Chance auf Jahresend-Rally: US-Wahl treibt den Dax Richtung Rekord - Vance drückt den Ölpreis
Dax steigt um 2,2 Prozent, Banken- und Ökostrom-Werte profitieren, Ölpreis fällt deutlich
Quick Look
- Der Erdrutschsieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hat die europäischen Aktienmärkte beflügelt.
- Der Dax stieg um 2,2 Prozent auf 26.437 Punkte, der EuroStoxx50 legte zwei Prozent zu.
- Banken- und Ökostrom-Werte profitierten am meisten, während Öl-, Tech- und KI-Aktien unter Druck gerieten.
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Why It Matters
Der Erdrutschsieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hat den europäischen Aktienmärkten Auftrieb gegeben. Vor allem Banken- und Ökostrom-Werte profitierten von der Hoffnung auf eine branchenfreundlichere Politik in Washington. Der Leitindex Dax stieg um 2,2 Prozent auf 26.437 Punkte.
Die Verschiebung der Machtverhältnisse in den USA sorgt für Jubelstimmung an weiten Teilen der Börse. Die wichtigsten Indizes legen kräftig zu. Ganze Branchen atmen auf. Spät am Tag drückt US-Vize Vance noch ordentlich den Ölpreis. Doch es gibt auch Verlierer.
Der Erdrutschsieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hat den europäischen Aktienmärkten Flügel verliehen. Vor allem Banken- und Ökostrom-Werte profitierten von der Hoffnung auf eine branchenfreundlichere Politik in Washington. Der Leitindex Dax stieg um 2,2 Prozent auf 26.437 Punkte. In der Spitze hatten dem Leitindex nur noch 78 Punkte zur neuen Bestmarke gefehlt.
Der EuroStoxx50 legte um zwei Prozent zu. Außerhalb der Eurozone ging es für den Züricher SMI und den Londoner FTSE 100 ebenfalls deutlich nach oben. Die US-Börsen notierten im frühen Handel bis zu 2,9 Prozent höher. "Die veränderten politischen Kräfteverhältnisse könnten die amerikanische Haushaltspolitik stärker disziplinieren und damit zumindest einen Teil der Sorgen über die ausufernde Staatsverschuldung und langfristig hohe Anleiherenditen entschärfen", fasste Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, zusammen. Die Chancen auf eine Jahresendrally hätten sich für den Dax nun deutlich erhöht.
Rückenwind lieferte den Börsen auch ein deutlicher Rückgang der Ölpreise. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 4,5 Prozent je Fass auf 98,83 Dollar. Die demokratische Mehrheit im Kongress könnte die Wahrscheinlichkeit eines baldigen Friedensabkommens im Nahen Osten weiter erhöhen, sagte Dennis Kissler vom US-Finanzdienstleister BOK Financial. Nachhaltig sinkende Energiepreise würden nicht nur den Inflationsdruck reduzieren, sondern auch die Gewinnperspektiven vieler Unternehmen verbessern, sagte Lipkow. Gleichzeitig könnten sie den Notenbanken mehr geldpolitischen Spielraum verschaffen. Als US-Vize JD Vance am frühen Abend dem Vorgehen im Iran eine entscheidende Mitschuld am Wahlausgang gab, beschleunigte sich der Preisrückgang erheblich auf mehr als acht Prozent.
Der Bankenindex war mit einem Plus von 4,6 Prozent der größte Sektorgewinner in Europa. "Da der Kongress nun in der Hand der Demokraten ist, sind die Möglichkeiten der US-Regierung begrenzt, europäischen Banken in den USA Auflagen aufzuerlegen oder Sanktionen gegen sie zu verhängen", erläuterte Michael Field, Aktienstratege bei Morningstar. Stark gefragt waren zudem Aktien von Anbietern erneuerbarer Energien. Anleger setzten darauf, dass die Demokraten nach dem Gewinn der Mehrheit in beiden Kongresskammern die Förderung von Ökostrom-Projekten ausweiten werden.
+++ Lesen Sie hier noch einmal die wichtigsten Ereignisse am heutigen Handelstag +++
Für gute Stimmung sorgten auch starke Geschäftszahlen. In Frankfurt sprangen die Aktien von Heidelberg Materials um 9,5 Prozent nach oben und lagen an der Dax-Spitze. Continental-Aktien legten 5,2 Prozent zu. In Kopenhagen legten die Titel des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk um 5,6 Prozent zu. Der Hersteller des Abnehm-Medikaments Wegovy hat im dritten Quartal dank einer anhaltend hohen Nachfrage nach dem Mittel mehr verdient als erwartet und seine Jahresziele angehoben.
Der Dollar-Index fiel um 0,6 Prozent auf 101,26 Punkte und markierte den tiefsten Stand seit mehr als einem Monat. Der Euro wertete um 0,7 Prozent auf 1,1272 Dollar auf. Börsianer rechneten nach den US-Wahlen mit einer strengeren Regulierung im KI-Sektor. Dies dürfte die Investitionsbereitschaft der Firmen dämpfen, was wiederum die Wachstumsaussichten der US-Wirtschaft trüben könnte. Bei den Edelmetallen verteuerte sich Gold um 3,5 Prozent je Feinunze und kostete 4065 Dollar. Verlierer waren neben dem Ölsektor Papiere aus dem Tech-Bereich und Zulieferer: Infineon verloren 4,1, ASML 3,4 und STMicro 5,1 Prozent. Siemens Energy und ABB, die KI-Datenzentren ausrüsten, fielen um 8 und 2,8 Prozent.
Die Anleger warten nun auf den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht, um weitere Hinweise auf den Kurs der US-Notenbank Fed zu erhalten. Händler sehen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von knapp 80 Prozent für eine Zinserhöhung der Fed im Dezember.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die US-Notenbank Fed wird im Dezember die Zinsen erhöhen.
Likely · Within weeks
Der Dax wird eine Jahresendrally erleben.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Welche konkreten Auswirkungen wird die demokratische Mehrheit im Kongress auf die Regulierung europäischer Banken in den USA haben?
- Wie wird sich der Rückgang der Ölpreise langfristig auf die Inflation und die Geldpolitik der Notenbanken auswirken?
- Welche Entscheidungen wird die US-Notenbank Fed im Dezember zur Zinspolitik treffen?







