BVB besiegt Hoffenheim trotz Verletzungsmisere – Werder, Leverkusen und Gladbach überraschen
Quick Look
Borussia Dortmund gewann 3:2 gegen Hoffenheim trotz zahlreicher Verletzungen, Werder Bremen siegte 3:0 gegen RB Leipzig, Leverkusen gewann 4:0 gegen Union Berlin und Mönchengladbach verlor 3:4 gegen den Aufsteiger SV Elversberg, während Freiburg 1:0 gegen Paderborn gewann.
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Why It Matters
Der Artikel berichtet über mehrere Bundesliga-Spiele am Spieltag, wobei der Fokus auf den Überraschungssiegen und den Auswirkungen von Verletzungen liegt.
Hat der BVB sein Verletzungspech schon verdaut?
Eine Verletzung folgte bei den Dortmundern auf die nächste: Emre Can holte sich im März einen Kreuzbandriss, Nico Schlotterbeck verletzte sich bei der WM am Sprunggelenk, Ramy Bensebaini laboriert an einer Rückenprellung aus dem Supercup, Giannis Konstantelias zog sich am ersten Spieltag einen Kreuzbandriss zu. Und in Hoffenheim gesellte sich ein weiterer Akteur auf die Ausfallliste: Filippo Mane musste nach 32 Minuten vom Platz, der jüngst als Konstantelias-Ersatz verpflichtete Ethan Nwaneri kam zu seinem Bundesliga-Debüt.
In der ersten Hälfte vermochten die Dortmunder nicht zu beweisen, dass sie mit diesen Sorgen gut umgehen können. Das überaus angemessene 1:0 für die Hoffenheimer fiel kurz vor der Pause. Leon Avdullahu traf nach Zuspiel von Vladimir Coufal aus 22 Metern, der BVB war mit diesem Zwischenstand noch gut bedient. Auch das 2:0 durch Tim Lemperle durfte man angesichts des Spielverlaufs als fällig bezeichnen. Nach einer Stunde hätte die TSG nochmals erhöhen müssen, aber bei einem Konter war Adam Daghims Zuspiel auf Adam Hlozek zu ungenau.
Stattdessen stand es plötzlich 2:2. Serhou Guirassy hatte nach einer starken Ballannahme verkürzt (61.) und dann für den eingewechselten Fábio Silva aufgelegt (66.). Dortmund konnte seine Effizienz loben, in erster Linie mussten sich allerdings die Hoffenheimer grämen, die Partie nicht zuvor entschieden zu haben. Und dann grätschte kurz vor Schluss Albian Hajdari auch noch einen Ball von Nwaneri beim Klärungsversuch ins eigene Netz – der 3:2-Siegtreffer für Dortmund nach 0:2-Rückstand. Verletzungsmisere vollständig verdaut – jedenfalls ergebnistechnisch.
Kann Werder einen Fehlstart vermeiden?
Und wie! Gegen Freiburg waren die Bremer zum Auftakt praktisch chancenlos gewesen – da konnte einem gegen Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig Böses schwanen. Aber Werder überraschte die gegnerischen Sachsen, die heimischen Zuschauer und wohl auch sich selbst: Früh im Spiel schnappten sich die Grün-Weißen im hohen aggressiven Pressing nach gegnerischem Einwurf den Ball. Die Sommertransfers Chuki und Eren Dinkçi kombinierten sich im Eiltempo vor das Tor von Maarten Vandevoordt, wo der Rückkehrer aus Freiburg überlegt einschob (4.).
Anschließend hatten die Leipziger zwar jede Menge Ballbesitz, aber kaum zwingende Chancen gegen tief stehende Bremer. Nach einer guten Stunde ließ ein weiterer Rückkehrer das Weserstadion jubeln: Niclas Füllkrug nickte nach einer Ecke völlig blank ein. Flanke, Kopfball, Tor – wie in guten alten Füllkrug-Zeiten. Leipzigs Antonio Nusa traf kurz darauf nur das Lattenkreuz, ehe Marco Grüll das Spiel mit seinem 3:0 entschied (80.). Der Ehrentreffer für RB in der Nachspielzeit durch Ridle Baku änderte nichts mehr am Bremer Überraschungserfolg.
Wie hat sich Leverkusen vom Elversberg-Schock erholt?
