
Nach freundlichem Wochenauftakt fehlen dem Dax die Anschlusskäufer. Investoren blicken gebannt auf bevorstehende Zinsentscheide von Fed und EZB sowie neue Unternehmenszahlen.
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Der Dax verharrt seit mehreren Wochen in einer Seitwärtsspanne zwischen 25.000 und 25.500 Punkten.
Düsseldorf. Nach dem freundlichen Wochenauftakt fehlen dem Dax am Dienstag die Anschlusskäufer. Der deutsche Leitindex liegt am Vormittag kaum verändert bei 25.385 Punkten. Am Montag hatte er 0,9 Prozent höher bei 25.411 Punkten geschlossen.
Der Dax bewegt sich weiter in seiner Seitwärtsspanne, in der er seit mehreren Wochen verharrt. Steigt er über 25.500 Punkte, nehmen Anleger Gewinne mit. Geht es runter auf 25.000 Zähler, tritt eine Reihe neuer Käufer auf den Plan, die die Kurse wieder nach oben treibt. Der klare, übergeordnete Trend fehlt dieser Tage.
Wichtige Firmen- und Konjunkturdaten geben neue Orientierung. Die Bilanzsaison ist angelaufen. Porsche und Beiersdorf waren am Dienstag an der Reihe. In den nächsten Tagen legen viele weitere Dax-Konzerne neue Zahlen zum dritten Quartal vor.
Sorgen über die anhaltend hohen Energiepreise und ihre Folgen für Inflation und Konjunktur machen dem Dax aber weiter zu schaffen. Andreas Lipkow, Chefmarktanalyst bei CMC Markets, sagt, besonders brisant sei die Situation im Vorfeld der anstehenden Notenbanksitzungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of Japan.
Die anhaltend hohen Energiekosten erhöhen das Risiko eines erneuten Inflationsschubs und könnten die Währungshüter zu einer restriktiveren Geldpolitik zwingen. Was die Aktienmärkte derzeit am wenigsten gebrauchen könnten, sind zusätzliche Zinserhöhungen, sagt Lipkow.
Auch Notenbankentscheide und frische Wirtschaftsdaten könnten den Dax stärker in die eine oder andere Richtung lenken. Die Fed und die EZB entscheiden am Mittwoch und Donnerstag über das Zinsniveau. Zinsschritte erwarten Marktteilnehmer von beiden Notenbanken zwar nicht, doch die Worte der Währungshüter werden an den Märkten sehr genau verfolgt.
Vor dem anstehenden Zinsentscheid veröffentlicht die EZB das Ergebnis ihrer vierteljährlichen Bankkredit-Umfrage. Die Banken im Euroraum haben demnach ihre Standards zur Vergabe von Krediten an Unternehmen im Sommerquartal weiter verschärft. Eine verstärkte Risikowahrnehmung sowie eine geringere Risikotoleranz blieben dabei die wesentlichen Faktoren, wie die EZB mitteilte. Einige Banken berichteten zudem von einem höheren Druck infolge geopolitischer Unsicherheiten.
Für das vierte Quartal erwarten die Geldhäuser eine weitere Verschärfung der Kreditvergabestandards für Firmen sowie eine deutliche Verschärfung sowohl bei Wohnungsbaudarlehen als auch bei Konsumentenkrediten.
Nach einem anfänglichen Rückgang geht es beim Ölpreis am Vormittag wieder leicht nach oben. Die Nordseesorte Brent mit einer Lieferung im Dezember verteuert sich um 0,6 Prozent auf 116,50 Dollar pro Barrel (159 Liter).
Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan hatten am Montag in Teheran Gespräche mit iranischen Vertretern geführt, um die Spannungen im Nahen Osten abzubauen. Die vier Länder vereinbarten, die Gespräche fortzusetzen, wie iranische Staatsmedien berichteten. Die Lage bleibt jedoch angesichts neuer Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen auf den wichtigen Ölproduzenten Saudi-Arabien fragil.
Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf hat den Abwärtstrend seiner Kernmarke Nivea im dritten Quartal etwas gebremst. Die Hamburger verbuchten von Juli bis September im Konzern einen Rückgang des organischen Umsatzes um 1,3 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro, wie sie am Dienstag mitteilten. Die Geschäfte mit Nivea schrumpften dabei um 4,9 Prozent. Die Aktie verliert knapp ein Prozent.
Lipkow sagt: „Die Zahlen von Beiersdorf zeigen, wie stark die Konsumzurückhaltung inzwischen auf die Unternehmen durchschlägt.“ Gerade Markenhersteller könnten demnach zunehmend Schwierigkeiten bekommen, höhere Kosten an ihre Kunden weiterzugeben, ohne Absatzverluste zu riskieren.
Porsche hat sich vom Gewinneinbruch des vergangenen Jahres etwas erholt. Von Januar bis September sank der Umsatz um knapp sechs Prozent auf 25,28 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis aber belief sich auf 1,74 Milliarden Euro nach gerade mal 40 Millionen Euro vor Jahresfrist, wie Porsche mitteilte. Die Aktie gewinnt rund drei Prozent. „Die freundliche Marktreaktion zeigt, dass die Anleger durchaus bereit sind, überzeugende Unternehmenszahlen zu honorieren“, so Lipkow.
Infineon: Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon baut seine Produktion für Rechenzentren aus. Hierfür werde das Werk im österreichischen Villach in den kommenden Jahren für insgesamt 1,1 Milliarden Euro modernisiert, teilte der Chipkonzern am Dienstag mit. Dort werde die weltweit erste Anlage zur Massenfertigung von Galliumnitrid-Halbleitern (GaN) auf Basis von Wafern mit einem Durchmesser von 300 Millimetern aufgebaut. Die Aktien steigen um etwa ein Prozent.
Novartis: Der Schweizer Pharmakonzern hat nach Zuwächsen im Tagesgeschäft seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr angehoben. Dank kräftiger Medikamentenverkäufe stieg der bereinigte operative Gewinn von Juli bis September um elf Prozent auf 6,04 Milliarden Dollar. Die Papiere legen etwa 1,5 Prozent zu.
HSBC: Ein positives Zinsumfeld und geringere Kreditausfälle verhelfen HSBC zu einem Gewinnsprung. Eine schwächelnde Vermögensverwaltung überschattete jedoch die am Dienstag vorgelegten Quartalsergebnisse des Bankhauses. Die in London notierten Aktien fielen daraufhin um 6,7 Prozent, obwohl das Institut einen Aktienrückkauf über eine Milliarde Dollar bekanntgab.
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Fed und EZB entscheiden über das Zinsniveau
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