Bayern Meister, Neuer-Frage, Trump-Kritik und Baum-Umarmen
Dass Bayern München Meister wird, steht gefühlt seit dem ersten Spieltag fest. Das Heimspiel gegen den 1.FC Köln ist Party-Routine, bei der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit überdimensionale Weizenbiergläser über Trainer Vincent Kompany ausgeschüttet werden.
Aber, Achtung, für ein wenig Aufregung ist auch in der Allianz-Arena gesorgt. Denn eine Frage steht im Raum, oder besser: im Stadion: Wird Manuel Neuer bei der anstehenden Weltmeisterschaft noch mal Deutschlands Nummer eins?
Eigentlich war Neuer nach der EM 2024 aus dem Nationalteam zurückgetreten, Spekulationen über eine Rückkehr wies er stets zurück. Nun aber hängt der 40-Jährige nicht nur ein Jahr bei den Bayern dran. Angeblich denkt Bundestrainer Julian Nagelsmann darüber nach, Neuer doch mit zur WM zu nehmen.
Fox News, das war mal die Heimat von Tucker Carlson. Und der hat schon lange die Geduld verloren. Mit Trump. Wegen Iran. Carlson, heute als Host der »Tucker Carlson Show« Sprachrohr der MAGA-Bewegung, hat einst geholfen, Trump großzumachen. Nun aber wendet er sich enttäuscht ab. Die US-Militärschläge gegen Iran an der Seite Israels hält er für einen Verrat am »America First«-Prinzip (mehr dazu hier). Früher feierte er Trump, jetzt verhöhnt er ihn.
Meine Kollegin Julia Amalia Heyer aus dem SPIEGEL-Büro in Washington hat den Bruch der beiden Männer nachgezeichnet, der symptomatisch ist für die Risse, die sich im rechten Lager der USA auftun. Und sie geht der Frage nach, ob Carlson Trump womöglich im Weißen Haus beerben will.
Diese Art von Protest gegen den Gazakrieg kann man richtig oder falsch finden. Dass aber die Frage nach der Politik noch grundsätzlich gestellt wird, muss einen verwundern. Sicher, der ESC war einst als explizit unpolitische Spaßveranstaltung ins Leben gerufen worden. Doch gerade in den vergangenen Jahren musste nicht nur so mancher Auftritt als politisches Statement verstanden werden. Auch die Krise im Nahen Osten, Russlands Krieg gegen die Ukraine, der Brexit warfen ihre Schatten auf das Festival.
Wie auch nicht? Der ESC – erst recht, weil er als Länderwettbewerb daherkommt – findet nicht im luftleeren Raum statt. Gleiches gilt für andere Kulturevents wie die Kunstbiennale in Venedig oder die Filmfestspiele in Berlin. Können ESC und Co. das aushalten? Sie müssen.
Ach ja, der Wettbewerb: Es gibt einige Favoriten, das finnische Duo Linda Lampenius und Pete Parkkonen etwa, oder der griechische TikTok-Star Akýlas. Dass irgendjemand dem deutschen Beitrag »Fire« von Sarah Engels einen der vorderen Plätze zutraut, habe ich nirgends gehört oder gelesen. »Zu unoriginell« sei der Titel, urteilt mein Kollege Felix Bayer. »Mit einem Song, der ›I'm on fire‹ auf ›you're a liar‹ reimt, wird man da nicht groß landen können.« Nicht einmal die gefürchteten zero points seien ausgeschlossen (mehr dazu hier).
Natürlich ist der ESC vor allem ein TV-Event. Aber ich will Ihnen wärmstens empfehlen, das Ganze auf dem Second Screen auf SPIEGEL.de zu verfolgen. Meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Kulturressort werden den Abend wie in den Jahren zuvor im Liveticker begleiten, fachkundig und höchst unterhaltsam.
Mehr Hintergründe hier: »Es gibt drei Grundzutaten für Erfolg«
… wird in Bad Pyrmont gekürt. In dem niedersächsischen Kurbad findet heute erstmals die Deutsche Meisterschaft im Bäume-Umarmen statt. Es gibt einen Einzel- und einen Mannschaftswettbewerb. Jeweils drei Disziplinen sind zu absolvieren: Schnelligkeit (möglichst schnell eine bestimmte Anzahl von Bäumen umarmen), Kreativität und Innigkeit (Bäume möglichst künstlerisch oder herzlich umarmen) und Baumwissen (Schätzfragen beantworten). Teilnehmen kann jede und jeder, »Vorkenntnisse sind nicht nötig«, heißt es im Info-Flyer, »Freude an der Natur und ein offenes Herz reichen aus«.
Klingt alles schräg, stimmt schon, ist aber gar nicht so neu. Die Weltmeisterschaft im »Tree Hugging« gibt es in Finnland schon seit einigen Jahren.
Skurriler Wettbewerb in Finnland: Wie wird man Weltmeisterin im Baum-Umarmen, Frau Raekallio-Wunderink?
