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Einzelhandel: Peek und Cloppenburg muss sich neue Häuser an drei Top-Standorten suchen
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Handelsblatt1 hour agoBusiness4 min readGermany

Einzelhandel: Peek und Cloppenburg muss sich neue Häuser an drei Top-Standorten suchen

Der Modehändler muss seine Weltstadthäuser in Düsseldorf, Berlin und Frankfurt räumen, da die Eigentümerfamilie die Immobilien an den Konkurrenten Inditex vermietet.

Quick Look

  • Der Modehändler Peek & Cloppenburg (P&C) verliert seine prestigeträchtigen Standorte in Düsseldorf, Berlin und Frankfurt.
  • Die Immobiliengesellschaft Midstad der Eigentümerfamilie Cloppenburg vermietet die Gebäude ab 2027 an den Konkurrenten Inditex.

AI-generated summary

Why It Matters

P&C durchlief 2023 und 2024 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Die Immobiliengesellschaft Midstad und der Modehändler gehören zur selben Unternehmerfamilie.

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Der Modehändler Peek und Cloppenburg (P&C) mit Hauptsitz Düsseldorf muss sich relativ kurzfristig ein neues Haus am Gründungsstandort suchen. Wie mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen dem Handelsblatt berichteten, wird das bisherige Modehaus in der Düsseldorfer Innenstadt an den spanischen Konkurrenten Inditex vermietet.

Nach Informationen des Handelsblatts aus Branchenkreisen muss Peek & Cloppenburg die Immobilie bereits zum Oktober 2027 räumen. Auch die beiden anderen sogenannten Weltstadthäuser von Peek & Cloppenburg, am Berliner Kurfürstendamm und an der Einkaufsmeile Zeil in Frankfurt, sollen den Quellen zufolge künftig an Inditex mit Marken wie Zara, Bershka und Massimo Dutti vermietet werden.

Das Heikle daran: Die Immobiliengesellschaft Midstad, die die drei Top-Immobilien verwaltet, gehört wie der Modehändler P&C zur Unternehmerfamilie um Patrick Cloppenburg. Doch das verhindert offenbar nicht, dass Midstad seine eigenen geschäftlichen Interessen vertritt.

Eine Sprecherin von Peek & Cloppenburg teilte auf Nachfrage zwar noch mit, es sei „diesbezüglich nichts entschieden“, ohne auf Einzelheiten einzugehen. Im Umfeld der beteiligten Unternehmen hieß es aber, die Verträge mit Inditex für alle drei Städte seien unterschrieben.

Inditex teilte mit, das Unternehmen kommentiere keine Spekulationen. Auch Midstadt wollte zu einer Anfrage des Handelsblatts nicht Stellung nehmen. „Zu spezifischen Vertragsbeziehungen oder einzelnen Projekten äußert sich Midstad aus Gründen der Diskretion grundsätzlich nicht einseitig ohne seine Vertragspartner“, schrieb eine Sprecherin.

Peek & Cloppenburg hatte vor 125 Jahren in Düsseldorf das erste Geschäft in Deutschland eröffnet. Die Zentrale liegt heute in Sichtweite des P&C-Modehauses an der Berliner Allee. „Düsseldorf ist insbesondere wichtig für uns als Heimatstandort“, sagte Constanze Freienstein, die das Westeuropageschäft des Händlers leitet, noch Mitte Oktober im Interview mit dem Handelsblatt.

Im Gegensatz zu Berlin beispielsweise, wo P&C gleich acht Häuser unterhält, betreibt das Unternehmen in Düsseldorf nur eins. Seit Dezember 2025 leitet die Managerin das Geschäft in Deutschland, der Schweiz und den Benelux-Staaten mit bisher 82 Filialen. Seitdem entwickelt sie eine neue Strategie für das Modehaus, das seit einigen Jahren stetig an Umsatz verliert und das 2023 und 2024 eine Insolvenz in Eigenverwaltung durchlaufen hat.

Freienstein hat Erfahrung im Umbau von Unternehmen. Sie kam von der Restrukturierungsberatung Alix Partners zu P&C. Zuvor hatte sie mehrere Jahre das Europageschäft des Textilherstellers Land’s End als Vorstandschefin geführt. Sie war auch einige Zeit im europäischen Topmanagement des kanadischen Händlers Hudson’s Bay, als dieser noch Eigentümer von Kaufhof war.

Der Modehändler Peek & Cloppenburg, Düsseldorf (P&C West), wird von der JC Switzerland Holding aus dem schweizerischen Zug geführt. Das Unternehmen ist mit rund 16.000 Mitarbeitern in 17 Ländern präsent. Er hat keine Verbindungen zum gleichnamigen Modehändler Peek & Cloppenburg, Hamburg.

