump. Er legte sein Amt nieder, nachdem die Opposition im Kongress eine Sondersitzung zur Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens einberufen und Demonstranten seinen Rücktritt gefordert hatten.
Peña hatte am Donnerstag den Rückhalt von Mitgliedern seiner konservativen Colorado-Partei verloren. Abgeordnete warfen ihm Interessenkonflikte, die Zweckentfremdung von Pensionsgeldern und institutionelle Vertuschung im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von Ueno vor.
Der seit 2023 amtierende Ökonom war bis März vergangenen Jahres Anteilseigner der Grupo Vazquez, die Ueno kontrolliert. Das Geldhaus war rasch von einem Nischenanbieter aus der Finanztechnologie-Branche (Fintech) zu einer mittelgroßen Bank herangewachsen. Das Institut verwaltete knapp 850 Millionen Dollar an öffentlichen Geldern.
„Mein größter Wunsch ist es, dass die Rückgabe dieser Mittel garantiert wird, dass der Einlagensicherungsfonds seinen Zweck erfüllt und dass öffentliche Gelder – ebenso wie die Ressourcen, die allen Paraguayern gehören – geschützt werden“, erklärte Peña in seiner Ansprache.
Paraguays Zentralbank hatte bei Ueno eingegriffen, nachdem sie einen Verstoß gegen die Mindestanforderungen an die Zahlungsfähigkeit festgestellt hatte. Dies löste eine Krise aus, durch die rund drei Millionen Kunden des Unternehmens in dem 6,5 Millionen Einwohner zählenden Land nicht mehr auf ihre Konten zugreifen können. Die Turbulenzen hatten am Dienstag zum Rücktritt des Zentralbankchefs und zur Festnahme von acht Ueno-Führungskräften geführt. Ueno hat sich nicht öffentlich zu dem Fall geäußert.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Das Amtsenthebungsverfahren gegen Santiago Peña wird im Kongress eingeleitet.
Likely · Within days
Vizepräsident Pedro Alliana übernimmt die Amtsgeschäfte als neuer Präsident.
Very likely · Within hours
Der Einlagensicherungsfonds wird die Einlagen der Ueno-Kunden zurückerstatten.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Wird das Amtsenthebungsverfahren gegen Santiago Peña tatsächlich eingeleitet?
- Wie werden die knapp 850 Millionen Dollar an öffentlichen Geldern zurückgezahlt?
- Erfüllt der Einlagensicherungsfonds seinen Zweck für die betroffenen Kunden?
- Welche rechtlichen Konsequenzen drohen den festgenommenen Ueno-Führungskräften?







