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Brent-Rohöl steigt wieder auf 100 Dollar
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Süddeutsche Zeitung5 hours agoEnergy5 min readGermany

Brent-Rohöl steigt wieder auf 100 Dollar

Die Eskalation im Nahen Osten und Angriffe auf Schiffe erhöhen die Sorge vor Lieferausfällen über die Straße von Hormus und das Rote Meer.

Quick Look

  • Der Preis für Brent-Rohöl ist wegen der anhaltenden Angriffe im Nahen Osten auf 100 Dollar je Barrel gestiegen.
  • Die Lage um die Straße von Hormus und das Rote Meer verschärft die Sorge vor weiteren Lieferunterbrechungen.

AI-generated summary

Why It Matters

Der Text handelt von einer erneuten Eskalation im Nahen Osten mit Angriffen auf Ziele im Iran und auf Schiffe im Roten Meer sowie in der Straße von Hormus. Parallel dazu steigen die Ölpreise deutlich, weil Marktteilnehmer mit Lieferunterbrechungen rechnen.

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Der Preis für Rohöl der Referenzsorte Brent ist auf 100 Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen. Das entspricht einem Preisanstieg von 6,5 Prozent. Damit erreicht der Preis erstmals seit Ende Mai die 100-Dollar-Marke. US-Leichtöl WTI legt um rund 5,5 Prozent auf 91,49 Dollar pro Barrel zu.

Grund für den Preisanstieg sind die anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg. Die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen in Jemen hatten zuvor nach eigenen Angaben zwei saudische Öltanker angegriffen. Das schürte die Sorge vor einer Ausweitung der Lieferunterbrechungen im Nahen Osten.

Neben dem Konflikt um die Straße von Hormus haben die Huthi eine neue Front eröffnet und nehmen nun auch Schiffe mit saudischem Öl in der Meerenge Bab el-Mandeb am Roten Meer ins Visier. Sollte auch die Straße von Hormus länger blockiert bleiben, könnte der Preis für Brent im vierten Quartal die Marke von 120 Dollar pro Barrel überschreiten, schreiben die Analysten von Goldman Sachs.

Nach Angriffen der Huthi-Miliz im Roten Meer hat US-Präsident Donald Trump Iran im Falle einer erneuten Attacke mit Vergeltung gedroht. „Sollten sie dies erneut tun, werden die USA Iran zur Rechenschaft ziehen, da die Huthi als Stellvertreter Irans agieren“, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Er kündigte „schwere militärische Strafen gegen Iran und natürlich auch gegen die Huthi selbst“ an.

Die Huthi hatten am Montag eine „Blockade“ der Seefahrt für Saudi-Arabien erklärt. In der Nacht zum Donnerstag wurde der saudische Öltanker Encelia angegriffen, woraufhin an Bord ein Feuer ausbrach. Die Huthi-Miliz teilte etwa zur gleichen Zeit mit, sie habe zwei saudische Öltanker angegriffen, die die von ihr ausgerufene „Blockade“ im Roten Meer verletzt hätten. Es seien Raketen, Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt worden. Auf beiden Schiffen brachen demnach Feuer aus, etwa zehn Schiffe seien zur Umkehr gezwungen worden.

Ein Grenzübergang zwischen Kuwait und dem Irak ist nach Angaben des kuwaitischen Verteidigungsministeriums von Drohnen angegriffen worden. Bei dem Angriff auf den Grenzübergang Al-Abdali seien Sachschäden entstanden, Verletzte habe es nicht gegeben. Zuvor hatte Iran gemeldet, US-Camps in Kuwait angegriffen zu haben. Auch Jordanien steht nach eigenen Angaben weiterhin unter iranischem Beschuss. Dort seien US-Raketensysteme sowie Waffen- und Treibstofflager die Ziele gewesen.

US-Außenminister Marco Rubio hat Iran vorgeworfen, Vereinbarungen mit den Vereinigten Staaten systematisch zu brechen. Die USA hätten sich an ihre Zusagen gehalten, während die Führung in Teheran Abkommen immer wieder verletze. Er sagte, Iran zahle nun den Preis dafür.

