Der WDR-Radiosender empfahl auf Instagram traditionelle Kleidung aus Asien und Afrika, was zu Vorwürfen der kulturellen Aneignung und Verhüllung führte.
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Der WDR-Radiosender Cosmo, bekannt für Beiträge zu Diversität und anderen Kulturen, veröffentlichte auf Instagram Modetipps für Hitze, die traditionelle Kleidung aus Asien und Afrika vorschlugen. Dies führte zu starker Kritik von Nutzern, die kulturelle Aneignung und die fehlende Kontextualisierung religiöser oder politischer Bedeutungen bemängelten.
Cosmo versteht sich als Plattform für Diversität, Gesellschaft und Popkultur. Einen großen Teil der Beiträge auf seiner Instagram-Seite widmet der Bremer Radiosender des WDR dabei auch anderen Kulturen. Doch für Kleidungs-Tipps, die Cosmo nun zum Thema Hitze gab, erntete der Sender überwiegend wütende Kritik.
„Es ist heiß, zieht euch was an!!“, fordert Cosmo in einem Beitrag mit mehreren Bildern. „Und zwar Kleidung, die kühlt und vor Sonne schützt – andere Kulturen machen es vor“, heißt es auf dem ersten Foto, das zwei dunkelhäutige Frauen zeigt. „Wenn’s heiß ist, ziehen wir weniger an. Hot-Pants und Crop-Tops sehen nice aus, wir checken“, schreibt Cosmo. Aber genauso wie es bei Hitze helfen würde, warme Tees zu trinken, sei lange Kleidung aus hochwertigen Materialien manchmal die bessere Wahl.
Dann folgen einige Modetipps samt Bebilderung, darunter der Salwar Kameez. Dieser werde vor allem von Frauen in Indien, Pakistan und Bangladesch getragen. Das dreiteilige Set – lange Tunika, bequeme, luftige Hose und Schal – besticht laut Cosmo bei Hitze, weil das Material (Leinen oder Baumwolle) atmungsaktiv ist. Auch die Djellaba wird Frauen empfohlen – ein langes Kapuzengewand, das vor allem in Marokko getragen wird. Es schütze vor „Sonne, Wind und Regen“ und sei „farbenfroh“.
An Männer wird ebenfalls gedacht: Cosmo stellt unter anderem den Macawis vor, einen traditionellen Wickelrock für Männer, der vor allem in Somalia, Dschibuti, Äthiopien, Kenia und dem Jemen getragen werde. „Luftzug garantiert“, schreibt der Radiosender. Die Vorzüge des japanischen Jinbei werden ebenfalls erläutert. So sei der Zweiteiler aus Leinen „weit geschnitten, damit Luft zirkulieren kann“.
Kopfbedeckungen werden ebenfalls thematisiert. „Vor allem der Kopf muss geschützt werden“, schreibt Cosmo. Erster Modetipp: die Guthra, auch als Kufíya bekannt, und besonders beliebt auf der Arabischen Halbinsel. Dass die Kufíya auch als Erkennungszeichen für den gewalttätigen palästinensischen Widerstand gegen Israel dient, wird nicht erwähnt, ebenso wenig, dass Gewänder wie die Djellaba in islamischen Ländern häufig den Zweck erfüllen, Frauen gemäß der Scharia zu verhüllen. Zudem werden ein vietnamesischer Kegelhut („spendet Schatten“) und Sombreros aus Mexiko empfohlen, die durch ihre breite Krempe besonders gut Gesicht, Nacken und Schultern vor Sonnenbrand schützen würden.
Der klassische Sonnenhut fehlt in den Cosmo-Modetipps ebenso wie sonstige europäische Sommermode, die ebenfalls dazu geeignet wäre, im Sommer den Körper zu bedecken. Dementsprechend empört äußern sich viele Nutzer. Manche fragen, ob das Tragen der vorgestellten Kleidung denn nicht kulturelle Aneignung sei. „Probieren wir es also hintenrum, damit wir uns alle brav bedecken und nicht so ‚halbnackt‘ rumrennen. Haltet ihr uns für blöd?“, fragt eine Nutzerin.
Es ist nicht das erste Mal, dass Cosmo mit ungewöhnlichen Modetipps auffällt. Erst vor wenigen Wochen bewarb der Radiosender „Modest Fashion“ – Mode, die verhüllen soll. „Modest Fashion hat seinen Usprung in kultureller und religiöser Art sich zu kleiden“, hieß es in dem Beitrag. „Heute finden immer mehr Menschen diese Art der Kleidung ästhetisch und schön – unabhängig von Kultur und Religion.“

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