
USA und Iran sprechen erstmals seit Monaten wieder direkt miteinander. Anleger blicken zudem auf politische Unsicherheiten in Deutschland und wichtige Konjunkturdaten.
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USA und Iran führen erstmals seit Monaten direkte Gespräche am Rande der UN-Generalversammlung.
Erstmals seit Monaten reden die USA und Iran wieder direkt miteinander. Auf ein Treffen am Rande der UN-Generalversammlung in New York sollen weitere Gespräche folgen. Das verlieh dem DAX zum Handelsstart Rückenwind. Der deutsche Leitindex startete ein halbes Prozent höher, gab dann aber seine Gewinne ab und notiert mittlerweile knapp im Minus.
Die aktuellen Einkaufsmanagerindizes von S&P Global signalisieren immerhin das stärkste Wirtschaftswachstum in der Eurozone seit April 2023.
Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, wies aber auf die aktuelle Zurückhaltung internationaler Investoren hin: "Die politische Unsicherheit in Deutschland lässt internationale Anleger derzeit einen großen Bogen um deutsche Aktien machen." Man fordere Gewissheit, dass die politische Stabilität auf Bundesebene gewahrt bleiben kann, nachdem die regierenden Parteien auf Landesebene herbe Wahlniederlagen erlitten haben. Gestern hatte der DAX kaum verändert bei 25.578 Punkten geschlossen.
Die Anleger hoffen vor allem auf eine Entspannung am Ölmarkt. Dabei helfen auch Meldungen, dass Saudi-Arabien in Kürze wieder seine Ost-West-Pipeline in Betrieb nehmen will. Rohöl der Sorte Brent notiert unter 100 Dollar pro Barrel, hat zuletzt aber wieder etwas angezogen.
Nach Aussage von US-Präsident Donald Trump hätten die Delegationen der USA und des Iran ein weiteres Gespräch "in sehr naher Zukunft vereinbart". Bei seiner Rede vor den UN-Staats- und Regierungschefs hatte Trump erklärt, er halte ein Abkommen nach den Kongresswahlen am 3. November für möglich. Zugleich drohte er aber mit der "Vernichtung" der Islamischen Republik.
Die Marktteilnehmer blicken nun aber auch hoffnungsvoll auf den Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington, der heute Abend beginnt. Sie setzen auf eine Verlängerung des Anfang November auslaufenden Zollmoratoriums. Zum anderen könnte es wichtige Vereinbarungen zum Handel mit Rohstoffen sowie Künstlicher Intelligenz (KI) und Halbleitern geben.
An den chinesischen Börsen war vor dem Treffen Zurückhaltung zu spüren. Der Shanghaier SSE 100 gab leicht nach. In Südkorea ging dagegen die KI-Rally weiter. Der Kospi gewann 0,9 Prozent. Die Börse in Tokio blieb heute wegen eines Feiertags geschlossen.
Auch die Börsen in New York hatten uneinheitlich tendiert. Die Standardwerte des Dow Jones verloren 0,4 Prozent, während die Technologietitel an der Nasdaq um ein halbes Prozent zulegten. Der Nasdaq 100 erreichte erstmals seit Juni wieder ein neues Rekordhoch. Die Technologierally wird weiter von der starken Nachfrage nach neuen KI-Apps von Meta und Google genährt.
Im MDAX gibt die Aktie von Siltronic deutlich nach. Über Nacht hat Wacker Chemie hat seinen Anteil an dem Hersteller von Halbleiter-Wafern weiter reduziert. Wacker platzierte 2,2 Millionen Siltronic-Aktien für 171 Millionen Euro bei institutionellen Investoren. Dadurch sank die Beteiligung von zuvor 21,67 auf knapp 15 Prozent. Die Papiere wurden zu 77,25 Euro pro Stück verkauft.
Die Aktie von KWS Saat brach im frühen Handel nach enttäuschenden Zahlen um bis zu 11,5 Prozent ein. "Die vorgelegten Zahlen und der Ausblick könnten möglicherweise nicht ausreichen, um das aktuelle Kursniveau zu stützen", sagte ein Händler. Der im SDAX notierte Saatguthersteller hat im abgelaufenen Geschäftsjahr (bis Ende Juni) die weltweit angespannte Lage der Landwirtschaft zu spüren bekommen und bei Umsatz und Ergebnis Rückgänge verbucht. Im laufenden Jahr will KWS wieder wachsen. Die angepeilten drei Prozent entsprechen aber nur dem unteren Ende des Umsatzziels für 2028.
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Weitere Gespräche zwischen Delegationen der USA und des Iran in naher Zukunft
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