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Chance oder Risiko: Zusammenarbeit deutscher Unternehmen mit Big Tech
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Tagesschau Wirtschaft2 hours agoBusiness2 min readGermanyView translation

Chance oder Risiko: Zusammenarbeit deutscher Unternehmen mit Big Tech

Künstliche Intelligenz kommt bei Bosch in Stuttgart-Feuerbach zum Einsatz. Während das Unternehmen Effizienzgewinne lobt, warnen Experten vor US-Abhängigkeiten.

Quick Look

  • Das Technologieunternehmen Bosch testet in Stuttgart-Feuerbach gemeinsam mit Microsoft KI-Agenten zur Produktionsoptimierung.
  • Während Bosch von erheblichen Zeiteinsparungen berichtet, kritisieren Experten die technologische Abhängigkeit von US-Konzernen.

AI-generated summary

Why It Matters

Bosch arbeitet seit Anfang des Jahres mit Microsoft zusammen, um KI-Anwendungen in der Produktion zu testen und zu implementieren.

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Von der Hochdruckpumpe bis zur Zündkerze: Bei Bosch kam jedes Produkt bereits mit Künstlicher Intelligenz in Verbindung. Das sagt das Unternehmen selbst - und meint damit: Die Produkte enthalten KI oder wurden mit ihrer Hilfe hergestellt.

KI ist bei Bosch also bereits an allen Standorten in irgendeiner Form präsent - besonders aber an dem in Stuttgart-Feuerbach. Denn ausgerechnet hier werden viele KI-Anwendungen getestet, bevor sie weltweit ausgerollt werden. Seit Anfang des Jahres arbeitet Bosch dazu mit dem US-Unternehmen Microsoft zusammen.

Vom schwäbischen Feuerbach raus in die Welt

Konkret wird das im Bosch-Werk Feuerbach in der sogenannten Morgenrunde. Dabei kommt der Schichtführer mit Mitarbeitenden zusammen. Im Vorfeld kam aber bereits the KI ins Spiel - in Form eines Agenten. Das ist eine Art digitaler Assistent, der nicht nur Fragen beantworten, sondern eigenständig Aufgaben erledigen kann.

Dieser Agent wird gerade in Feuerbach erprobt und ist unter anderem aus der Zusammenarbeit mit Microsoft entstanden. Der spezifische Agent für die Morgenrunde erkennt anhand von Daten automatisch die wichtigsten Risiken in der Produktion, bewertet sie und liefert passende Empfehlungen.

Die KI schaut dazu nicht nur 24 Stunden zurück, sondern auch 24 Stunden nach vorne. So nimmt the Agent den Schichtführern laut Bosch Arbeit ab. Stichwort: Produktivitätssteigerung.

Laut Elisabeth Schwarz, verantwortlich für Digitalisierung in der Fertigung im Werk in Feuerbach, zeigt das bereits Wirkung: Die digital assistierte Morgenrunde spare den Schichtführern im Vergleich zum alten Modell bereits acht Stunden pro Woche ein. Diese könnten sie in andere Aufgaben wie Mitarbeiterführung und Verbesserungsarbeit investieren.

Die Zusammenarbeit funktioniert laut einem Bosch-Sprecher so: Microsoft bringt vor allem die IT- und Software-Infrastruktur mit - Bosch die Daten aus der Produktion.

Zum Thema Datenschutz und US-Abhängigkeit sagt Bosch: "Die Datenhoheit bleibt bei Bosch." Ein Sprecher des Unternehmens ergänzt: "In sämtlichen Geschäftsprozessen gewährleistet Bosch den Schutz der Privatsphäre, den Schutz personenbezogener Daten sowie die Sicherheit aller Geschäftsinformationen unter Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen."

Das Thema Datensicherheit sei Bosch "extrem wichtig". Bosch betreibt auch Werke in den USA, in Asien und anderen Teilen Europas. Die Hürden lägen vor allem in der Regulierung. "Europa hat relativ strenge Vorschriften, was die KI-Anwendung angeht", erklärt der Bosch-Sprecher:

Bosch stellt auch eigene KI-Lösungen her

Doch Bosch stellt laut eigener Aussage auch eigene KI-Lösungen her und stellt diese anderen Unternehmen zur Verfügung. Über die Plattform "Manufacturing Co-Intelligence", die Bosch gemeinsam mit Microsoft entwickelt hat, wurden mehrere Agenten entwickelt.

Ein Beispiel ist der Shopfloor Agent: Er erfasst Störungen laut Bosch schneller, grenzt Ursachen ein und schlägt Lösungsmaßnahmen vor. Das helfe dabei, Stillstandzeiten und Dokumentationsaufwand an der Produktionslinie spürbar zu reduzieren.

Diese KI ist Bosch zufolge zum Beispiel bereits bei der Sick AG in Villingen-Schwenningen im Einsatz, einem weltweit agierenden Hersteller von Sensoren für Fabriken, Logistik und die Automatisierungstechnik.

Abhängigkeiten zu groß: Hat Bosch wenig gelernt?

Der Digitalexperte Mirko Ross sieht eine Zusammenarbeit von Bosch und Microsoft im Bereich Künstliche Intelligenz kritisch. Ross berät unter anderem Unternehmen zum Thema Cybersicherheit. Er schreibt auf Anfrage des SWR: "Die Meldung lässt vermuten, dass Bosch in puncto Abhängigkeit nichts oder nur wenig aus den Erfahrungen mit Betriebssystemen, Geschäftsanwendungen und Cloud gelernt hat."

Microsoft und die US-Regierung bestimmen laut Ross, wer einen Zugang auf leistungsfähige KI bekomme. "Deutsche Unternehmen werden hier durch Exportbeschränkungen schon heute benachteiligt, indem Modelle der neuesten Generation oder bestimmte Funktionen vorenthalten werden oder nur von US-Unternehmen genutzt werden können."

Schon heute bestimme Microsoft durch marktbeherrschende Stellungen den Preis zur Nutzung geschäftskritischer Software - das Gleiche sei bei Künstlicher Intelligenz zu erwarten, führt Ross aus.

KI als Schlüsseltechnologie der Zukunft

KI sieht Ross als zukünftige Schlüsseltechnologie, die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit maßgeblich bestimmen wird. "Hier nicht auf souveräne Lösungen zu setzen, birgt erhebliche Risiken", erklärt Ross weiter.

Ross wünscht sich, dass die deutsche Industrie maßgeblich in europäische KI-Lösungen investiert. Er glaubt: "Die Gelder, die Bosch bei Microsoft anlegt, hätten bei einer Investition in europäische KI-Modelle und KI-Werkzeuge eine deutlich bessere Zukunftsdividende."

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Ausrollen der in Feuerbach getesteten KI-Anwendungen weltweit

    Likely · Within months

Open Questions

  • Welche konkreten Kosten verursacht die Microsoft-Partnerschaft für Bosch?
  • Werden die Bosch-KI-Agenten auch flächendeckend außerhalb Europas ausgerollt?

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This article was originally published by Tagesschau Wirtschaft.

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