Mehr als ordentlich. Vergangene Woche legte die Bayer-Elf einen über weite Strecken grausigen Auftritt beim aggressiven Liganeuling aus dem Saarland hin – ganz anders zu Hause gegen Union Berlin. Schon nach 43 Sekunden lag der Ball erstmals im Köpenicker Gehäuse: Eine verlängerte Flanke legte Sommertransfer Miguel zurück in die Mitte, wo Ezequiel Fernandez nur noch einschieben musste. Nach einer knappen halben Stunde feierte mit Facundo Medina der zweite Argentinier an diesem Tag seine Torpremiere im Bayer-Trikot – so frei durfte der Innenverteidiger aber wohl auch selten köpfen.
Die zweite Halbzeit begann wie die erste: mit einem schnellen Treffer für Leverkusen (48.), nur diesmal war es bei Torschütze Patrik Schick beileibe keine Premiere. Rückkehrer Frederik Rönnow im Unioner Tor konnte einem phasenweise leidtun, so zahnlos wie seine Vorderleute verteidigten. Eigene Chancen bekamen die Köpenicker praktisch überhaupt nicht zustande; so wird es ein schweres Unterfangen für Neu-Trainer Mauro Lustrinelli. Den Schlusspunkt zum 4:0 setzte Ibrahim Maza mit einem zwar leicht abgefälschten, aber dennoch äußerst sehenswerten Distanzschuss knapp außerhalb des Strafraums.
Wird auch Mönchengladbach von der SV Elversberg überrascht?
Ja, und zwar auf völlig verrückte Weise. Nach 3:1-Führung verloren die Gladbacher noch 3:4. Nach dem 0:3 bei RB Leipzig wartet die Mannschaft von Trainer Eugen Polanski weiter auf den ersten Punkt. Dabei hatten Doppeltorschütze Hugo Bolin (11. und 44. Minute) sowie Joe Scally (56.) die Gastgeber vor 51 042 Zuschauern schon mit zwei Treffern in Führung gebracht.
Doch für Elversberg schafften erst David Mokwa (29.) und später Maurice Krattenmacher (66.) und Felix Keidel (80.) den Ausgleich – ehe der fest vom FC Bayern verpflichtete Krattenmacher (90.+2) zum umjubelten Sieg traf. Mit Leidenschaft in den Zweikämpfen und starkem Umschaltspiel hatte der Aufsteiger sich den Erfolg über die gesamte Spielzeit verdient. Kleiner Wermutstropfen: Trainer Vincent Wagner sah die Gelb-Rote Karte (45.+1) und fehlt im Heimspiel gegen die Bayern am 13. September.
Wie versuchen sich die Freiburger am Paderborner Bollwerk?
Bei ihrem Auftritt nach der Bundesliga-Rückkehr durfte sich der SC Paderborn in Mainz für das so genannte Bollwerk loben lassen, das er errichtet hatte. Nun allerdings mussten die Ostwestfalen zu Hause antreten, und auch wenn das heimische Publikum keinen Zauberfußball erwarten dürfte: Ganz so defensiv geht es im eigenen Stadion natürlich nicht. Der Ballbesitz wechselte in der ersten Hälfte hin und her. Paderborns Marvin Pieringer setzte mit einem Distanzschuss früh ein Ausrufezeichen (2.), dass der Aufsteiger mitspielen wollte.
Den ersten und letztlich auch einzigen Treffer erzielten aber die Freiburger: Nach geblockten Versuchen von Eggestein und Engelhardt kam der Ball erneut zu Eggestein, der mit einer Direktabnahme aus wenigen Metern traf (26.). Nun ergab ein Bollwerk ohnehin keinen Sinn mehr für den SCP. Die Gastgeber dominierten in der zweiten Hälfte phasenweise; Steffen Tigges, Pieringer und Laurin Ulrich verfehlten das Tor zwischen der 63. und 66. Minute jeweils knapp. Gegen Ende waren dann eher die Freiburger die Bollwerkbauer, den Paderbornern fiel zunehmend weniger ein und sie blieben erneut ohne eigenen Treffer.
Open Questions
- Wie lange werden die verletzten Spieler wie Emre Can und Giannis Konstantelias ausfallen?
- Kann SV Elversberg den Aufschwung gegen Gladbach in der Saison fortsetzen?
- Wie wird die Verletzungssituation bei Borussia Dortmund die weitere Saison beeinflussen?




