
Nach dem Rekordhoch am Freitag zeigen sich Anleger zum Wochenstart zurückhaltend. Aussagen aus der US-Notenbank und Angriffe im Nahen Osten schüren Ängste vor steigenden Zinsen und Energiepreisen.
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Der deutsche Leitindex DAX hatte am vergangenen Freitag ein neues Rekordhoch von 26.618 Punkten erreicht.
Der DAX fällt im frühen Handel um rund 0,6 Prozent auf rund 26.410 Punkte zurück. Am vergangenen Freitag hatte der deutsche Leitindex bei 26.618 Punkten ein neues Rekordhoch erreicht. Aus dem Handel war er letztlich 0,8 Prozent höher bei 26.569,99 Zählern gegangen. Das DAX-Jahresplus liegt aktuell bei rund acht Prozent.
Heute sind die Anleger zunächst zurückhaltend. Aussagen von US-Notenbankchef Kevin Warsh drücken auf die Stimmung. Warsh hatte am Freitag durchblicken lassen, dass für ihn die Bekämpfung der US-Inflation im Vordergrund steht. Anleger würden das als Hinweis auf eine konsequente Inflationsbekämpfung werten, heißt es von Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. Die Inflationsrate liegt in den USA bei 3,4 Prozent.
Bei den Investoren schürt das die Sorgen vor einer kommenden Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve: Am Terminmarkt habe sich die gehandelte implizierte Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September auf über 50 Prozent erhöht, so Stephan. Vor der Rede seien es noch 36 Prozent gewesen.
Am Aktienmarkt sind steigende Zinsen unbeliebt, da Zinsanlagen dann eine renditeträchtige Alternative zu Aktien werden. Gelder könnten in den Anleihemarkt fließen und die Aktienkurse drücken. "Die zentrale Frage lautet nun: Setzt sich die wirtschaftliche Zuversicht nahtlos fort, oder gewinnt die Zinsangst die Oberhand", schreibt Frank Sohlleder, Analyst beim Broker ActivTrades.
"Gleich zu Wochenbeginn haben es Anleger mit genau den Themen zu tun, die sie seit Wochen umtreiben: den Sorgen vor steigender Inflation und ungelösten geopolitischen Fragen sowie der Angst, dass die amerikanische Notenbank bald die Zinsen anheben könnte", schrieb Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst bei der Consorsbank.
Belastend wirken auch die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten. Das US-Militär hat erstmals seit Ende Juli wieder Ziele im Iran angegriffen. Die Reaktion am Rohstoffmarkt folgt sofort: Die Ölpreise legen zum Wochenstart deutlich zu. Für die Verbraucher bedeutet das, dass weiterhin mit hohen Benzin- und Energiepreisen zu rechnen ist. Kräftig steigende Energiepreise nach dem Auslaufen des Tankrabatts hatten die Teuerungsrate im Juli auf 2,8 Prozent getrieben.
Heute werden am frühen Nachmittag die deutschen Verbraucherpreise für den August veröffentlicht. Morgen folgen die Daten für die Eurozone. Die Inflation dürfte also hoch bleiben: Denn je länger die Energiepreise steigen, umso größer ist die Gefahr, dass auch andere Preise erhöht werden - Transport und die Herstellung von Produkten wird für die Unternehmen teurer. In der Eurozone rechnen viele Anleger längst mit einer Zinserhöhung im September.
Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck, rechnet mit einer Inflationsrate von drei Prozent ohne Anzeichen einer Entspannung. Deswegen erwartet Greil, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im kommenden Monat zum zweiten Mal in diesem Jahr die Zinsen anheben wird.
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Europäische Zentralbank hebt im kommenden Monat die Zinsen zum zweiten Mal an
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