Bundeswirtschaftsministerium sieht trotz niedriger Gasspeicherstände Versorgung für Winter gesichert
Trotz historisch niedriger Füllstände von rund 53 Prozent Anfang September sieht das Ministerium keine Notwendigkeit für staatliche Eingriffe.
Quick Look
- Die deutschen Gasspeicher sind Anfang September mit rund 53 Prozent so niedrig gefüllt wie nie zuvor.
- Das Bundeswirtschaftsministerium sieht dennoch keine Gasmangellage für den Winter, da Importe und eine gesunkene Nachfrage die Versorgung absichern.
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Why It Matters
Die Gasspeicherstände in Deutschland sind aufgrund volatiler Preise auf den internationalen Märkten infolge des Nahost-Konflikts langsamer gestiegen als üblich.
Die deutschen Gasspeicher sind Anfang September zu rund 53 Prozent gefüllt – so wenig wie noch nie zu diesem Zeitpunkt.
Berlin. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht trotz historisch niedriger Füllstände der Gasspeicher in Deutschland keine Notwendigkeit für staatliche Eingriffe. Eine Gasmangellage im kommenden Winter sei nach aktuellem Erkenntnisstand nicht zu erwarten, heißt es in einer Reuters am Dienstag vorliegenden schriftlichen Unterrichtung des Ministeriums für eine Sondersitzung des Wirtschaftsausschusses des Bundestages.
Die Versorgungssicherheit hänge nicht allein vom Speicherfüllstand ab, sondern vom Zusammenspiel aus Speichern, Pipeline- und LNG-Importen sowie der Nachfrage. Zudem sei Deutschland durch neue LNG-Terminals und eine geringere Nachfrage breiter aufgestellt.
Der Wirtschaftsausschuss wollte am Dienstagabend in einer Sondersitzung unter anderem über die Gasversorgung beraten. „Nach der derzeitigen mengenbezogenen Bewertung reichen die Speicherstände im Bereich von 60 bis 70 Prozent zum Winterbeginn zusammen mit weiteren Importmöglichkeiten aus, um die erwartete Winternachfrage zu decken", heißt es in der Unterrichtung des Ministeriums.
Grund für die langsamer als üblich verlaufende Einspeicherung seien die infolge des Nahost-Konflikts erhöhten und volatilen Preise auf den internationalen Gasmärkten. „Bei länger anhaltenden Einschränkungen bedeutet dies nach derzeitiger Einschätzung vor allem ein Preis- und Volatilitätsrisiko“, räumte das Ministerium ein. „Das ist von einer physischen Gasmangellage zu unterscheiden.“ Die Wintervorsorge liege grundsätzlich bei den Gasunternehmen und Händlern.
Der Gasspeicher-Verband INES hatte am Dienstag vor möglichen Versorgungsengpässen im Fall eines sehr harten Winters gewarnt. Die deutschen Speicher seien Anfang September nur zu rund 53 Prozent gefüllt. Dies sei der niedrigste Stand zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der Aufzeichnungen vor 15 Jahren.
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