
Der brasilianische Präsidentschaftskandidat erhält Rückendeckung von Mitte-rechts- und rechtsgerichteten Parteien vor der Stichwahl im Oktober.
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In Brasilien steht Ende Oktober eine Stichwahl um das Präsidentenamt an. Flavio Bolsonaro führt gegen den amtierenden Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva.
Sao Paulo. Der brasilianische Präsidentschaftskandidat Flavio Bolsonaro hat vor der Stichwahl Ende des Monats wichtige Unterstützer hinter sich versammelt. Inzwischen liegen Zusagen von mehreren Mitte-rechts- und rechtsgerichteten Parteien vor. Sollte Bolsonaro die Präsidentschaft gewinnen, könnte er so eine Koalition mit komfortablen Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses schmieden.
Der rechtsgerichtete Politiker und älteste Sohn von Ex-Präsident Jair Bolsonaro hatte die erste Wahlrunde mit einem leichten Vorsprung vor Amtsinhaber Luiz Inacio Lula da Silva gewonnen, obwohl er in Umfragen konstant zurückgelegen hatte. Die Stichwahl ist für den 25. Oktober angesetzt.
Das brasilianische Parlament ist stark zersplittert. Mehr als zwanzig Parteien sind zurzeit im Kongress vertreten. Der Wahlsieger muss hier mehrere Bündnisse schließen, um Gesetze durchzubringen.
Zu Bolsonaros neuen Unterstützern gehören mit PP, Uniao Brasil, Republicanos und Podemos Parteien, die sich während des Wahlkampfs zur ersten Runde noch neutral verhalten hatten. Einige Abgeordnete aus diesen Reihen hatten früher einflussreiche Positionen in Lulas Regierung inne, sogar Ministerposten.
Zudem stellten sich die in der ersten Runde unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Romeu Zema, Ronaldo Caiado und Augusto Cury hinter Bolsonaro. „Ich freue mich sehr über diese offizielle Unterstützung. Auf diese Weise werden wir Brasilien wieder aufbauen“, hatte Bolsonaro vergangene Woche während einer Pressekonferenz mit Abgeordneten und Vertretern verbündeter Parteien erklärt.
Investoren fordern Reformen
Zusammengenommen würden Bolsonaros Liberale Partei (PL) und ihre Verbündeten mehr als 280 Sitze im Abgeordnetenhaus und bis zu 50 Sitze im Senat kontrollieren, was für sichere Mehrheiten in beiden Kammern reicht. Damit könnte der Politiker von Investoren geforderte Marktreformen durchsetzen und den Obersten Gerichtshof umgestalten.
Dieser Rückhalt könnte auch entscheidend für einen weiteren Plan Bolsonaros sein: eine Amnestie für seinen Vater. Ex-Präsident Jair Bolsonaro verbüßt eine 27-jährige Haftstrafe wegen der Planung eines Putsches nach seiner Wahlniederlage 2022.
Während Flavio Bolsonaro weitere Verbündete sammelt, hat Brasiliens amtierender Präsident Lula Schwierigkeiten, neue Unterstützer zu gewinnen. Die meisten Parteien des linken und Mitte-Links-Spektrums hatte er bereits vor dem ersten Wahlgang hinter sich vereint. Lula will nun Insidern aus seinem Wahlkampfteam zufolge Millionen Brasilianerinnen und Brasilianer ansprechen, die beim ersten Wahlgang nicht zur Urne gegangen waren.
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Stichwahl zwischen Bolsonaro und Lula da Silva am 25. Oktober.
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