Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach will pflegende Angehörige entlasten
Quick Look
- Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach betont die Bedeutung der Unterstützung pflegender Angehöriger und nennt konkrete Maßnahmen wie das Förderprogramm 'Pflege im sozialen Nahraum', 59 Pflegestützpunkte und rund 3.860 anerkannte Angebote zur Entlastung.
- Sie begrüßt zudem den Verzicht des Bundesgesundheitsministers auf geplante Einsparungen bei Rentenansprüchen für pflegende Angehörige.
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Why It Matters
In Bayern werden rund 83 Prozent der etwa 630.000 Pflegebedürftigen zu Hause betreut, wobei pflegende Angehörige eine zentrale Rolle spielen. Seit 2020 wird das Förderprogramm 'Pflege im sozialen Nahraum' zur Schaffung von Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeplätzen umgesetzt.
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach will pflegende Angehörige weiter entlasten. «Viele Menschen möchten trotz Pflegebedürftigkeit in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Dieser Wunsch kann oft durch das Engagement von Angehörigen erfüllt werden», sagte Gerlach anlässlich des Tages der pflegenden Angehörigen (8. September). Die Belastung sei jedoch häufig groß - weshalb es in Bayern vielfältige Unterstützungsangebote gebe.
In Bayern werden nach Ministeriumsangaben rund 83 Prozent der rund 630.000 Pflegebedürftigen zu Hause betreut. Um pflegende Angehörige zu entlasten, gibt es zum Beispiel das Förderprogramm «Pflege im sozialen Nahraum» für den Ausbau von Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeplätzen. Seit Beginn des Programms im Jahr 2020 wurden in Bayern 10.471 Pflegeplätze - darunter Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeplätze - mit einer Summe von 486,6 Millionen Euro gefördert.
59 Pflegestützpunkte in Bayern
Pflegende Angehörige sollen bei Fragen und Sorgen nicht alleingelassen werden, so die Ministerin. Deshalb würden unter anderem Pflegestützpunkte gefördert. Bayernweit gebe es mittlerweile 59 solcher Anlaufstellen, in denen Interessierte kostenlos Informationen rund um die Pflege bekommen. Es gibt auch spezielle Hilfen zum Thema Demenz sowie zur Stärkung der häuslichen Pflege und zur Entlastung der pflegenden Angehörigen rund 3.860 anerkannte Angebote.
Mit Blick auf die aktuellen Reformvorhaben des Bundes unterstrich Gerlach: «Ein positiver Ansatz ist beispielsweise das Vorhaben, Pflegebedürftige und ihre Angehörige durch eine stärkere fachliche Begleitung zu unterstützen.» Auch sei es wichtig, für unvorhergesehene Situationen bessere Überbrückungsmöglichkeiten zu schaffen.
«Gut ist zudem, dass der neue Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann auf die bislang vorgesehenen Einsparungen bei den Rentenansprüchen für pflegende Angehörige verzichten will», sagte Gerlach. Bayern habe sich intensiv für die Korrektur an den Reformplänen der Bundesregierung eingesetzt.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Das Förderprogramm 'Pflege im sozialen Nahraum' wird bis 2027 weiter ausgebaut, um zusätzlichen Bedarf an Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeplätzen zu decken.
Likely · Within months
Open Questions
- Wie hoch ist die durchschnittliche Wartezeit für einen Pflegeplatz im Rahmen des Förderprogramms?
- Welche konkreten Änderungen plant der Bundesgesundheitsminister neben dem Verzicht auf Rentenanspruchs-Einsparungen?
- Wie werden die 59 Pflegestützpunkte personell und finanziell ausgestattet?