Freienstein hatte im Interview mit dem Handelsblatt bereits keine Garantie dafür abgegeben, dass der Händler in den sogenannten Weltstadthäusern bleibt. Sie hatte erklärt, dass alle drei Immobilien in Berlin, Frankfurt und Düsseldorf „für eine gemischte Nutzung umgebaut“ würden. Es bleibe abzuwarten, welche Rolle P&C dort als Händler spielen werde, sagte sie. Die Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“ hatte als erste darüber berichtet, dass P&C die Mietverträge für die Top-Immobilien verlieren könnte.

Es ist noch unklar, ob es dadurch zu einem weiteren Stellenabbau kommt. Im Zuge des Schutzschirmverfahrens hatten bereits 350 Mitarbeiter in der Zentrale gehen müssen. Bis Ende des Jahres baut der Händler zusätzlich Stellen in einem knapp zweistelligen Prozentbereich in der Zentrale ab, wie Freienstein dem Handelsblatt bestätigte.

In den Niederlanden schließt P&C jetzt die traditionsreiche Filiale in Amsterdam nach 110 Jahren. Das historische Gebäude, das immer noch der Familie Cloppenburg gehört, soll umgebaut werden. In niederländischen Medien stand, das Unternehmen bemühe sich, die Angestellten auf die verbleibenden drei niederländischen Filialen zu verteilen, schließe aber betriebsbedingte Kündigungen nicht aus.

Der Inditex-Konzern sucht schon länger größere Expansionsflächen in Düsseldorf, Berlin und Frankfurt. Strategie des spanischen Unternehmens ist es, mehrere eigene Marken in einem großen Flagship-Store an einem Standort zu bündeln. Bislang betreibt das Unternehmen in den Metropolen mehrere kleinere Läden. Die Fläche in den P&C-Häusern könnte Inditex dann für die eigenen verschiedenen Marken nutzen.

Für den Händler Lefties, den Inditex in Deutschland gerade neu einführt, hat das Unternehmen bereits ein großes Ladenlokal auf zwei Etagen an der Düsseldorfer Schadowstraße angemietet, in dem zuvor Primark war. Dieses Geschäft soll bereits im Frühjahr eröffnet werden und mit preiswerter Mode Händlern wie New Yorker Konkurrenz machen.

In der Branche lösen die Vorgänge rund um die Top-Immobilien von Peek & Cloppenburg Unverständnis aus. „Das sieht so aus, als ob der eigene Eigentümer nicht mehr wirklich an die Zukunft von Peek & Cloppenburg glaubt“, sagt ein hochrangiger Manager aus der Branche. Ein anderer Branchenkenner bestätigt, dass Patrick Cloppenburg mittlerweile mehr auf Immobilien als auf den Einzelhandel in Deutschland setzt.

Zumindest zeigt es: Dass der Modehändler dieselben Stiftungen als Eigentümer hat wie die Immobilien-Servicegesellschaft Midstad und die Immobiliengesellschaft von Patrick Cloppenburg, ist nicht mehr automatisch ein Vorteil. Freienstein sagte im Interview: „Er als Vermieter und wir als Mieter müssen uns jeweils fragen: Was ist das Beste für uns?“

In einem wichtigen Punkt treffen sich die Strategien. P&C West plant vor allem Standorte mit kleineren Flächen. 16.000 Quadratmeter Fläche seien heute nicht mehr angemessen, sagte Freienstein dem Handelsblatt. „In Zukunft gehen wir auf 3000 bis 5000 Quadratmeter, an einigen Standorten auch bis zu 10.000 Quadratmeter“, erklärte sie.

Die Düsseldorfer Zentrale wurde nach einem Entwurf des New Yorker Architekten Richard Meier gebaut und 2001 mit rund 15.000 Quadratmeter Fläche eröffnet. Das vom Star-Architekten Renzo Piano entworfene Haus in Frankfurt hat sogar fast 17.000 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Auch Midstad plant künftig mit kleineren Einzelhandelsflächen. Deshalb sollen die drei Top-Immobilien so umgebaut werden, dass sie künftig auch Flächen für Gastronomie, Büro und Wohnen bekommen. Pläne dafür wurden schon vor einiger Zeit vorgestellt.

Gebäude mit verschiedenen Nutzungen sieht das Unternehmen generell als zukunftsweisend. So hatte Midstad im Juli in Düsseldorf für ein Investorenkonsortium das Carsch-Haus übernommen. Das Ziel: die Immobilie, die früher ein reines Warenhaus war, für Nutzungen über den Einzelhandel hinaus wie Fitness, Gastronomie und Hotellerie zu öffnen. Ob P&C dort auf geringerer Fläche eine neue Heimat in Düsseldorf finden könnte, ist offen.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Räumung der P&C-Filialen in Düsseldorf, Berlin und Frankfurt bis Oktober 2027.

    Likely · Within months

Open Questions

  • Findet P&C neue, kleinere Standorte in den betroffenen Städten?
  • Wie hoch ist der Stellenabbau durch die Standortschließungen?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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