
Bundeskanzler Friedrich Merz hat eine grundlegende Reform der Krankenversicherung angeregt, da das Nebeneinander von privater und gesetzlicher Kasse als Gerechtigkeitsproblem wahrgenommen wird.
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Das Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung hat sich historisch aus dem späten 19. Jahrhundert entwickelt.
Düsseldorf. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat überraschend eine grundlegende Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ins Gespräch gebracht. Das „Nebeneinander von privater und gesetzlicher Krankenversicherung“ werde von vielen Menschen als „Gerechtigkeitsproblem“ empfunden. „Wir sehen das Problem“, sagte er und betonte gleichzeitig, es gebe gute Gründe für beide Systeme. „Aber wenn die Bevölkerung das als ein so massives Problem ansieht, und ich teile die Einschätzung, dann müssen wir daran etwas ändern.“
Wenngleich ein Sprecher später klarstellte, der Bundeskanzler habe das duale System der Krankenversicherung nicht infrage gestellt, war der Geist aus der Flasche. Zu Recht! Hätte man heute die Aufgabe, auf der „grünen Wiese“ ein Gesundheitssystem zu konzipieren, würde das bestehende deutsche Modell sicher nicht als Vorbild dienen.
Die Alternative besteht jedoch weder in der Verteidigung des Status quo, noch in einer Bürgerversicherung. Vielmehr gilt es, Versicherung und Umverteilung institutionell zu trennen.
Das Nebeneinander von gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen hat sich nach der Einführung der obligatorischen gesetzlichen „Krankenversicherung der Arbeiter“ Ende des 19. Jahrhunderts urwüchsig entwickelt. Die privaten Krankenversicherungen (PKV) waren die marktwirtschaftliche Antwort darauf, dass Besserverdienende, Beamte oder Selbstständige nicht Mitglieder der gesetzlichen Kassen werden konnten.

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