
Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt übernimmt vorerst die Amtsgeschäfte, während die Freien Wähler unter Schock stehen.
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Hubert Aiwanger war seit 2018 Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident in Bayern. Er verstarb überraschend im Alter von 55 Jahren in Berlin.
Berlin. Im bayerischen Wirtschaftsministerium soll es nach dem überraschenden Tod von Minister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) eine „bruchlose Übergabe“ geben. „Wir werden unsere Arbeit fortsetzen. Ich glaube auch, dass das genau das ist, was Hubert von uns erwartet hätte“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt (Freie Wähler) bei einer Pressekonferenz in München. Gotthardt wird zunächst die Amtsgeschäfte und das Ministerium leiten, bis formal ein Nachfolger für Aiwanger bestimmt ist.
„Ich merke am Feedback der Mitarbeiter: Es fehlt nicht bloß der Chef, es fehlt ein großer Mensch“, sagte Gotthardt sichtlich erschüttert und mit den Tränen kämpfend. Amtschefin Sabine Jarothe sagte: „Es ist eine Riesenlücke, die wir noch nicht fassen können.“
Weitergehen soll es im Wirtschaftsministerium erst einmal ganz in der Linie des verstorbenen Ministers. Ziel sei es, Verantwortung zu übernehmen und der bayerischen Wirtschaft weiterhin Verlässlichkeit zu garantieren, sagte Gotthardt. „Es wird nichts, was begonnen wurde, irgendwo stoppen oder sich verzögern.“ Und man werde unvermindert die starke Stimme Bayerns auf Berliner und Brüsseler Ebene sein.
Die Freien Wähler in Bayern wollen sich zunächst der Trauer um ihren plötzlich gestorbenen Parteichef widmen – erst dann soll es darum gehen, wie man sich neu aufstellt. Momentan sei die Situation so, „dass wir in einer Art Schockzustand sind“, sagte Fraktionschef Florian Streibl dem Bayerischen Rundfunk. Die Gremien müssten nun erst Trauerarbeit leisten.
Man müsse sich erst bewusst werden, wie die Situation gerade sei. „Es ist bei vielen von uns noch nicht richtig angekommen.“ Auch er selbst könne den Tod Aiwangers bisher nicht fassen, es sei völlig „surreal“: „Ich meine immer noch, er ruft jeden Moment an.“
Erst in einem weiteren Schritt gehe es darum, zu überlegen, wie es weitergehe. Man werde Wege finden, um auch in Zukunft „sachorientierte Politik“ zu machen, sagte Streibl über die Partei, die mit der CSU die Regierungskoalition im Freistaat bildet.
Aiwanger war seit 2018 Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident in einer Koalition aus CSU und Freien Wählern unter Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Der 55 Jahre alte Niederbayer und Chef der Freien Wähler war am Mittwoch leblos in einem Hotel in Berlin-Mitte gefunden worden, nachdem er tagsüber wegen gesundheitlicher Probleme nicht bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähler eine Rede halten konnte.
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