
Trotz Fußball-WM und Streaming-Boom belasten Preisdruck und Kaufzurückhaltung die Branche; Bitkom meldet Umsatzrückgang auf 7,6 Milliarden Euro.
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Der Markt für Unterhaltungselektronik verzeichnet nach dem Rekordjahr 2020 einen kontinuierlichen Rückgang. Die Branche kämpft mit einer Normalisierung des Kaufverhaltens nach der Pandemie.
Berlin. Die Talfahrt im deutschen Markt für Unterhaltungselektronik setzt sich fort: Nach dem Allzeithoch im ersten Pandemiejahr 2020 schrumpft die Branche 2026 das sechste Jahr in Folge. Wie der Digitalverband Bitkom im Vorfeld der Technikmesse IFA mitteilte, sinken die Erlöse im laufenden Jahr voraussichtlich um 2,4 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro. Zwar stützen Großereignisse wie die Fußball-WM den Absatz, massiver Preisdruck und eine spürbare Kaufzurückhaltung belasten jedoch das Geschäft.
Damit entfernt sich das Marktvolumen weiter von dem 2020 markierten Rekordwert von 9,3 Milliarden Euro. „Nach den außergewöhnlich starken Corona-Jahren hat sich der Markt wieder normalisiert. Technik wird selektiver gekauft: Größere Anschaffungen werden stärker abgewogen, häufiger verschoben oder über Aktionen realisiert“, sagte Olaf May, Mitglied des Bitkom-Präsidiums. Ein leichtes Wachstum in Nischen wie den Digitalkameras reiche bislang nicht aus, um die Einbußen im Gesamtmarkt aufzufangen.
Mit einem Umsatz von 2,81 Milliarden Euro stellen Fernsehgeräte weiterhin das mit Abstand größte Marktsegment dar, müssen im laufenden Jahr jedoch ein Minus von 3,5 Prozent hinnehmen. Die Fußball-Weltmeisterschaft sowie der anhaltende Trend zu größeren Bildschirmdiagonalen hätten zwar die Stückzahlen angekurbelt. Gleichzeitig hätten jedoch aggressive Rabattaktionen und der allgemeine Preisverfall in der Unterhaltungselektronik die Erlöse deutlich geschmälert.
Noch kräftiger fällt das Minus bei den Spielkonsolen aus: Nach einem außergewöhnlich starken Vorjahr brechen die Erlöse um 9 Prozent auf 840 Millionen Euro ein – auch weil Hersteller wie Sony, Microsoft oder Nintendo in diesem Jahr keine neuen Konsolengenerationen vorgestellt haben. Der Markt für klassische Audiogeräte gibt um 4 Prozent auf 870 Millionen Euro nach, während sonstige Unterhaltungselektronik wie Set-Top-Boxen oder Blu-ray-Player auf 810 Millionen Euro (-0,5 Prozent) kommt.
Auf Nutzerseite schreitet der Medienumbruch unaufhaltsam voran. Inzwischen streamen 89 Prozent der Menschen in Deutschland ab 16 Jahren Videos über das Netz, während das traditionelle lineare Fernsehen über Kabel, Satellit oder Antenne noch von 81 Prozent genutzt wird. Lediglich in der Generation 65+ bleibt das klassische TV mit einer Reichweite von 94 Prozent vor dem Videostreaming (68 Prozent) führend.
Trotz wirtschaftlicher Verunsicherung bleibt die Zahlungsbereitschaft im Digitalbereich robust: 61 Prozent der Streaming-Nutzer zahlen für Inhalte. Die durchschnittlichen Monatsausgaben für Abonnements kletterten im Vergleich zum Vorjahr von 17,50 Euro auf 18,50 Euro, die Ausgaben für Einzelabrufe stiegen von 11,00 Euro auf 12,80 Euro im Monat.
Gleichzeitig sind die Verbraucher unzufrieden über neu eingeführte Tarifmodelle: 59 Prozent der Befragten stört es, Aufpreise zahlen zu müssen, um Werbeeinblendungen zu umgehen. Zudem reagieren die Verbraucher zunehmend flexibel auf das Überangebot: 17 Prozent der Konsumenten haben bereits „Abo-Hopping“ betrieben und Verträge unmittelbar nach dem Konsum bestimmter Serien oder Sportevents gekündigt.
Einen deutlichen Schwerpunkt der diesjährigen Erhebung bilden die Einstellungen zu generativer Künstlicher Intelligenz. Das Stimmungsbild der Bundesbürger ist von dem Wunsch nach strengen Regularien geprägt: 91 Prozent fordern eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Filme und Serien. Zudem stufen 72 Prozent KI-Inhalte als existenzielle Bedrohung für die Filmwirtschaft ein.
Im Musikbereich zeichnet sich eine vergleichbare Skepsis ab: 75 Prozent sehen traditionelle Musiker und Komponisten durch KI bedroht, 58 Prozent fordern einen Ausschluss KI-generierter Songs aus den offiziellen Verkaufscharts und 35 Prozent plädieren für ein generelles Verbot auf Streaming-Plattformen. Dass in zehn Jahren der Großteil aller Musik von Algorithmen erschaffen wird, erwarten bereits 44 Prozent der Befragten.

Die von Donald Trump angekündigten US-Zölle auf Autoimporte aus Kanada bedrohen japanische Hersteller wie Toyota und Honda. Analysten warnen vor drohenden Werksschließungen in Kanada, da ein Großteil der dortigen Produktion für den US-Markt bestimmt ist.

Die Inflationsrate in Deutschland stieg im August auf 2,9 Prozent, nach 2,8 Prozent im Juli. Auch in Spanien und Frankreich verzeichnete die Teuerung einen Anstieg, was die Europäische Zentralbank zu einer möglichen Zinserhöhung bewegen könnte.

Zahlreiche internationale Konzerne veröffentlichen Quartalszahlen. Während KI-Investitionen und Auslandsgeschäfte bei Unternehmen wie Salesforce, Marvell und Strabag für Wachstum sorgen, belasten Preiskämpfe und Konsumzurückhaltung in China und den USA andere Branchen.

Aufgrund von El Niño und veränderten Handelsrouten infolge des Irankriegs ist der Panamakanal überlastet. Reedereien zahlen Rekordsummen von bis zu 5,3 Millionen Dollar für garantierte Durchfahrten, während Schiffe auf lange Umwege ausweichen.

Condor-Chef Peter Gerber warnt vor steigenden Flugpreisen aufgrund hoher Kerosinkosten und Standortbelastungen. Er fordert die Abschaffung der Luftverkehrsteuer sowie staatliche Unterstützung bei Lotsenkosten, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Angesichts eines schrumpfenden Heimatmarktes in China weitet der E-Autoriese BYD seine Exportstrategie aus. Mit aggressiven Kampfpreisen und hohen Rabatten greift das Unternehmen gezielt das für deutsche Hersteller wichtige Segment der Plug-in-Hybride an.