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben neue Angriffe gegen militärische Ziele in Iran gestartet. Ziel sei es, die Fähigkeiten Irans weiter zu schwächen, Handelsschiffe und zivile Seeleute zu bedrohen. Es ist die zwölfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angriffen.

Wegen des Streits um die für den weltweiten Handel mit Energieträgern wie Öl und Flüssiggas wichtige Straße von Hormus eskaliert der Iran-Krieg seit Anfang des Monats wieder. US-Medien berichten seit Tagen über Indizien für eine mögliche Ausweitung der US-Angriffe. Das Wall Street Journal berichtet, Spezialeinheiten seien in die Region entsandt worden, und Bomber befänden sich in höchster Einsatzbereitschaft. Außerdem seien in den vergangenen Tagen mehr als 150 Sanitäter im Landstuhl Regional Medical Center in Rheinland-Pfalz eingetroffen.

Angesichts der Eskalation der Konflikte im Nahen Osten ist der Ölpreis auf den höchsten Stand seit mehr als sechs Wochen gestiegen. Ein Fass der Nordseesorte Brent verteuerte sich um zwei Prozent auf 96 Dollar. Als Gründe nannten Händler die fortgesetzten US-Angriffe auf Iran sowie Attacken der Huthi-Rebellen auf Öltanker im Roten Meer. Die Angriffe schüren Sorgen vor einer Beeinträchtigung der wichtigen Schifffahrtsrouten durch die Straße von Hormus und das Rote Meer, was die weltweite Energieversorgung gefährden könnte.

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben neue Angriffe gegen militärische Ziele in Iran gestartet. Diese hätten um 17.30 US-Ostküstenzeit (1.00 Uhr Ortszeit in Iran) begonnen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit. Ziel sei es, die Fähigkeiten Irans weiter zu schwächen, Handelsschiffe und zivile Seeleute zu bedrohen. Es ist die zwölfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angriffen.

Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump bei einer Veranstaltung in Marietta im US-Bundesstaat Georgia betont, dass Iran aus seiner Sicht noch nicht bereit für einen Deal sei. Immer wenn Teheran einen Kompromiss schließe, wollten sie ihn danach wieder ändern, kritisierte Trump. „Sie sind noch nicht bereit. Sie werden aber sehr bald bereit sein“, betonte er – was sich als indirekte Drohung interpretieren ließ.

Bereits am Mittwochmorgen hatte Trump Iran sehr deutlich gedroht: Die Vereinigten Staaten würden künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk in Iran „bombardieren und zerstören“, wenn die Islamische Republik ein Schiff in der Straße von Hormus beschießt, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.

Im Roten Meer hat die Besatzung eines Tankers Beschuss gemeldet. Das Schiff sei nach Angaben des Kapitäns von einem unbekannten Geschoss getroffen worden, das ein Feuer ausgelöst habe. Die Besatzung bekämpfe das Feuer, es seien keine Verletzten gemeldet worden. Die Herkunft des Schiffes war unklar.

Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz in Jemen teilte etwa zur gleichen Zeit mit, sie habe zwei saudi-arabische Öltanker angegriffen, die die von ihr ausgerufene „Blockade“ im Roten Meer verletzt hätten. Es seien Raketen, Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt worden. Auf beiden Schiffen brachen demnach Feuer aus, etwa zehn Schiffe seien zur Umkehr gezwungen worden. Ob die beiden Mitteilungen sich auf den gleichen Vorfall beziehen, war nicht klar.

Die Huthi hatten am Montag eine „Blockade“ für saudische Schiffe angekündigt – rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem Nachbarland Jemens, mit dem die Miliz seit mehr als zehn Jahren Krieg führt. Für Saudi-Arabien gelte ab sofort ein „Verbot der Schifffahrt“, sagte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari.

