Bundesweite Proteste gegen Rechtsextremismus nach AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt
Quick Look
- Nach dem Erfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fanden in über 35 Städten Demonstrationen gegen Rechtsextremismus statt.
- In Berlin kamen etwa 13.000 Menschen zusammen, in Hamburg rechneten Veranstalter mit 20.000 Teilnehmern und in Düsseldorf wurden 20.000 Demonstranten gezählt.
- Organisiert wurden die Proteste von einem überparteilichen Bündnis mit mehr als 100 Organisationen.
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Why It Matters
Die AfD erzielte bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ein bedeutendes Ergebnis, das bundesweit zu Protesten gegen Rechtsextremismus führte. Die Demonstrationen wurden von einem überparteilichen Bündnis mit über 100 Organisationen organisiert.
Der AfD-Erfolg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sorgt bundesweit für Protest gegen Rechtsextremismus. Auf Demonstrationen in mehr als 35 Städten forderten die Menschen demokratischen Zusammenhalt - unter anderem in München, Hamburg, Berlin, Magdeburg, Schwerin, Dresden und Leipzig. Organisiert werden die Veranstaltungen von lokalen Gruppen.
Aufgerufen zum Protest gegen rechts hat ein überparteiliches Bündnis, dem mehr als 100 Organisationen, Initiativen und Gewerkschaften angehören.
In der Hauptstadt kamen nach Polizeiangaben etwa 13.000 Menschen zu einer Kundgebung, die laut Veranstaltern ein "Zeichen gegen Spaltung und für eine solidarische, weltoffene Stadt" setzen wollte. ARD-Reporter Alexander Arnö berichtet von 12.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Münchner Innenstadt. In Hamburg rechnen die Veranstalter mit etwa 20.000 Menschen. Zur Demo "gegen die AfD und rechte Hetze" kamen in Düsseldorf 20.000 Menschen.
"Demokratie verteidigt sich nicht von allein. Es reicht nicht, darauf zu hoffen, dass andere sich schon kümmern", sagte Matthias Lüth vom Bündnis "Zeit zum Handeln", die den Protest mitorganisiert haben.
Hamburg: Demonstranten wollen AfD-Verbotsverfahren
An einigen Orten, wie etwa in Hamburg, fordern die Demonstrierenden die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens. Dies solle der Bundesrat beim Bundesverfassungsgericht beantragen. Zuletzt hatten mehrere Politiker ein solches Verbotsverfahren ins Spiel gebracht.
Die Hamburger Bischöfin und EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs, die bei der Demo dabei war, erklärte: "Es entsetzt mich zutiefst, dass tatsächlich so etwas wieder möglich ist. In unserem Land mit dieser Geschichte", sagte sie.
Fehrs warnte vor gesellschaftlicher Kälte, die ein Sieg von Rechtsextremisten mit sich bringe. Die Zivilgesellschaft forderte sie auf, entschlossen zusammenzustehen und Haltung zu zeigen. "Nein zu Ausgrenzung und Hass. Und ein klares Ja zu Demokratie und Grundgesetz."
Düsseldorf: Viele Familien bei Demonstration
Auch in Nordrhein-Westfalen setzten Tausende ein Zeichen für eine offene demokratische Gesellschaft. "Düsseldorf stellt sich quer" - eine der Organisationen, die den Protest organisieren, befürchtet, dass eine erstarkende AfD "mehr Straßengewalt durch Neonazis und Wutbürger" mit sich bringen wird.
Zu den Teilnehmern, die nach Polizeiangaben friedlich und ohne Gegendemonstrationen unterwegs waren, zählten auch die "Omas gegen Rechts". Auf ihrem Plakat postulierten sie mit entsprechend angehängtem Läppchen und Nadeln: "Rechts wird nur gestrickt." Bei schönstem Wetter hatten sich auch zahlreiche Familien mit Kindern in den Protestzug eingereiht.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Der Bundesrat wird ein AfD-Verbotsverfahren beim Bundesverfassungsgericht beantragen.
Possible · Within months
Die Proteste gegen Rechtsextremismus werden in den kommenden Wochen in weiteren Städten fortgesetzt.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wird das Bundesverfassungsgericht ein AfD-Verbotsverfahren zulassen?
- Wie wird die AfD auf die Proteste und Forderungen nach einem Verbotsverfahren reagieren?
- Werden die Proteste zu einer dauerhaften Bewegung gegen Rechtsextremismus führen?



