Beiersdorf-Chef Warnery warnt vor Wettbewerbsnachteil durch EU-Regulierung
Quick Look
- Beiersdorf-Vorstandsvorsitzender Vincent Warnery warnt, dass die europäische Kosmetikindustrie durch übermäßige regulatorische Belastungen ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber weniger regulierten Konkurrenten aus den USA, China und Korea verlieren könnte.
- Er kritisiert insbesondere die geplante Novelle der EU-Kommunalabwasserrichtlinie, die Kosmetikhersteller finanziell belasten würde, obwohl sie nur gering zur Verschmutzung beitragen.
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Why It Matters
Vincent Warnery leitet seit Mai 2021 den Konsumgüterkonzern Beiersdorf, zu dem Marken wie Nivea gehören. Vor seiner Tätigkeit bei Beiersdorf war er bei L'Oréal tätig. Die europäische Kosmetikindustrie steht unter zunehmendem regulatorischen Druck, insbesondere durch Vorgaben zur Umweltverträglichkeit und Inhaltsstoffen.
Nach Einschätzung des Beiersdorf-Managers Warnery setzen EU-Vorgaben Unternehmen zu stark unter Druck. Die europäische Kosmetikindustrie schaffe Arbeitsplätze und müsse entlastet werden.
Warnery leitet den Konsumgüterkonzern Beiersdorf seit Mai 2021. Foto: Michael Kappeler/dpa
Berlin. Nivea-Chef Vincent Warnery warnt, die europäische Kosmetikindustrie könne ihre Vorreiterrolle im internationalen Wettbewerb verlieren. „Wir wollen nicht die nächste Autoindustrie werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Dax-Konzerns Beiersdorf im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die europäische Kosmetikindustrie schaffe Arbeitsplätze und Wohlstand. „Also überfordert uns nicht mit regulatorischen Belastungen“, appellierte Warnery an die EU.
Warnery: Konkurrenten werden weniger reguliert
Warnery sagte, es bestehe die Gefahr, dass europäische Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit einbüßten, weil Konkurrenten aus Drittländern weniger reguliert würden. „Europa muss sehr vorsichtig sein, insbesondere wenn wir uns die USA, China und Korea ansehen, wo viele Vorschriften nicht gelten.“
Der Franzose betonte: „Hautpflegeprodukte aus Europa unterliegen bereits jetzt den strengsten Qualitätsstandards. Trotzdem werden wir aufgefordert, bestimmte Inhaltsstoffe aus unseren Formulierungen zu entfernen, auch dann, wenn sie bei normaler Anwendung kein Risiko darstellen.“ Das sei eine große Herausforderung.
Ein weiteres Ärgernis ist aus Warnerys Sicht die Novelle der EU-Kommunalabwasserrichtlinie, die Hersteller von Kosmetika und pharmazeutischen Produkten finanziell zur Verantwortung ziehen soll. Unternehmen wie Beiersdorf sollten hohe Zahlungen leisten, obwohl sie nur für einen geringen Teil der Verschmutzung verantwortlich seien, kritisierte er.
Warnery leitet Beiersdorf seit Mai 2021
Warnery leitet den Hamburger Konsumgüterkonzern seit Mai 2021. Der Betriebswirt war vor seinem Wechsel zu Beiersdorf unter anderem für den globalen Branchenprimus L'Oréal aus Frankreich tätig. Weitere in Europa im Kosmetikbereich tätige Unternehmen sind Unilever (Großbritannien), LVMH (Frankreich) und Henkel (Deutschland).
Nach Warnerys Amtsantritt wuchs Beiersdorf kräftig. Zuletzt, im ersten Halbjahr, verzeichnete der Konzern aber einen Umsatzrückgang, was mit schwachen Zahlen der wichtigsten Konzernmarke Nivea zusammenhing.
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Open Questions
- Wie hoch wären die finanziellen Belastungen für Beiersdorf durch die Novelle der EU-Kommunalabwasserrichtlinie konkret?
- Welche spezifischen Inhaltsstoffe sollen laut Warnery aus den Formulierungen entfernt werden, obwohl sie bei normaler Anwendung kein Risiko darstellen?
- Wie plant die EU, die Wettbewerbsnachteile für europäische Unternehmen gegenüber weniger regulierten Konkurrenten auszugleichen?