Iran droht seinerseits mit Vergeltung, sollten die USA Infrastruktur wie Brücken oder Kraftwerke angreifen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf Militärkreise.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump seine Drohungen wiederholt: „Jedes Mal, wenn die Islamische Republik Iran in der Straße von Hormus auf ein Schiff schießt – sei es mit einer Lenkrakete, einer Rakete, einer Drohne oder einem anderen Gerät oder einer anderen Waffe – werden die Vereinigten Staaten EINE BRÜCKE ODER EIN KRAFTWERK bombardieren und zerstören, einschließlich solcher, die sich in der Nähe oder innerhalb der Hauptstadt Teheran befinden“, schreibt Trump in einem Beitrag auf Truth Social.

Der iranische Chefunterhändler Mohammed Bagher Kalibaf warnt davor, dass niemand in der Region Öl verkaufen könne, wenn dies Iran verwehrt bleibe. Wenn die Sicherheit Teherans nicht gewährleistet sei, sei keine Infrastruktur sicher, erklärt er auf der Kurznachrichtenplattform X. „Die Logik dieses Krieges ist klar: entweder alle oder keiner“, schreibt Kalibaf weiter. Die Sicherheit der Straße von Hormus hänge vom Fernbleiben der US-Streitkräfte ab.

Nach einer Warnung der jemenitischen Huthi-Miliz vor dem Anlaufen saudi-arabischer Häfen haben weitere Tanker im Roten Meer ihren Kurs geändert. Zwei Schiffe steuern nun den Suezkanal an, während zwei weitere offene Gewässer als Ziel angeben, wie aus Schiffsortungsdaten von LSEG und Marine Traffic hervorgeht. Ein fünftes Schiff, ein Fahrzeugtransporter, scheint zudem im Golf von Aden abgedreht zu haben, nachdem es zuvor den saudischen Hafen Dschidda als nächstes Ziel gemeldet hatte. Am Dienstag hatten bereits drei mit saudi-arabischem Rohöl beladene Tanker auf dem Weg nach China und Indien abgedreht und fortan den Suezkanal angesteuert, um die jemenitische Küste zu meiden.

Pakistan droht inmitten des neu aufflammenden Konflikts zwischen der von Iran unterstützten Huthi-Miliz in Jemen mit dem Königreich Saudi-Arabien mit einem Militäreinsatz. Man behalte sich auch den Einsatz von Gewalt vor, um eigene Interessen zu schützen, hieß es in einer Stellungnahme des pakistanischen Außenministeriums. Die Huthi hatten am Montag eine „Blockade“ für saudische Schiffe angekündigt. Ein militärischer Eintritt Pakistans in den Konflikt würde Pakistan im Jemen-Krieg zu einem Kontrahenten Teherans machen.

Nach gut einer Stunde hat Centcom bekannt gegeben, dass die Angriffswelle gegen Iran beendet sei. Zu den Zielen der gut einstündigen Angriffswelle gehörten militärische Kommandozentren, die iranische Marine und Standorte der Luftwaffe. Es war die inzwischen elfte Nacht in Folge, in der das US-Militär Ziele in Iran bombardiert hat.

Erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg ist wieder die Flugabwehr in der Hauptstadt Teheran aktiviert worden. Im Nordosten der Millionenmetropole waren in der Nacht dumpfe Detonationen zu hören. Auch iranische Staatsmedien berichteten über Flugabwehrfeuer in verschiedenen Bezirken der Stadt, in der rund 15 Millionen Menschen leben.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die Ölpreise könnten kurzfristig weiter steigen, falls die Angriffe auf Schiffe und die Spannungen an der Straße von Hormus anhalten.

    Likely · Within days

  • Es wird weitere militärische Schlagzeilen zu US-Angriffen auf Iran oder zu Vergeltungsdrohungen geben.

    Likely · Within days

  • Mehr Schiffe werden vorsichtshalber Routen ändern oder Häfen meiden.

    Very likely · Within days

Open Questions

  • Wie lange werden die Angriffe auf iranische Ziele andauern?
  • Ob und wie stark die Straße von Hormus tatsächlich blockiert wird?
  • Welche der gemeldeten Schiffsangriffe sind unabhängig bestätigt?
  • Wie reagieren Saudi-Arabien und andere Staaten der Region militärisch und diplomatisch?

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This article was originally published by Süddeutsche Zeitung.

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