
London reagiert auf Druck der EU und Sorgen der heimischen Autoindustrie wegen chinesischer Subventionen.
Die britische Regierung erwägt die Einführung von Zöllen auf chinesische Elektroautos, um sich der EU-Politik anzupassen und den Zugang zum europäischen Markt für britische Hersteller zu sichern, da chinesische Marktanteile im Vereinigten Königreich stark steigen.
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Die EU hat bereits Ausgleichszölle auf chinesische Elektroautos eingeführt. Großbritannien prüft nun eine ähnliche Maßnahme, um den Zugang zum EU-Markt nicht zu verlieren.
Die britische Regierung prüft die Einführung von Zöllen auf chinesische Elektroautos, nachdem die Brüsseler EU-Kommission Druck auf London ausgeübt hat und auch die heimische Autoindustrie ihre Position ändert. Nach einem Bericht der Zeitung „The Times“ entwirft Wirtschafts- und Handelsminister Jonathan Reynolds derzeit Optionen für verschiedene Zollaufschläge.
Diese könnten sich an den seit zwei Jahren bestehenden sogenannten EU-Ausgleichszöllen orientieren, die für unterschiedliche E-Auto-Marken aus China bis zu 35 Prozent betragen. Zusammen mit dem regulären Importzoll würden die Zölle damit bis auf 45 Prozent steigen. Schon im September gab es Medienberichte, dass Brüssel Premierminister Andy Burnham dazu drängt, sich enger an der EU-Zollpolitik zu orientieren.
Als Begründung für den Aufschlag wird argumentiert, dass Peking die chinesischen Autokonzerne subventioniere. Diese würden daher den britischen Markt mit billigen Modellen „überschwemmen“. Brüssel fürchtet, dass Großbritannien zum „Einfallstor“ für subventionierte Elektroautos aus China in den EU-Markt werde.
Die EU hat London zu verstehen gegeben, dass Großbritannien von der geplanten „Made in Europe“-Strategie ausgeschlossen werden könnte, wenn es nicht gegen Chinas Autooffensive vorgehe. Kontinentaleuropa ist mit Abstand der wichtigste Markt für Autos, die in Großbritannien hergestellt werden.
Die Europäische Union will künftig Förderprämien und Ausschreibungen stärker daran knüpfen, ob Produkte in der EU hergestellt wurden. Dabei geht es insbesondere um Elektroautos. Die große Frage ist dabei noch, ob „Made in EU“ alle Drittstaaten ausschließt oder Handelspartner wie Großbritannien oder auch Kanada mit den EU-Staaten gleichgestellt werden. Das Angebot an Großbritannien ist, einer Art Klub „vertrauenswürdiger Partner“ beizutreten, der seine Chinapolitik abstimmt. Wie das genau aussehen soll, ist allerdings noch vollkommen unklar.
Bislang erhebt London – anders als Brüssel und Washington – keine Zollaufschläge auf chinesische Autos. Doch die Stimmung wandelt sich. Dazu trägt bei, dass Chinas Automarken derzeit rasend schnell ihre Marktanteile im Vereinigten Königreich ausweiten. Im September stammte fast ein Viertel der 350.000 Neuwagen aus China, wie neue Zahlen des Branchenverbands SMMT am Montag zeigten.
In dem Monat stieg der Neuverkauf deutlich an, aber ebenso der Marktanteil der Chinesen. Das Kompakt-SUV Jaecoo 7 von Chery Automobile, ein Hybridfahrzeug, setzte sich mit fast 11.000 Neuzulassungen an die Spitze der meistverkauften Wagen. Bei den reinen Elektroautos dominieren weiterhin Tesla-Modelle, aber die chinesischen E-Autos von BYD holen auf.
Bislang war die Londoner Regierung eher gegen höhere Zölle, weil sie Vergeltungszölle aus Peking fürchtete. Diese würden beispielsweise Jaguar Land Rover, den größten britischen Autohersteller, treffen. Für JLR ist China ein wichtiger Absatzmarkt. Allerdings ist der Verkauf deutlich gesunken: Innerhalb von zehn Jahren hat sich der Absatz von Jaguar Land Rover in China auf gut 60.000 Autos im vergangenen Jahr mehr als halbiert.
Einige Autohersteller mit großen Fabriken im Königreich drängen London zu einem Umdenken – vor allem mit Blick auf den drohenden Ausschluss vom „Made in Europe“-Plan. So sagte jüngst Massimiliano Messina, der Europachef von Nissan, Großbritannien drohe zu einem „Korridor“ für Chinas Elektroautos zu werden, die dann im EU-Markt landeten. „Großbritannien muss seine Zollpolitik anpassen“, sagte Messina.
Auch der Branchenverband der Autoindustrie, die Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT), warnt vor den Folgen, sollten britische Autos vom EU-Markt ausgeschlossen werden. Etwa 58 Prozent aller Autos von der Insel werden in der EU verkauft. Die Autoindustrien von Großbritannien und der EU seien eng miteinander verbunden, betonte SMMT-Geschäftsführer Mike Hawes. Würden in Britannien produzierte Fahrzeuge oder Fahrzeugteile von EU-Markt ausgeschlossen, würde das beide Seiten schädigen.
AI outlook — possibilities, not facts
Einführung von Zolloptionen durch das Handelsministerium
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