China setzt Rohstoffexporte als Druckmittel gegen Japan ein
Quick Look
- China hat offenbar die Exporte von Seltenen Erden und Gallium nach Japan seit Dezember weitgehend gestoppt.
- Dies fällt mit einem diplomatischen Streit um Taiwan zusammen und erinnert an ähnliche Maßnahmen Chinas im Jahr 2010.
- Japan hat jedoch seine Abhängigkeit reduziert und Lagerbestände aufgebaut.
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Why It Matters
China hat seit Dezember die Exporte von für Japan wichtigen Rohstoffen wie Seltenen Erden und Gallium weitgehend eingestellt. Dies geschieht im Kontext eines verschärften diplomatischen Streits um Taiwan und erinnert an ähnliche Maßnahmen Chinas im Jahr 2010.
Singapur. China setzt seine Kontrolle über für Japan wichtige Rohstoffe offenbar als diplomatisches Druckmittel ein, um das Land im Streit um Taiwan auf einen anderen Kurs zu bringen. Seit Dezember sind die Exporte von Seltenen Erden wie Dysprosium und Terbium sowie des für die Chipherstellung wichtigen Metalls Gallium weitgehend zum Erliegen gekommen, wie aus Reuters vorliegenden chinesischen Zolldaten hervorgeht. Japan ist nach China der größte Produzent von Magneten aus Seltenen Erden.
Der Lieferstopp fällt mit einem diplomatischen Streit zwischen den beiden Ländern über Taiwan zusammen, der sich im vergangenen November verschärft hatte. Der japanische Magnethersteller Shin-Etsu nimmt einem Kunden zufolge bereits keine neuen Aufträge für Dysprosium-haltige Magnete mehr an. Das Unternehmen lehnte eine Stellungnahme ab.
Der japanische Handelsminister Ryosei Akazawa hält sich derzeit zu Gesprächen in China auf – er ist das höchstrangige Regierungsmitglied, das die Volksrepublik seit der Verschärfung des Streits besucht.
Der Schritt erinnert an das Vorgehen Chinas im Jahr 2010, als die Volksrepublik schon einmal die Ausfuhr Seltener Erden nach Japan drosselte. Japan ist seitdem jedoch besser auf einen möglichen Mangel vorbereitet. Die Regierung in Tokio hat Lagerbestände aufgebaut, die heimische Industrie hat den Einsatz der Rohstoffe reduziert und zudem in alternative Förderprojekte investiert, etwa beim australischen Konzern Lynas. Es dürfte aber noch Jahre dauern, Lieferungen aus China zu ersetzen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Japan wird seine Bemühungen zur Diversifizierung seiner Rohstofflieferketten intensivieren.
Very likely · Medium term
Die Spannungen zwischen China und Japan werden sich weiter verschärfen.
Likely · Short term
Open Questions
- Wie lange wird China die Exporte aufrechterhalten?
- Welche konkreten Auswirkungen hat der Lieferstopp auf die japanische Industrie?
- Welche weiteren diplomatischen Schritte werden von Japan und China unternommen?
- Inwieweit sind andere Länder von diesen Exportbeschränkungen betroffen?





