
Verteidigungsminister Pistorius kündigt Ausbau der Luftwaffe-Flotte an, um ältere Maschinen zu ersetzen und neue taktische Fähigkeiten zu integrieren.
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Die A400M ist ein europäisches Gemeinschaftsprojekt für Transportflugzeuge. Die Bundeswehr nutzt sie für Evakuierungen und Hilfseinsätze.
München. Die deutsche Luftwaffe soll weitere Großraumtransporter vom Typ A400M erhalten. Die Aussicht auf eine entsprechende Beschaffung kündigte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Dienstag bei einem Besuch im Airbus-Werk Bremen an.
Demnach sollen 16 neue Maschinen ältere Flugzeuge vom gleichen Typ bei der Bundeswehr ersetzen und mit zusätzlichen technischen Fähigkeiten ausgestattet werden. Insgesamt verfügt die Luftwaffe über 53 Maschinen des Typs.
Es werde „sehr konkret aktuell“ darüber nachgedacht, logistische Flugzeuge durch neue taktische zu ersetzen, sagte der Verteidigungsminister. Dazu würden „sehr gute“ Gespräche mit Airbus laufen. Vorher muss noch der Deutsche Bundestag entscheiden.
Das Geld für weitere Käufe ist da: Vor der Sommerpause genehmigte der Haushaltsausschuss des Bundestages Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 3,59 Milliarden Euro für das A400M-Programm bis 2032. Bislang lag der Rahmen bei gut 1,4 Milliarden Euro. Über den möglichen Kauf der Maschinen hatte das Handelsblatt bereits im Juli berichtet.
Die schwere Transportmaschine kann bis zu 25 Tonnen Last aufnehmen, Kampfjets in der Luft betanken oder Fallschirmjäger absetzen. Der Propellerantrieb ermöglicht extreme Tiefflüge und das Landen auf unbefestigten Pisten.
Die Bundeswehr hat die Maschinen in den vergangenen Jahren unter anderem für die Evakuierungsflüge aus Kabul eingesetzt und zum Abwurf von Hilfsgütern über dem Gazastreifen. Außer Deutschland unterhalten Großbritannien, Frankreich und Spanien größere A400M-Flotten.
Die deutsche Luftwaffe ist der größte Betreiber in der Nato. Wie bei den zivilen Airbus-Modellen ist die Produktion über Europa verteilt. Die Endmontage der Maschinen erfolgt in Spanien, in Deutschland ist das Airbus-Werk in Bremen beteiligt.
Die 16 zu bestellenden Maschinen sollen im Gegensatz zu ihren Vorgängern neue Fähigkeiten bekommen. Dazu gehören eine permanente Satellitenverbindung und ein verstärkter Selbstschutz gegen anfliegende Raketen. Damit könne die Maschine „in bedrohten Lufträumen“ operieren, heißt es bei Airbus Defence and Space.
Industriekreisen zufolge werden diese Maschinen nicht mehr nur als Transporter eingesetzt. Die Luftwaffe prüft, diese Flugzeuge zum Träger von Drohnen oder Marschflugkörpern wie dem Taurus umzurüsten. Bislang können das nur Kampfjets wie der Tornado, der aber ab 2030 ausgemustert wird.
Für den Hersteller Airbus Defence and Space ist der Auftrag von großer Bedeutung. Denn die Produktion und Auslieferung des gemeinsam mit Frankreich, Großbritannien und Spanien gebauten Flugzeugs hat in der Vergangenheit für viel Verdruss zwischen Industrie und Politik gesorgt. Mangelnde Auslieferungsqualität und Kostenüberschreitung hatten bereits 2010 beinahe zur vorzeitigen Einstellung der A400M geführt, bevor überhaupt eine Maschine ausgeliefert worden wäre.
Erst als die größten Abnehmerstaaten mehr Geld für zunächst weniger Leistungen zusagten, startete die Serienfertigung. Jetzt laufen die Lieferungen aus den damals geschlossenen Vereinbarungen aus, die Fertigung der A400M in der Endmontage in Sevilla wurde auf acht Maschinen pro Jahr halbiert.
Kommen keine neuen Aufträge, wäre 2030 Schluss, auch für die deutschen Zulieferungen. Mit dem Auftrag der Bundeswehr könnte die Fertigungslinie weitere zwei Jahre offen gehalten werden.
Eine weitere Bestellung wäre auch intern für Airbus wichtig. Die Fortführung der Produktion wäre industriepolitisch ein Signal der europäischen Zusammenarbeit. Spanien will gemeinsam mit Deutschland eine Alternative zum gescheiterten FCAS-Jet entwickeln und braucht bis zu dem Anlauf eines neuen Projekts Auslastung für seine Industrie.
Airbus versucht zudem, die Maschine weltweit zu vermarkten. Mit kolportierten 170 Millionen Euro in der Basisversion steht die A400M für einen Kostenblock, den sich nicht viele Nationen leisten können. Konkurrenten sind vor allem die Lockheed C‑130 und die Embraer 390. Beide Maschinen können nur halb so viel Fracht aufnehmen, sind aber deutlich günstiger in Anschaffung und Unterhalt.
Außer der Türkei mit zehn Maschinen haben Indonesien, Kasachstan und Malaysia jeweils Exemplare gekauft, doch Airbus sieht Potenzial für deutlich mehr. Saudi-Arabien gilt als möglicher Großkunde. Die Maschine wäre für den Wüsteneinsatz ideal: Mit ihrem robusten Fahrwerk und Turboprop-Antrieb kann sie auch auf unbefestigten Pisten starten und landen.
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Defense Minister Boris Pistorius is considering purchasing 16 new, fully operational Airbus A400M transport aircraft for the Bundeswehr. The costs for replacing the machines that were previously used purely for logistical purposes are in the billions.
Defense Minister Boris Pistorius announces the planned purchase of 16 new A400M transport aircraft. The new machines are intended to replace older models without tactical capabilities. The Bundestag still has to approve the billion-dollar investment.
The Bundeswehr plans to order 16 new A400M transport aircraft from Airbus to replace older aircraft without tactical capabilities. Defense Minister Pistorius announced an investment worth billions, which the Bundestag still has to decide on.
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